Es war der nächste Nackenschlag. Ein überraschender, weil in den Wochen zuvor ein Trend nach oben beim FC Augsburg zu erkennen war. In der inhaltlichen Arbeit und mit dem Sieg gegen Hamburg vor einer Woche auch in einem Ergebnis. Das 0:3 am Samstag in Hoffenheim aber hat wieder große Zweifel am Weg der Augsburger geweckt. So große Zweifel offenbar, dass nun auch der Verein reagiert hat – seit Montagnachmittag ist klar, dass sich der FCA von Sandro Wagner als Trainer trennt. Doch die Verantwortung liegt nicht alleine bei ihm.
Die erste Halbzeit gegen Hoffenheim war in weiten Teilen eines Bundesligisten nicht würdig. Weil Einsatz und Wille fehlten. Weil die Augsburger immer einen Schritt langsamer waren als die spielfreudigen Gastgeber. Und weil sie in der Summe etliche Kilometer weniger gelaufen waren als die TSG. Probleme, die dem Trainer zuzuschreiben sind?
Sandro Wagner muss gehen: Das waren seine Vorgänger als FCA-Trainer
In erster Linie sind die Spieler auf dem Feld für ihr Auftreten verantwortlich. Ihnen fehlten am Samstag wichtige Elemente für ein Bundesligaspiel, wie einige Akteure hinterher selbst zugaben. Einsatzbereitschaft, Wille und Galligkeit. Sandro Wagner vermisste zudem eine gewisse Eigenverantwortlichkeit. Also das richtige Reagieren in bestimmten Situationen. Ein Trainer kann viel vorgeben, aber gegen flexible Teams wie Hoffenheim eben nicht alles.
Sandro Wagner entlassen: Zweifel an einer nachhaltigen Entwicklung des FCA
Andererseits zeigten die Augsburger solch eine Nicht-Leistung in dieser Saison schon öfter. Die Auftritte gegen Leipzig und Mainz in der Liga sowie im Pokal gegen Bochum waren ebenso ernüchternd wie erschreckend. Dass die erste Hälfte gegen Hoffenheim ähnliche Muster erkennen ließ, lässt Zweifel an einer nachhaltigen Entwicklung aufkommen. Und die steht im Verantwortungsbereich des Trainers – jetzt: stand.
Wagner stellte sich häufig vor seine Mannschaft und die Spieler. Verteidigte sie auch nach schwachen Partien. Am Samstag aber äußerte er klare Kritik. Sprach davon, den Konkurrenzkampf noch stärker beleben zu wollen. Weil er wohl von der Einstellung ebenso überrascht wie enttäuscht war. Bei den letzten drei Partien in diesem Kalenderjahr kann Wagner dem FCA zuschauen. Die Gegner sind herausfordernd, Punkte sind dennoch nötig. In der Verantwortung steht jetzt schon ein anderer.
Anmerkung der Redaktion: Dieser Kommentar wurde nach dem Bekanntwerden von Wagners Rauswurf aktualisiert – die These aber ist geblieben: Auch die Mannschaft trägt Verantwortung.
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