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Chance für Ex-FCA-Trainer Jess Thorup: Sechs Endspiele bei Al Ahly

Fußball

Sechs Endspiele für Ex-FCA-Trainer Jess Thorup

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    Jess Thorup bleibt Trainer bei Al Ahly.
    Jess Thorup bleibt Trainer bei Al Ahly. Foto: Tom Weller, dpa

    Eigentlich schienen die Tage von Jess Thorup als Trainer des ägyptischen Spitzenklubs Al Ahly vor einer Woche gezählt. Thorup hatte mit seiner Mannschaft das Rückspiel im Viertelfinale der afrikanischen Champions League (CAF) gegen den tunesischen Klub Esperance Tunis mit 2:3 verloren. Nach dem 0:1 im Hinspiel bedeutete die Niederlage das Aus.

    Klubpräsident entscheidet sich für Jess Thorup

    Eine sportliche Katastrophe für den ägyptischen Rekordmeister, der den kontinentalen CAF-Cup schon zwölfmal gewonnen hatte. Alle Beobachter warteten nur noch auf die Freistellung des angeschlagenen Ex-FCA-Trainers. Doch die Klubführung um den mächtigen Präsidenten Mahmoud El Khatib entschied sich anders: Thorup darf bleiben und Al Ahly in den nun anstehenden Play-offs um die ägyptische Meisterschaft weiter betreuen. „Jess Thorup hat die Chance bekommen, sich in den sechs Play-off-Spielen zu beweisen“, erklärt Fußball-Analyst Mohamed Baz gegenüber unserer Redaktion.

    Dabei stand der 56-jährige Däne zuletzt heftig in der Kritik. Vor allem sein pragmatischer Spielstil, der zwar erfolgreich, aber wenig spektakulär ist, war ein Kritikpunkt vieler Al Ahly-Fans, die als besonders treu, aber auch als besonders fanatisch gelten. Zudem ist ihr Einfluss auf Entscheidungen des Klubs normalerweise groß. Senken die Fans den Daumen, reagiert auch der allmächtige Klubpräsident El Khatib. Doch Thorup bekommt noch eine Chance.

    Der Däne hatte den kriselnden 45-fachen ägyptischen Meister im Oktober übernommen und zunächst auch Erfolge gefeiert. Im November holte er den ägyptischen Supercup gegen den Erzrivalen Zamalek SC. In der Liga passten die Ergebnisse eigentlich auch, doch der stark erfolgsorientierte Fußball von Thorup, der wenig Wert auf Fußball-Spektakel legt, kam immer wenig gut an.  Zuletzt verlor Thorup mit seinem Team sogar noch das Nachholspiel gegen den Tabellen-17.Talaea El Gaish mit 1:2. Es begann zu brodeln.

    Aus im Viertelfinale gegen Esperance Tunis

    Und dann kam noch das Aus im Viertelfinale der afrikanischen Champions League gegen Esperance Tunis. Da spielte es auch keine Rolle, dass die Ägypter aus ihrer Sicht im Spiel eins (0:1) vom Schiedsrichter benachteiligt wurden und dass Al Ahly aufgrund einer Bestrafung wegen Ausschreitungen das Rückspiel (2:3) vor leeren Rängen bestreiten musste.

    Abfindung war Al Ahly wohl zu hoch

    Thorup schien vor dem Aus. Doch er darf weitermachen. Wohl auch, weil eine Entlassung Thorups zu diesem Zeitpunkt den Verein verpflichten würde, rund drei Millionen Euro Abfindung (der Vertrag ist bis 2028 datiert), zu zahlen. So wird auf jeden Fall spekuliert. „Das spielt sicher auch eine Rolle“, sagt Mohamed Baz. „Aber Thorup hat ja noch alle Chancen, den Titel zu holen. Er muss sich jetzt allerdings den Spiegel vorhalten und die Schwachstellen in seinem System abstellen.“

    Play-offs starten am 7. April für Jess Thorup

    Nach Abschluss der Vorrunde der ägyptischen Meisterschaft sind die Titelchancen vor den Play-offs intakt. Mit 40 Punkten hat der 45-fache ägyptische Meister als Dritter drei Punkte Rückstand auf Intimfeind Zalamek (43 Zähler) und dem punktgleichen Pyramids FC. Sechs Spiele stehen noch aus. Am 7. April starten die Endspiele für Thorup.

    Sollte sich Al Ahly übrigens nach dem Saisonende von Thorup trennen, müsste der Klub laut ägyptischen Medienberichten lediglich die in seinem Vertrag festgelegte Vertragsstrafe in Höhe von drei Monatsgehältern zahlen. Das wäre wohl kein großes Hindernis.

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