Startseite
Icon Pfeil nach unten
Sport
Icon Pfeil nach unten
FC Augsburg
Icon Pfeil nach unten

FC Augsburg: Nach Aus von Sandro Wagner – Trainerwechsel ist eine Chance für viele Spieler

FC Augsburg

Der Trainerwechsel ist eine Chance für viele Spieler

  • |
  • |
  • |
  • |
    Phillip Tietz bekam zuletzt kaum Einsatzzeit. Ob er unter Manuel Baum eine Chance kriegt?
    Phillip Tietz bekam zuletzt kaum Einsatzzeit. Ob er unter Manuel Baum eine Chance kriegt? Foto: Witters

    Manchmal kann ein solcher Trainerwechsel eine Befreiung sein. Für den Klub, aber auch für einzelne Spieler. Vor allem, wenn sie in den Wochen und Monaten zuvor nicht in der Häufigkeit zum Einsatz kamen, die sie sich wünschten. Weil der bisherige Trainer ihnen nicht das Vertrauen schenkte. Weil er andere Akteure bevorzugte. Sandro Wagner hatte sein Gerüst für die Mannschaft des FC Augsburg jedenfalls gefunden.

    In der Offensive vertraute er den wuseligen „Zockern“, wie er sie nannte. Also den spielstarken Akteuren. Fabian Rieder etwa, oder Mert Kömür, Elias Saad und Alexis Claude-Maurice. Für die beiden Stoßstürmer Phillip Tietz oder Samuel Essende bedeutete das viele Bankaufenthalte. Wagner setzte zudem verstärkt auf Neuzugänge und auf junge Akteure. Anton Kade etwa hatte sich den Platz auf der rechten Seite gesichert, Robin Fellhauer spielte ohnehin immer und Han-Noah Massengo war der stabilisierende Faktor im zentralen Mittelfeld. Eigengewächs Noahkai Banks bekam das Vertrauen in der Innenverteidigung.

    Wie aber sieht es nun nach dem Trainerwechsel aus? Der FC Augsburg hatte sich am Montag von Wagner getrennt. Manuel Baum übernimmt zumindest mal für die drei vor der Winterpause anstehenden Partien die Trainerrolle. Womöglich mit neuen Ideen. Am Donnerstag gab sich der 46-Jährige zurückhaltend. Auch, um „sich nicht in die Karten schauen zu lassen“, wie er betonte. Bayer Leverkusen also soll am Samstag (15.30 Uhr) maximal überrascht werden. Von Auf- und Einstellung. Von der Herangehensweise.

    Baum hat beim FCA viele Gespräche geführt

    Baum kennt den Klub bestens. Bis 2019 war er schon einmal Cheftrainer bei den Augsburgern. Seit Sommer ist er zurück, allerdings in einer Rolle abseits des täglichen Trainingsgeschehens. „Leiter Entwicklung und Fußballinnovation“ ist seine Jobbeschreibung. Als solcher hatte er natürlich auch intensiv mit Trainerteam und Mannschaft zu tun. Das sollte ihm bei der jetzt anstehenden Aufgabe als vorläufiger Cheftrainer helfen.

    Baum kennt das Team – und seine Stärken, wie er betonte. „Grundsätzlich stellt man sich jede Woche die Frage: Wie schaffen wir es, am Wochenende das Spiel zu gewinnen?“, erklärte er. Da gehe es um das Befinden der eigenen Mannschaft, aber natürlich auch um den Gegner. „Man schaut, wie ist jeder Spieler drauf“, sagte Baum, „auch für sie ist es nicht einfach, wenn so etwas unter der Woche passiert.“ Ein Trainerwechsel bringt zunächst einmal Unruhe. Erst recht, wenn er überraschend kommt.

    Viele Gespräche habe Baum geführt. Um herauszufinden, „was die Mannschaft braucht, um eine Topleistung auf den Platz zu bringen“. Sicherheit und Stabilität möchte er seiner Mannschaft vermitteln. Vor allem defensive Kompaktheit wird es benötigen, nachdem zuletzt viele Gegentore stetige Begleiter des FCA-Teams waren. Ob er eine Systemumstellung plane, wollte Baum nicht verraten. „Man muss darauf schauen, welche Spieler man hat. Wo sind sie richtig gut und was passt am besten zu ihnen“, sagte der 46-Jährige.

    Wagner soll zuletzt gezweifelt haben. Am gemeinsamen Weg mit dem FC Augsburg, aber wohl auch an der Qualität seines Kaders. Immer mehr soll er sich die Frage gestellt haben, ob die zu seiner Idee des Fußballs passt. Baum wollte am Donnerstag nicht auf Wagners Vorstellungen für einen attraktiven Fußball eingehen. Er beschrieb nur seine eigene Herangehensweise für die Partie gegen Leverkusen: „Keep it simple“, sagte er. Es also einfach halten. Und damit womöglich anders als sein Vorgänger, der die Mannschaft mit seinen zahlreichen Ideen überfrachtet haben könnte.

    Finn Dahmen wird die Nummer eins bleiben

    Auch er selbst habe sich in den vergangenen sechs Jahren entwickelt, sagte Baum. Er erklärte es an einem Beispiel. Hätte er damals ein Buch über Fußball schreiben müssen, es wären „vielleicht 200 Seiten“ dabei herausgekommen. Jetzt käme er mit fünf Seiten aus. „Weil ich mittlerweile irgendwie das Gefühl habe, dass das viel einfacher ist, als man es glaubt“, sagte er.

    Baum weiß, dass einige Spieler jetzt wieder ihre Chance kommen sehen. Stürmer Tietz etwa, der mit seinen Qualitäten gegen Leverkusen durchaus helfen könnte. Oder Marius Wolf, Mads Pedersen und Arne Maier, die unter Wagner kaum mehr Berücksichtigung gefunden hatten. „Das liegt immer am Spieler selbst. Die Hoffnung müssen sie sich durch Leistung selbst machen“, sagt der FCA-Interimstrainer. Klar entscheide er am Ende, wer in der Startelf stehe. „Aber die Spieler haben maximalen Einfluss, was die Woche betrifft“, so Baum. Wer im Training überzeugt, erhöht seine Chancen. Baum betonte jedenfalls: „Ich bin da total unvoreingenommen.“

    Auf einer Position aber legte sich der 46-Jährige bereits fest. Finn Dahmen wird trotz einiger Wackler zuletzt weiterhin im Tor stehen. Als klare Nummer eins. „Ein Torwart braucht einfach Sicherheit, die geben wir ihm weiterhin“, sagte Baum.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren