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FC Augsburg: Herbe Klatsche für den FCA: 0:4-Auswärtsniederlage in Heidenheim

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Herbe Klatsche für den FCA: 0:4-Auswärtsniederlage in Heidenheim

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    Augsburgs Elvis Rexhbecaj (l) und Augsburgs Fredrik Jensen (r) reagieren unzufrieden.
    Augsburgs Elvis Rexhbecaj (l) und Augsburgs Fredrik Jensen (r) reagieren unzufrieden. Foto: Harry Langer, dpa

    Eigentlich hatte der FC Augsburg gute Erinnerungen an die Ostalb. Gegen den 1. FC Heidenheim hatte Jess Thorup eine gelungene Premiere als FCA-Trainer erlebt. Vor einem Jahr münzte sein Team einen 0:2-Rückstand noch in einen 5:2-Sieg um und startete eine kleine Erfolgsserie. Auch im Bundesliga-Duell am Sonntag lag der FC Augsburg zwischenzeitlich mit 0:2 zurück, doch diesmal schafften es die Gäste nicht, die Partie noch zu ihren Gunsten zu drehen. Die Heidenheimer, die mit ausreichend Rückenwind aus ihren siegreichen Einsätzen in Bundesliga und der Conference League aufliefen, ließen sich nicht noch einmal düpieren. Sie gewannen ungefährdet mit 4:0 dank der Tore von Paul Wanner (9./Elfmeter), Leo Scienza (30.), Adrian Beck (69.) und Maximilian Breuning (74.).

    Vor der Partie wurde erst einmal Ex-FCA-Spieler Niklas Dorsch an alter Wirkungsstätte herzlich zurück empfangen. Dessen Last-Minute-Transfer war am Freitagabend noch über die Bühne gegangen und hatte vor allem den Heidenheimer Vorstandsvorsitzenden Oliver Sanwald gehörig ins Schwitzen gebracht. Während dieser bei der Europapokalauslosung in Monaco weilte – ein ohnehin schon erhebender Moment für den Verein – regelte er nebenher am Telefon mit seinem Trainer noch die Rückkehr des Augsburger Mittelfeldspielers. Dorsch hatte schon von 2018 bis 2020 in Heidenheim gespielt. Fast nebenbei erfuhr Sanwald im Rahmen der Auslosung, dass unter anderem der britische Traditionsverein FC Chelsea auf die Ostalb kommen wird. „Dieser Tag wird in die Geschichtsbücher eingehen“, kommentierte Sanwald die aufregenden Stunden, bevor ihn am Sonntag der Bundesliga-Alltag zurück hatte.

    Heidenheims Trainer Frank Schmidt beweist ein glückliches Händchen

    Und da begrüßte Niklas Dorsch schon ganz viele bekannte Gesichter im Heidenheimer Stadion, lief gegen seinen frisch gebackenen Ex-Klub aber noch nicht auf. Trotzdem zollten die Gastgeber ihren Einsätzen auf internationaler Ebene schon Tribut, auf sieben Positionen hatte Frank Schmidt Änderungen vorgenommen. Besonders mit der Hereinnahme von Wanner, Föhrenbach und Sczienza bewies er ein äußerst glückliches Händchen.

    Bei den Augsburgern setzte Trainer Jess Thorup hingegen fast komplett auf sein Personal wie beim 2:2 gegen Bremen. In der Defensive änderte der Coach nichts, beschäftigte Mads Pedersen weiterhin als rechten Außenverteidiger und wahrte sich die Option, Neuzugang Marius Wolf erst im Laufe der Partie zu bringen. Nur im Mittelfeld fehlte ihm der zum Wochenschluss noch für elf Millionen Euro zu Celtic Glasgow abgewanderte Arne Engels. Auf dessen Position hinter den beiden Spitzen Phillip Tietz und Samuel Essende sollte sich der Finne Fredrik Jensen bewähren.

