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Erweiterung der Meisterschale: Platz für die nächsten 30 Jahre

Bundesliga

Wegen ihr fiel Rudi Assauer vom Glauben ab

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    Und immer wieder die Bayern: Die Meisterschale wurde erweitert.
    Und immer wieder die Bayern: Die Meisterschale wurde erweitert. Foto: Oliver Hardt/DFL/Getty Images, dpa

    In dieser Hinsicht ähnelt die Meisterschale dem menschlichen Körper: Wenn der Platz eng wird, folgt ein Erweiterungsring. Was Frau und Mann zumeist zu kaschieren versuchen, trägt die Schale selbstbewusst vor sich her. Die Deutsche Fußball-Liga verkündete unlängst stolz, dass die Trophäe an Größe gewonnen hat. Der Durchmesser beträgt nun 56 Zentimeter, das Gewicht elf Kilogramm – und damit rund zwei Kilo mehr als noch zuletzt. Wobei sich die Gewichtszunahme in absoluten Zahlen in Grenzen hält. Immerhin konnte die Schale die vergangenen 17 Jahre Form und Gewicht halten. Hier hört die Parallele zu etlichen Männern und Frauen auf.

    Letztmals wurde die Schale 2009 erweitert. Auch damals ging der Platz aus. Schließlich wird jedes Jahr der Name des Titelträgers eingraviert. Im Nachhinein hätte es sich die Liga natürlich einfach machen können, indem sie „FC Bayern München 2013 bis 2023“ hätte einprägen lassen können. Das war aber freilich nicht abzusehen.

    Mittlerweile drei Erweiterungen hat die Schale erfahren. Die jetzige sollte für die kommenden 30 Jahre reichen. Genau lässt sich das nicht sagen. Es ist ein Unterschied, ob der Graveur „Borussia VfL 1900 e. V. Mönchenglabdach“ einprägen muss. Oder „RB Leipzig“. Oder „FC Schalke 04“. Kleiner Scherz.

    Rekordgewinner ist natürlich der FC Bayern, bislang 34-mal ist der Name auf der Schale zu lesen. Nummer 35 wird in Bälde folgen. Jede Gravur ist mit Geschichten, Anekdoten, Schmerz und Leid verbunden. Die Silberware ist durch hunderte Hände geglitten und hat für noch mehr Tränen gesorgt. Freudentränen und Sturzbäche, die der Trauer und Wut entsprangen. Erinnert sei an den Titelkampf 2001, der letztlich Schalkes Manager Rudi Assauer in eine Glaubenskrise stürzen ließ. „Ich glaube nicht mehr an den Fußball-Gott, weil er nicht gerecht ist. Wenn er gerecht gewesen wäre, wären wir deutscher Meister geworden“, sagte er, nachdem die Bayern in letzter Sekunde an seinem Klub vorbeigezogen waren. Der Münchner Vereinsname wurde daraufhin zum 17. Mal eingraviert. Schalke wartet seit 1958 auf den achten Meistertitel.

    Rudi Assauer machte eine bittere Erfahrung mit der Meisterschale.
    Rudi Assauer machte eine bittere Erfahrung mit der Meisterschale. Foto: dpa

    Jenen Titel also, den die Münchner so gerne als „den ehrlichsten“ bezeichnen. Was möglicherweise auch daran liegt, dass sie ihn am wahrscheinlichsten gewinnen. Manuel Neuer wird die Schale demnächst sehr wahrscheinlich nach oben stemmen. Zum 13. Mal in seiner Laufbahn. Die Schale wird immer schwerer. Sie zu gewinnen nicht.

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