Im Halbfinale gegen seinen einstigen Club DEG Metro Stars will der gebürtige Bad Tölzer die Hannover Scorpions erstmals in ein Meisterschaftsfinale führen. Düsseldorf war unter der Regie des einstigen Nationalspielers dreimal deutscher Champion, die DEB-Auswahl stand in Viertelfinals bei drei Weltmeisterschaften und bei Olympia 2002. Der als temperamentvoller "Alpenvulkan" bekannte Zach beschreibt sich im dpa-Gespräch als sehr sensiblen Menschen und betont: "Ich bin total verlässlich. Das ist der Hauptcharakterzug."
Keine große Feier zum 60., dafür mit Hannover im Halbfinale - ist Ihnen das recht so?
"Das ist mir am liebsten. Aber ich werde sicher Zeit zum Essen mit meiner Frau und meiner Tochter haben."
Wie geht es Ihnen nach der Dauerbelastung über viele Jahre?
"Körperlich fühle ich mich gut. Ich spüre den Stress mittlerweile, das habe ich früher nicht."
Ihre Autobiografie trägt den Titel "Ich, der Alpenvulkan". Sind Sie immer noch so impulsiv?
"Ich bin schon viel gelassener geworden - aber mit dem selben Eifer und der selben Konzentration und Verlässlichkeit bei der Sache."
Welche Eishockey-Erlebnisse ragen für Sie heraus?
"Die ganze Zeit. Für mich war es eine superschöne Zeit - als Spieler und als Trainer."
Sie sind der erfolgreichste deutsche Trainer der vergangenen Jahrzehnte. Was sind Ihre wichtigsten Eigenschaften?
"Das Mannschaftsgefühl habe ich total verinnerlicht. Ich bin total verlässlich. Das ist der Hauptcharakterzug. Ich bin ein sehr sensibler Mensch, sehr gefühlsbetont - sonst hätte ich nicht das Gefühl, mich in andere hineinzuversetzen."
Mit Halbfinal-Gegner Düsseldorf waren sie dreimal Meister, dazu kommen Vizemeisterschaften mit der DEG und Köln. Wie heiß sind Sie persönlich auf einen weiteren Meistertitel?
"Für mich spielt das keine Rolle. Ich tue alles für die Mannschaft. Für mich gibt es andere wichtige Dinge wie Verlässlichkeit. Das steht im Vordergrund. Ich bin stolz, dass meine Mannschaften zweimal Zweite wurden, weil ich wusste, sie haben unheimlich viel gegeben. Es ist schwerer, vorn dranzustehen, wenn's mal net so erfolgreich läuft."
In einer sehr schwierigen Lage haben sie 1998 die Nationalmannschaft übernommen und zurück in die Erstklassigkeit geführt.
"Dreimal Viertelfinale bei der WM und Viertelfinale bei Olympischen Spielen - das ist kaum zu toppen."
Sie haben schon damals die mangelnde Nachwuchsförderung in Deutschland beklagt. Hat sich seitdem etwas zum Besseren getan?
"Es hat sich nichts getan."
Ihr Vertrag in Hannover läuft bis 2010. Können Sie sich ein Leben ohne Eishockey derzeit schon vorstellen? Zach: "Sehr, sehr gut. Ich habe meine Familie in Bad Tölz und Immobilien. Dazu kommen Bergsteigen, Berggehen, Fliegenfischen, Rennradfahren und mit dem Mountainbike fahren."
Wie stehen die Chancen Ihrer Mannschaft im Halbfinale?
"Ich traue uns schon was zu."
Interview: Robert Semmler, dpa