Die Seattle Seahawks sind in der 60. Ausgabe des Super Bowl ihrer Favoritenrolle gerecht geworden: Eine starke Abwehrleistung und ein fast unaufhaltbarer Ballträger Kenneth Walker III reichten dem Team aus dem Nordwesten der USA zum 29:13-Sieg im Finalspektakel der US-Footballliga NFL in Santa Clara. Die Halbzeitshow des spanisch-sprachigen Rappers Bad Bunny lieferte eine skandalfreie, bunte Schau lateinamerikanischer Lebensfreude mit einer großen Versöhnungsbotschaft am Ende.
Das Spiel der beiden besten Mannschaften der Saison war vor allem eine Leistungsschau der Verteidigungsreihen. Seattles Coach Mike Macdonald hatte sein Team unfassbar gut eingestellt. Die Seahawks schraubten New Englands Angriff um den jungen Spielmacherstar Drake Maye nach allen Regeln der Kunst auseinander. Die Patriots brachten kaum einen langen Angriffszug zustande, Mayes Anspielstationen waren perfekt gedeckt. Der junge Spielmacher stand unter Dauerdruck und fand keine Mittel dagegen. Sechsmal rissen die Verteidiger den Spielmacher zu Boden, ohne dass Raumgewinn erzielt wurde.
Erster Touchdown im Super Bowl 2026 fällt erst im letzten Viertel
Seahawks-Spielmacher Sam Darnold hatte auch kein gutes Spiel, brachte kaum die Hälfte seiner Passversuche an und konnte sein Team nicht zum Touchdown in die Endzone führen… Dafür konnte sich Seattle auf Ballträger Walker verlassen, der kaum zu Boden zu bringen war und mehr als 100 Yards Raumgewinn erlief. Das brachte die Seahawks so weit in die Hälfte der Patriots, dass Kicker Jason Myers vier Field Goals für je drei Punkte schießen konnte und sein Team mit 12:0 in Führung schoss.
Die entscheidende Szene des Spiels ereignete sich am Ende des dritten Viertels: Seattles Abwehr hatte Drake Maye wieder einmal unter Druck gesetzt. Doch diesmal brachten die Verteidiger den Spielmacher nicht nur zu Boden, sondern schlugen ihm auch noch den Ball aus der Hand und schnappten ihn sich. So musste Darnold den Angriffszug erstmals nicht kurz vor der eigenen Endzone starten, sondern schon in der Hälfte der Patriots. Das nutzte der Spielmacher mit einem Pass auf AJ Barner zum ersten Touchdown des Spiels nach zwei Minuten im Schlussviertel.
Der Angriff der New England Patriots bleibt im Super Bowl LX schwach
Doch gerade als das Spiel entschieden schien, erwachte in den Patriots der Mut der Verzweiflung. Drake Maye knallte zwei präzise Pässe in die Arme seines Passempfängers Mack Hollins, ermöglichte damit den ersten Touchdown seines Teams und verkürzte auf 19:7. Darnold konnte nicht direkt antworten, doch Seattles Abwehr erstickte den Comebackversuch. Julian Love fing einen allzu optimistischen Passversuch von Drake Maye ab und eroberte das Angriffsrecht für sein Team. Kenneth Walker III nutzte seine Explosivität, um die Seahawks weiter übers Feld zu führen. Jason Myers kickte sein fünftes Field Goal, sicherte sich damit einen Super-Bowl-Rekord und baute den Vorsprung auf 22:7 aus.
Die endgültige Entscheidung besorgte passenderweise ein Verteidiger. Uchenna Nwosu fing einen Passversuch von Maye ab und trug ihn zum Touchdown in die Endzone. Den Patriots gelang nur noch etwas Ergebniskosmetik. Kenneth Walker III wurde zum „Wertvollsten Spieler“ des Finales gewählt.
Tolle Bilder und Liebes-Botschaften in der Halbzeitshow von Bad Bunny
Tolle Bilder und eine kraftvolle Botschaft produzierte Rapper Bad Bunny in seiner Halbzeitshow. In einer grünen Urwald-Landschaft zeigte er Latino-Lebensfreude, sang mit den Gaststars Lady Gaga und Ricky Martin und lieferte visuell eindrucksvolle Tanz-Darbietungen. Nach den vielen Diskussionen im Vorfeld hielt er sich mit offensichtlicher Trump-Kritik weitgehend zurück. Stattdessen stellte er die Liebe in den Mittelpunkt: Auf der Bühne gab es eine Hochzeitsszene, bei der wohl ein echtes Paar tatsächlich getraut wurde.
Zudem sendete der spanischsprachige Künstler Zeichen der Völkerverständigung, die für das ganze Publikum verständlich waren. „God bless America“ („Gott segne Amerika“) rief Bad Bunny und stellte klar, dass er damit nicht nur die USA meint, sondern alle Länder des Kontinents und der Karibik. Dazu trugen Tänzer alle Flaggen und auf der großen Leinwand im Stadion stand die Botschaft „Stärker als der Hass ist nur die Liebe.“
US-Präsident Trump wütete trotzdem auf seiner eigenen Plattform gegen die „schlechteste Show der Welt, die niemand verstanden habe“. Bei der „alternativen Halbzeitshow“ der rechtsextremen Organisation „Turning Point USA“ trat als in Deutschland bekanntester Künstler Country-Rocker Kid Rock auf, der allerdings nicht live sang. Auf Youtube hatte der Stream auf dem Kanal von TPUSA in der Spitze etwa 6,1 Millionen gewesen sein.
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