Es waren Bilder voller Ekstase, Freudentränen und Stolz, die Calvin Brackelmann am Donnerstag auf seinem Instagram-Kanal mit der Fußballwelt teilte. Schnappschüsse der ausgelassenen Aufstiegsfeier des SC Paderborn bildeten den Rahmen für eine emotionale Botschaft. Der 26-jährige Brackelmann bedankte sich bei den Fans, dem Team und dem gesamten Verein für eine unvergessliche Zeit. Doch mit dem Bundesligaaufstieg sei sein Weg mit den Ostwestfalen abgeschlossen. Der 1,96-Meter-Hüne wird sein großes Ziel, die Bundesliga, nicht mit dem SC Paderborn, sondern mit dem FC Augsburg Realität werden lassen. Am Freitag, um kurz nach 12 Uhr, machte der FCA den Transfer offiziell. Der Innenverteidiger kommt ablösefrei vom Bundesliga-Aufsteiger und erhält beim FCA einen Vertrag bis 2030.
„Wir freuen uns, dass sich Calvin Brackelmann für den FC Augsburg entschieden hat. Mit seiner Schnelligkeit, Größe und Dynamik gibt er uns zusätzliche Optionen für unser Spiel und passt hervorragend zu unserem Weg beim FCA“, wird FCA-Sportdirektor Benjamin Weber in der Pressemitteilung zitiert. „Bereits in den ersten Gesprächen wurde mir klar, dass der FC Augsburg perfekt zu mir passt. Ich hatte von Beginn an ein sehr gutes Gefühl und möchte beim FCA den nächsten Schritt machen. Ich freue mich schon jetzt auf die neue Saison, möchte mich schnell in mein neues Umfeld einfinden und der Mannschaft mit guten Leistungen sportlich weiterhelfen“, ließ sich Brackelmann zitieren.
Eine Vorlage von Calvin Brackelmann in der Relegation gegen den VfL Wolfsburg
Brackelmann hinterlässt beim SCP eine gewaltige Lücke. Trotz kleinerer Verletzungspausen und einer Rotsperre war der robuste und dynamische Innenverteidiger in der Aufstiegssaison eine absolute Bank in der Defensive. In der nervenaufreibenden Relegation gegen den VfL Wolfsburg (0:0 und 2:1 n.V.) bereitete Brackelmann etwa den Treffer zum 1:1 vor.
FCA-Sportdirektor Benjamin Weber holte Brackelmann zum SC Paderborn
Dass der FC Augsburg in diesem Transferpoker das Rennen gemacht hat, ist das Resultat einer alten, erfolgreichen Verbindung: FCA-Sportdirektor Benjamin Weber kennt den Abwehrriesen bestens. Im August 2023 lotste Weber in seiner damaligen Funktion als Paderborner Sportchef den gebürtigen Lüneburger am letzten Tag der Transferperiode vom Drittligisten FC Ingolstadt 04 nach Ostwestfalen.
Der Wechsel nach Paderborn im Jahr 2023 hatte für Brackelmann damals wohl vor allem familiäre Gründe – dem bodenständigen Norddeutschen, der in seiner Jugend unter anderem beim Hamburger SV, Hansa Rostock und dem 1. FC Köln ausgebildet wurde, ist das private Umfeld wichtig. Er gilt als reflektierter Familienmensch, der im Profigeschäft einen langen Atem beweisen musste. Nach Stationen bei den Regionalligisten SV Rödinghausen und VfB Lübeck sowie einem überwundenen Kreuzbandriss kämpfte er sich Schritt für Schritt nach oben.
Wie hart im Nehmen der Profi ist, bewies er erst Anfang 2026, als er nach einem schweren Sturz in Kiel mit einer Gehirnerschütterung benommen liegen blieb, sich aber nur drei Wochen später bereits wieder auf dem Platz zurückmeldete.
Transfercoup des FCA: Brackelmann kommt ablösefrei
Für die Augsburger ist die Verpflichtung ein absoluter Transfer-Coup. Einen modernen, defensivstarken Innenverteidiger mit großem Entwicklungspotenzial ablösefrei zu bekommen, ist auf dem heutigen Markt eine Seltenheit. Brackelmann bringt eine wichtige Facette mit, die im Kader der Fuggerstädter extrem gesucht ist: Er ist Linksfuß.
Keven Schlotterbeck will den FCA wohl verlassen
Ein FCA-Profi scheint nun auf diesen Transfer zu reagieren. Keven Schlotterbeck, lange Stammspieler, zuletzt aber nicht mehr berücksichtigt, will den Verein trotz eines laufenden Arbeitspapiers bis 2028 wohl verlassen. Der Kicker berichtete zuerst. Zudem wird Arthur Chaves nach seiner Leihe zur TSG 1899 Hoffenheim zurückkehren. Ohne Schlotterbeck und Chaves hätte der FCA mit Cedric Zesiger, Jeffrey Gouweleeuw, Chrislain Matsima, Noahkai Banks, Felix Meiser und jetzt Brackelmann sechs Innenverteidiger unter Vertrag.
Gerüchte um FCA und Marton Dardai und Fabio Gruber
Doch es könnte noch Veränderungen geben. Bei dementsprechenden Angeboten könnten eventuell Banks und Matsima den Klub im Laufe der Transferperiode noch verlassen. Mit dem Brackelmann-Transfer hat Benjamin Weber aber eine erste Vorsorge getroffen. Doch der Sportdirektor hält wohl den Markt für weitere Verstärkungen im Blick: So soll sich der FCA intensiv mit Márton Dárdai (Hertha BSC) und Fabio Gruber vom 1. FC Nürnberg beschäftigen.
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