Die ganze Welt ist vermessen, kartiert und online einsehbar. Kein Winkel dieser Erde, den nicht mindestens eine Influencerin als place to be (angesagter Ort) gepostet hat. Sollte man meinen. Doch jetzt ist das Expeditionsteam der „Polarstern“ im Weddellmeer auf eine bisher unbekannte Mini-Insel gestoßen. Das 130 Meter lange und 50 Meter breite Eiland ist in keiner Seekarte verzeichnet. Wer sich „eine Insel mit zwei Bergen und dem tiefen blauen Meer, mit viel Tunnels und Geleisen und dem Eisenbahn-Verkehr“ wie im Lummerlandlied vorstellt, schippert auf dem falschen Dampfer. Weder Lukas, der Lokomotivführer, noch Jim Knopf begrüßten das Forscherteam. Vielmehr handelt es sich um einen Geröllhaufen, den man bisher mit einem Eisberg verwechselt hatte.
Wie ein dreckiger Eisberg
Die Forschenden sind seit Anfang Februar in der Nähe des Südpols unterwegs. Wegen rauer Wetterbedingungen mussten die Forschungsarbeiten unterbrochen werden, um im Windschatten einer Insel Schutz zu suchen. Plötzlich sei ein „Eisberg“ aufgetaucht, „der irgendwie dreckig aussah“, berichtete ein Wissenschaftler. Bei näherer Betrachtung habe sich herausgestellt, dass es sich dabei um eine rund 16 Meter hohe Insel gehandelt habe. Sie sei auf der Seekarte lediglich als unerforschte Gefahrenzone sowie eine Seemeile neben der tatsächlichen Position verzeichnet gewesen.
Mit Drohne und Echolot
Mit einer Drohne und einem Echolot sei das Eiland systematisch vermessen und erfasst worden. Noch habe die Insel keinen Namen. Das soll sich ändern. Warum nicht Lummerland? Gibt es in natura noch nicht. Fehlen nur ein paar Gleise, eine Lokomotive und der Laden von Frau Waas. Dort gibts dann „Lederhosen, Kuckucksuhren und noch dies und dann noch das“.
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