Der ERC Ingolstadt ist mit einer bärenstarken Vorstellung in die Playoffs gegangen und gewann die Eröffnung beim EHC Red Bull München 6:5 (1:0, 3:2, 2:3). Früh gingen die Gäste in Führung und waren zeitweise sogar 4:0 vorne. „Zuerst zu punkten war wichtig für uns, das gab uns viel Selbstvertrauen“, sagte Headcoach Mark French nach dem Spiel. Gegen Ende der Partie meldeten sich die Gastgeber jedoch stark an und hätten sich beinahe eine Verlängerung erarbeitet. Der ERC war sowohl offensiv als auch defensiv überragend und profitierte auch von einer etwas dürftigen Vorstellung des in der Hauptrunde zweitbesten Goalies Antoine Bibeau (Fangquote 92,36). Ein überaus physisches, aggressives Spiel und viele kleinere Scharmützel – alleine im ersten Drittel gab es ´nach Prügeleien vier Zeitstrafen – sorgten für Spannung bei den Fans. Das Gästekontigent war dabei nicht ganz ausverkauft, der ERC war mit etwa 600 von 800 möglichen Fans vertreten.
In der sechsten Minute brachte Myles Powell den ERC Ingolstadt in Führung
Bereits in der dritten Minute zeigte der ERC seine Stärke in Unterzahl, als Edwin Tropmann auf die Bank musste. Mehrmals hielt entweder Devin Williams oder eine stets richtig stehende Ingolstädter Defensive die Gäste im Spiel. In der sechsten Minute klingelte es dann auf der anderen Seite, als Riley Sheen mit dem Puck mehrere Münchner überspielte, das Tor umkurvte und auf Abbott Girduckis schob. Dieser versuchte es erfolglos mit der Rückhand, Myles Powell jedoch verwertete den Nachschuss zum 1:0 – nach zwei Niederlagen in der Hauptrunde das erste ERC-Tor im SAP-Garden.
Folgend schenkten sich beide Teams nichts, scheiterten jedoch zumeist am jeweils starken Schlussmann – Edwin Tropmann (15.) an Antoine Bibeau und Jeremy McKenna (11.) und Patrick Hager (18.) an Williams. Auch in der eigenen Überzahl konnte der ERC ab der 12. Minute seine Führung nicht ausbauen.
Auch das zweite Drittel begann mit einer Strafe – diesmal für München, nachdem Ex-Ingolstädter Fabio Wagner mit Riley Sheen zusammengerauscht ist und der Referee ihn wegen eines Checks zum Kopf auf die Bank schickte. Im Powerplay gab Peter Abbandonato auf Riley Sheen ab, der erfolglos blieb. Im Nachschuss traf jedoch Riley Barber (22.). Direkt danach fiel das 3:0. Erst probierte es Leon Hüttl, dann war Peter Abbandonato erfolgreich (23.). Maximilian Kastner stand in der 26. Minute vorm Ingolstädter Kasten, erneut rettete Williams sehenswert (26.). Im direkten Anschluss erhöhte der ERC seine Führung: Kenny Agostino tunnelte Bibeau zum 4:0 (26.). Drei Minuten später musste Williams das erste Mal hinter sich greifen. Münchens Jeremy McKenna klopfte die Scheibe ins Netz zum 1:4-Anschlusstreffer (29.). Ein erneutes Münchner Powerplay verteidigten die Gäste tadellos. Wenige Minuten ging es anschließend ausgeglichen hin und her – ohne klare Chancen. Dann verschlief die Gästedefensive: DeSousa schob kurz vor Abpfiff auf Brady Ferguson, der im Nachschuss traf – Williams machte sich zwar lang, kam aber nicht mehr an den Puck – 2:4 (40.).
Gegen Ende hin wurde es beim EHC Red Bull München nochmal spannend
Das erste Tor des Schlussabschnitts war wieder eines der Gäste. Die Münchner verloren im Aufbau den Puck, dieser kam zu Daniel Schmölz, der auf Alex Breton schob – Bibeau blieb chancenlos (45.). Die mitgereisten Fans dankten es mit lautstarken „Oh ERC“-Gesängen. Die knapp 10.000 Heimgäste dagegen waren kaum mehr zu hören.
Fünf Minuten vor Ende ging Bibeau bereits das erste Mal vom Eis, die sechs Feldspieler machten kurz darauf den Unterschied: Tobias Rieder erzielte für die Gastgeber den 3:5-Anschlusstreffer (56.). Nur wenige Sekunden später machten die Gäste im Konter vermeintlich den Deckel drauf: Philipp Krauß legte auf Johannes Krauß ab, der komplett abgebrüht alleine auf Bibeau zulief und ins linke Eck auf 6:3 erhöhte. Dann mussten die mitgereisten Fans den Atem anhalten: Kurz vor Schluss stellte Ferguson nach einem Abpraller das 4:6 her. 16 Sekunden vor Schluss schoss Ville Pokka dann den 5:6-Endstand und die Münchner Fans erhoben sich – die Gastgeber kämpften um eine Verlängerung. Fast zeitgleich mit dem Schlusspfiff ging ein scharfer Münchner Puck jedoch am Tor vorbei.
ERC Ingolstadt: Williams – Ellis, Breton; Ruopp, Hüttl; Preto, Tropmann – Agostino, Powell, Girduckis; Schmölz, Abbandonato, Barber; Sheen, Boucher, Keating; Krauß J., Pietta, Krauß P. EHC München: Bibeau – Murphy, Wagner; Pokka, Smits; Abeltshauser, Sinn; Heigl – McKenna, Hager, Ehliz; Oswald, Eisenschmid, Krening; Kastner, Ferguson, DeSousa; Brooks, Rieder; Hirose. Tore: 1:0 Powell (6.), 2:0 Barber (22./PP.), 3:0 Abbandonato (23.), 4:0 Agostino (26.), 4:1 McKenna (29.), 4:2 Ferguson (40./PP.), 5:2 Breton (45.), 5:3 Rieder (56.), 6:3 Krauß J. (56.). Zuschauer: 10.796 (ausverkauft).
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