    Elfmeter-Dilemma beim FC Augsburg setzt sich fort

    Kaum war die Partie angepfiffen, ging allerdings das Elfmeter-Dilemma für den FC Augsburg, das gegen Bremen begonnen hatte, weiter. Weil Keven Schlotterbeck einen Schuss mit dem Ellenbogen abwehrte, folgte auch hier der erneut umstrittene Hand-Elfmeterpfiff. Wenn auch verzögert, weil Schiedsrichter Martin Petersen erst über den VAR aufgefordert wurde, sich am Bildschirm von der Notwendigkeit des Strafstoßes zu überzeugen. Nach Ansicht der Bilder war er überzeugt. FCA-Torhüter Labrovic sah sich mit Paul Wanner konfrontiert, jenem jungen Senkrechtstarter der Heidenheimer, der bisher in jedem Pflichtspiel für den 1. FC getroffen hat. Auch gegen den FCA zeigte sich der 18-jährige Leihspieler des FC Bayern abgebrüht wie ein Routinier und versenkte den Ball mit links sicher zur 1:0-Führung für Heidenheim (9.).

    FCA-Spieler Schlotterbeck bekam sich nach dem Spiel angesichts der Elfmeter-Entscheidung kaum mehr ein. Eine kleine Bewegung, einen minimalen Kontakt, habe es zwar gegeben, sagte er, wertete dies aber als normale „Fußballbewegung“. „Die Schiedsrichter wissen langsam selber nicht mehr, was sie pfeifen. Es ist fürchterlich und traurig, dass du dann so ein Gegentor bekommst.“ In der vergangenen Woche habe es in einer vergleichbaren Situation keinen Elfmeter für den FCA gegeben, dieses Mal habe man einen gegen sich erhalten, wütete Schlotterbeck weiter: „Zwei komplett unterschiedliche Auffassungen“, lamentierte er. „Heute bekommen wir einen Scheiß-Elfmeter, ich könnte das Mikrofon abbeißen.“

    Dementsprechend angefressen brauchten die Augsburger eine Weile, um diesen frühen Rückschlag zu verdauen. Dann aber erhöhten sie den Druck und kamen ihrerseits zu guten Chancen, denen allerdings die letzte Genauigkeit fehlte. So schossen Maier (16.), Rexhbecaj und Schlotterbeck (27.) entweder vorbei oder ans Aluminium. Ordentlicher zielte hingegen Heidenheim in der 30. Minute. Der von der FCA-Defensive ziemlich allein gelassene Leo Scienza nutzte eine hohe Vorlage von Pieringer zu einem satten Schuss. Labrovic kam zu spät, um das 0:2 noch zu verhindern. Da half es dann auch nichts, dass der FCA zur Halbzeit in der Statistik mit mehr Torschüssen und mehr Ballbesitz glänzte.

    Auch in der zweiten Halbzeit kann der FC Augsburg das Spiel nicht drehen

    FCA-Coach Thorup sah Handlungsbedarf, brachte nach der Pause für den schwächer werdenden Jensen Ruben Vargas, für Pedersen kam Wolf. Später ersetzte Neuzugang Steve Mounié (von Stade Brest) Stürmer Phillip Tietz. Bis auf eine Chance von Vargas brachte das wenig. Der FCA mühte sich, doch auch Mounié und Schlotterbeck vergaben. Stattdessen klingelt es zum dritten Mal in Labrovics´ Kasten. Paul Wanner eroberte sich keck den Ball und bediente präzise Adrian Beck, der ungerührt an Labrovic vorbei zum 3:0 (69.) einschob. Das Signal zum Kompletteinbruch des FCA, der sich nur fünf Minuten später den nächsten Fehler in der eigenen Defensiv leistete. Der frisch eingewechselte Breuning traf nach einem gelungenen Konter aus kurzer Distanz gegen Labrovic zum 4:0 (74.). Und der FCA durfte froh sein, bis zum Abpfiff nicht noch mehr bekommen zu haben.

    Hier können Sie das Spiel im Ticker nachlesen.

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