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Eine Hand am WM-Ticket: FCA-Profi Ndjeng hofft für Kamerun

Eine Hand am WM-Ticket

FCA-Profi Ndjeng hofft für Kamerun

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    Marcel Ndjeng.
    Marcel Ndjeng. Foto: Ulrich Wagner

    18 Tage dauerte der große Traum von der Fußball-Weltmeisterschaft für Marcel Ndjeng (28). Für den Zweitliga-Profi des FC Augsburg endete er am vergangenen Sonntag. Während die Nationalmannschaft von Kamerun aus dem Trainingslager in Portugal zur Weltmeisterschaft in Südafrika abreiste, stieg Ndjeng am Flughafen in Porto in den Flieger Richtung Deutschland.

    "Natürlich bin ich sportlich sehr enttäuscht, denn ich hatte nicht das Gefühl, dass die anderen sehr viel besser gewesen wären. Und eine WM-Teilnahme ist der Traum eines jeden Fußballers", sagt Ndjeng gestern. Vor knapp einem Monat erhielt er einen Brief des Fußball-Verbandes, dass er im erweiterten WM-Kader Kameruns stehe. Wenig später wurde auch der FCA per Fax informiert. Kurz nach den Entscheidungsspielen traf sich der 30-Mann-Kader in Paris, ehe es zum ersten Trainingslager nach Lienz (Österreich) ging. Im Kreise der Weltstars fühlte sich Ndjeng gleich wohl. "Die meisten Spieler kannte ich ja von meiner ersten Nominierung 2008, die Jungs sind superfreundlich. Es ist eine große Familie."

    In Österreich kam Ndjeng gegen Georgien und die Slowakei zum Einsatz. Im letzten Spiel allerdings nur rund eine Viertelstunde. "Da habe ich es schon geahnt. Danach hat mir der Trainer gesagt, er müsse mich mit sechs anderen Spielern aus dem Kader streichen. Ich wäre aber der Erste, der nachnominiert würde, falls sich ein Spieler verletzt", berichtete Ndjeng. Er hatte die Hand am WM-Ticket, einlösen durfte er es nicht.

    Trainer Paul Le Guen stellte es ihm frei, ob er gleich heim oder ob er noch mit ins zweite Trainingslager nach Portugal fliegen wolle. Ndjeng entschied sich für Portugal: "Die Qualität des Trainings ist da natürlich noch einmal gestiegen und so konnte ich auch meine Enttäuschung besser verarbeiten." Trainingseinheiten mit Weltstars wie Samuel Eto'o (Inter), Rigobert Song (Trabzonspor) oder Torhüter Carlos Kameni (Espanyol Barcelona) sind auch für einen Zweitliga-Profi ein wirksames Trostpflaster.

    Während Ndjeng sich nun in seiner Geburtsstadt Bonn ein paar Tage erholt und am Dienstag Ex-Teamkollege Jens Hegeler in Köln besuchte, fiebert Kamerun dem ersten Vorrundenspiel am Montag gegen Japan entgegen. Ndjeng traut seiner Mannschaft in der Gruppe E mit den Niederlanden, Dänemark und Japan einiges zu: "Wir kommen ins Achtelfinale und dann sehen wir weiter." Wer Weltmeister wird, wisse er nicht. "Ich hoffe, es wird Kamerun, aber meine Favoriten sind Spanien, Argentinien und - auch Deutschland."

    Die Weltmeisterschaft hält Ndjeng, dessen Mutter aus Deutschland und Vater aus Kamerun kommt, aber nicht nur sportlich für eine große Chance. "Es ist die erste WM auf dem Kontinent. Alle Blicke richten sich auf Afrika, da ist es wichtig, sich gut darzustellen." Wichtig sei es für die Außenstehenden, zwischen den einzelnen Staaten zu differenzieren. In Europa wirft ja auch niemand Deutschland und Italien in einen Topf.

    Er selbst fühlt sich als Deutscher mit afrikanischen Wurzeln: "Ich bin in Bonn geboren und hier aufgewachsen." Trotzdem hat er eine enge Verbindung zum Heimatland seines Vaters, das er das erste Mal mit drei Jahren besuchte: "Es ist wichtig für mich, meine afrikanischen Wurzeln näher zu kennen. Als Kind konnte ich nicht so einfach Urlaub in Duala (Anm. d. R., die zweitgrößte Stadt Kameruns) machen wie meine Freunde in Spanien." Von Robert Götz

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