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England gewinnt gegen Spanien – und ist Fußball-Europameister der Frauen

Fußball-EM der Frauen

Happy End vom Elfmeterpunkt: England besiegt Spanien

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    England ist Europameister! Im Finale der Frauen-Fußball-EM hat sich das Team um Matchwinnerin Chloe Kelly gegen Spanien durchgesetzt.
    England ist Europameister! Im Finale der Frauen-Fußball-EM hat sich das Team um Matchwinnerin Chloe Kelly gegen Spanien durchgesetzt. Foto: Martin Meissner/AP, dpa

    Hat es das nicht alles erst vor drei Jahren schon einmal gegeben? Chloe Kelly vollendet – und Fußball-England tanzt. Dazu dröhnt der unvermeidliche Klassiker „Sweet Caroline“ aus den Lautsprechern und eine Nation feiert einen Europameistertitel. In einem packenden, atemberaubenden und irgendwie auch skurrilen Finale hat sich der Titelverteidiger der Frauen-EM tatsächlich erneut die Krone aufgesetzt.

    Chloe Kelly führt England in Basel zum EM-Sieg gegen Spanien im Elfmeterkrimi

    Im Elfmeterschießen besiegten die Engländerinnen am Sonntagabend in Basel die Weltmeisterinnen aus Spanien mit 3:1. Während Alex Greenwood, Niam Charles, Leah Willamson und schließlich Kelly mit eingesprungenem Hüpfer ihre Versuche verwandelten, scheiterten auf der Gegenseite Mariona Caldentey und Aitana Bonmati an der überragenden Torhüterin Hannah Hampton, während Salma Paralluelo neben das Tor schoss. „Ich bin wahnsinnig stolz auf dieses Team, das ist unglaublich“, sagte Kelly im ZDF: „Ich bin so dankbar. Es musste einfach klappen mit dem Elfmeter. Die Feier wird unglaublich, das wird verrückt.“

    Die Matchwinnerin hatte nach dem EM-Finale 2022 gegen Deutschland bereits das 2:1-Siegtor erzielt – und sich damals das Jersey vom Leib gerissen. Diese Einlage ersparte sich die 27-Jährige. Vielleicht hat es das Novum eines Elfmeterschießens nach einer solchen Endrunde der Rekorde einfach geben müssen. In einem teils hochklassigen Endspiel köpfte Mariona Caldentey im St. Jakob-Park zunächst die spanische Führung (25.), ehe Alessia Russo ebenfalls per Kopf für die englischen Coemback-Queens ausglich (57.).

    Wiedergutmachung für verlorenes WM-Finale: England kostet die Siegerehrung aus

    Bei der Siegerehrung kosteten die „Lionesses“ aus, dass ihnen die Wiedergutmachung fürs verlorene WM-Finale 2023 gegen Spanien (0:1) gelungen war, das von der unsäglichen Kuss-Affäre um Luis Rubiales überlagert wurde.  Der zweite EM-Titel nach 2022 geriet zum Kraftakt, den kaum jemand erwartet hatte – aber letztlich jubelte auch Prinz Willam über eine besondere Willensleistung in der Schweiz. Gleichzeitig verneigt sich das Mutterland des Fußballs vor seiner Erfolgstrainerin Sarina Wiegman, die nun schon das dritte Mal die Trophäe empfing, nachdem sie bereits 2017 mit ihrem Heimatland Niederlande triumphierte. Die 55-Jährige scheint mit einer besonderen Gabe gesegnet.

    Gleich in die erste Reihe unter den Angehörigen des englischen Teams hatte sich Ann-Katrin Berger gesetzt, die jeden aus der Familie ihrer Lebensgefährtin Jess Carter herzte, die überraschend wieder in die Startelf rückte. Die deutsche Nationaltorhüterin sah mit Kappe und Kapuzenpullover unter den 34.203 Zuschauern eine hochspannende Begegnung. Bereits nach drei Minuten scheiterte Mittelstürmerin  Russo an Spaniens Torhüterin Coll, die mit einem Fehlpass die größte Chance zur Führung des Titelverteidigers heraufbeschwor: Doch gegen Lauren Hemp bügelte sie reaktionsschnell mit einer Fußabwehr ihren Patzer wieder aus (19.).

    England geht mit viel Aufwand durchs Finale – und belohnt sich mit Sieg nach Elfmeterkrimi

    Nach einer typischen Ballstafette, initiiert von der zur besten EM-Spielerin gewählten Aitana Bonmati, schlug Verteidigerin Ona Battle eine perfekte Flanke auf die für den FC Arsenal spielende Mariona Caldentey,. In der Folgezeit zog sich die spanische Schlinge immer fester, der Ballbesitz nahm altbekannte Ausmaße an: Die Engländerinnen waren froh über den Pausenpfiff der französischen Schiedsrichterin Stéphanie Frappart. In der zweiten Hälfte setzte Aitana Bonmati den ersten Torschuss ab (50.). Doch so leicht ließen sich Wiegmans Mentalitätsspielerinnen nicht in die Knie zwingen. Eine feine Flanke von Kelly nutzte Russo zu einem perfekt getimten Kopfball zum überraschenden Ausgleich. In der Folgezeit fanden die Engländerinnen über ihre körperbetonte Spielweise immer besser Zugriff: Kelly zwang Coll erneut zu einer Glanzparade (69.). Auf der Gegenseite hielt die mit einem Sehfehler geborene Hampton stark gegen die eingewechselte Claudia Pina (74.).

    Schlussendlich war die Verlängerung der verdiente Lohn für den hohen englischen Aufwand. Wie groß der Kräfteverschleiß war, offenbarten die Behandlungspausen der eigentlich unverwüstlichen Luce Bronze. In der Verlängerung hätte beinah Salma Paralluelo Spanierinnen ein spektakuläres Hackentor erzielt (105.), auch Vicky Lopez als weiteres belebendes Element sorgte noch für Gefahr (113.) ehe es doch ins Elfmeterschießen gehen musste. Dort zeigte zwar die für den FC Barcelona nicht immer in der Stammelf stehende Coll tolle Parade gegen Beth Mead und Leah Williamson, aber weil ihre Vorderleute vor der englischen Kurve die große Flatter beschlich, konnten Spaniens Frauen es nicht den Männern gleichmachen, die vor einem Jahr bei der EM in Deutschland jubelten.

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