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DFB startet eigenen TV-Sender: Checker Jogi und die krachenden Knochen

Glosse

„Krachende Knochen“ – Wenn der DFB Fernsehen macht

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    Antonio Rüdiger könnte bei DFB-TV groß rauskommen.
    Antonio Rüdiger könnte bei DFB-TV groß rauskommen. Foto: Manu Fernandez/AP, dpa

    Der DFB geht keiner Herausforderung aus dem Weg. Mag sie auch noch so aussichtslos sein. Wie eine Auseinandersetzung mit dem Finanzamt. Oder eine Haltung zur WM in den USA zu entwickeln. Jetzt also legt sich der Verband mit den großen Streaminganbietern an. Platz da Netflix und Disney+. hier kommt DFB-TV.

    Am 22. Mai soll das Angebot auf Sendung gehen. Zu sehen sind dann nicht etwa Bundesligapartien oder Länderspiele. Die übertragen weiterhin DAZN, Sky, RTL und Co. Der DFB startet mit Premiuminhalten. TikTok kann den Laden zusperren. Künftig verfolgen die Jugendlichen stundenlang Sonderformate zur Pokalauslosung oder spannende Einblicke ins Schiedsrichterwesen. Damit zumindest wirbt der DFB.

    24 Stunden Programm am Tag lassen sich aber nur schwerlich mit einem Bericht des Lehrwarts füllen. Daher ist es wahrscheinlich, dass der Verband auf Formate setzen wird, die sich an anderer Stelle bereits als tauglich erwiesen haben.

    Naturdoku? Gerne. Vielleicht nicht zwingend Wildgänse.

    Checker Jogi beispielsweise geht jeden Tag einer Frage des fußballerischen Alltags nach. Was ist ein strafbares Handspiel? Wie lässt sich eine korrekte Abseitslinie ziehen? Das Vormittagsprogramm füllt eine Naturdoku. Hansi Flick hatte bei der vergangenen Weltmeisterschaft mittelmäßig großen Erfolg mit den Wildgänsen. Weggeschaltet hat niemand, abgeschaltet dafür einige.

    Zur Mittagszeit ein wenig Reality-TV. Der Jugendliche Mesut Ö. mischt das Problemviertel auf – Streetworker Deniz Aytekin versucht, ihn auf den Pfad der Tugend zurückzuführen. Das Festival des Kurzfilms versüßt den Nachmittag. Auf die schönsten Kopfballtore von Mehmet Scholl folgt „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“ von Kultregisseur Andreas Möller. Im Vorabendprogramm: „Geschichten aus dem Paulanergarten“ von und mit Mario Basler sowie Waldemar Hartmann.

    Wenn die Jüngsten im Bett sind, kommen die Freunde gediegener Erwachsenenunterhaltung auf ihre Kosten. Antonio Rüdigers Epos „Krachende Knochen“ folgt auf Borowkas „Grätschen aus der Hölle“.

    Für 5,99 Euro pro Monat können die Inhalte gesehen werden. Möglicherweise denkt der Verband aber auch darüber nach, einen Bereich für Premium-Kunden einzurichten. Für 9,99 Euro gibt es Interviews mit Rudi Völler, die bisher im Giftschrank des Verbandes lagern. Oder auch der Klassiker: „Auf der Bielefelder Alm gibt es keine Sünde“.

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