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Deniz Aytekin: Abschied eines Kult-Schiedsrichters mit Humor und Autorität

Fußball

Zum Rücktritt von Deniz Aytekin: Zwischen Autorität und Sympathieträger

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    Schiedsrichter Deniz Aytekin geht in seine letzte Bundesliga-Spielzeit
    Schiedsrichter Deniz Aytekin geht in seine letzte Bundesliga-Spielzeit Foto: Rolf Vennenbernd, dpa

    Deniz Aytekin geht in seine letzte Bundesligasaison und mit ihm verabschiedet sich nicht nur einer der besten, sondern auch einer der unterhaltsamsten Schiedsrichter Deutschlands. Der 1,97 Meter große Unternehmer aus Oberasbach war 17 Jahre lang weder zu übersehen – und noch weniger zu überhören. Wenn Aytekin mit Spielern diskutierte, dann meist trocken, direkt und entwaffnend ehrlich. Seine markigen Sätze wie auch sein fast kabarettistischer Gesprächsstil auf dem Feld machten ihn zum Publikumsliebling. Ob bei Bayern, Dortmund oder anderen Klubs, gestandene Profis lächelten aufgrund seiner Sprüche – nickten danach aber meist brav.

    Die blanken Zahlen des Deniz Aytekin weisen 241 Bundesliga-Spiele aus, das DFB-Pokalfinale 2017, Champions League-Partien, Länderspiele. Klar ist – sportlich gehört der 47-Jährige zur absoluten Elite der Schiedsrichtergarde. Dreimal wurde er zum „Schiedsrichter des Jahres“ gekürt. Und doch wird er als der Referee in Erinnerung bleiben, der auch in der hitzigsten Schlacht noch einen lockeren Satz fallen ließ. Nicht umsonst hat er die Trophäe „Fußballspruch des Jahres 2023“ abgeräumt. Diese Auszeichnung verdankt er einem Gespräch mit Thomas Müller während des Bundesliga-Eröffnungsspiels 2022 gegen Eintracht Frankfurt. Da erläuterte Aytekin die Spritzigkeit von Teamkollege Jamal Musiala mit dem prägnanten Satz: „Wenn der Musiala anzieht und dir auf 80 Metern 60 bis 70 abnimmt, denkst du anders über dein Leben nach.“

    Deniz Aytekin legt abseits des Platzes als DJ auf

    Zu seinem Rückzug sagt er nun: „Nicht erst gehen, wenn die Zweifel beginnen.“ Typisch Aytekin: Nachdenken, aber nicht schwermütig werden. Seine letzte Saison will er mit „Freude, Konzentration und voller Überzeugung“ genießen. Wer seine Laufbahn verfolgt hat, weiß: Er wird sich nicht mit einem routinierten Verwaltungsjahr verabschieden, sondern wie immer präsent sein – mit klaren Ansprachen, souveränen Entscheidungen und einer Pointe im Ärmel.

    Ein gut aufgelegter Aytekin ist also kommende Spielzeit zu erwarten. Doch auch abseits des Platzes legt der Schiedsrichter auf, allerdings als DJ. Hoffentlich passt sich die Performance dort der als Schiedsrichter an. Schließlich verschwindet am Ende dieser Spielzeit der Mann von der Bundesliga-Bildfläche, der zeigt, dass man auch respektierter Spitzenreferee sein kann – und dabei über sich selbst lacht.

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