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FC Augsburg will gegen RB Leipzig Wiedergutmachung für 0:6-Niederlage

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FCA-Trainer Manuel Baum nutzt Sandro-Wagner-Debakel als Motivationshilfe

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    Auf FCA-Trainer Manuel und sein Team wartet in Leipzig eine schwere Aufgabe.
    Auf FCA-Trainer Manuel und sein Team wartet in Leipzig eine schwere Aufgabe. Foto: Swen Pförtner, dpa

    Seine Rückkehr nach Leipzig hat sich Manuel Baum ganz anders vorgestellt. Zwei Jahre, von Juni 2023 bis Juni 2025, hatte er das Nachwuchsleistungszentrum vom RB Leipzig geleitet, ehe er im Sommer als Leiter Innovation und Entwicklung zurückkehrte. Und auch in dieser Position war das Auswärtsspiel des FCA am Samstag (15.30 Uhr, Sky) eingeplant. „Ich habe sehr viele Freunde auch in Leipzig gewonnen, deswegen wäre das auf jeden Fall ein Spiel gewesen, bei dem ich – ein paar Etagen höher – dabeigewesen wäre“, erzählte Baum bei der Pressekonferenz. Und benutzte den Konjunktiv. Denn nun sitzt er nicht auf der Tribüne, sondern steht als Bundesliga-Trainer unten an der Seitenlinie. „Ich habe heute im Auto, als ich (zum Training) hergefahren bin, nochmal drüber nachgedacht: Ich hätte niemals gedacht, dass ich unten auf dem Rasen stehe.“

    FCA punktgleich mit Bayern München und Borussia Dortmund auf Platz drei

    Tut er aber. Anfang Dezember hatte er Sandro Wagner als Trainer abgelöst. Seitdem hat sich der FCA vor allem in der Rückrunde von einem Nachzügler zu einem der Streber in der Bundesliga gemausert. Nur eines der letzten acht Spiele hat man verloren (in Mainz). In der Rückrunden-Tabelle steht der FCA mit 16 Zählern nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz gegenüber Bayern und Dortmund auf Platz drei.

    Im Gesamtklassement kann man den FCA als Tabellenneunten mit 31 Punkten, je nach Betrachtungsweise, als ein Topteam aus dem Verfolgerfeld um die Teilnahme an der Conference League sehen oder als Spitzenreiter im Abstiegskampf. Für Manuel Baum stellt sich die Frage nicht: „Ich bin kein Tabellenmensch“, sagte er. „Es ist zwar schön, wenn man mal hinschaut und da steht eine einstellige Zahl vor dem FC Augsburg. Aber am Schluss haben wir uns mit der Mannschaft so geeinigt, dass wir das Thema Tabelle herauslassen und uns immer nur auf die drei Punkte konzentrieren.“

    Damit fährt der FCA zurzeit ausgezeichnet. Mit einem Sieg in Leipzig könnte der FCA sogar den Vereinsrekord von vier Siegen in Folge einstellen. Und drei Punkte zu holen, ist auch das Ziel, wie Baum am Donnerstag betonte.

    Sandro Wagner ließ den FCA in ein 0:6 gegen RB Leipzig stürmen

    Ein sehr ambitioniertes Ziel, auch für eine Mannschaft, die dem FC Bayern in der Allianz-Arena die bisher einzige Saisonniederlage beibrachte. Allerdings spricht die Statistik klar dagegen. Seit 16 Spielen hat der FCA gegen RB nicht mehr gewonnen. Und dann gibt es ja noch die 0:6-Pleite aus dem Hinspiel Ende Oktober. Da hieß der Trainer noch Sandro Wagner und der ließ sein Team mit seinem unbedarften Hurra-Stil ins sportliche Verderben stürmen. 0:3 stand es nach 22 Minuten, 0:4 zur Halbzeit, 0:6 beim Schlusspfiff.

    Manuel Baum nutzt das Leipzig-Debakel als Motivationshilfe

    Es war die höchste Heimniederlage, die der FCA seit dem Bundesliga-Aufstieg 2011 einstecken musste. Ein Desaster. Baum machte das Beste daraus und nutzt das historische Debakel jetzt als spezielles Motivationsmittel. Während der Trainingswoche erinnerte er seine Spieler bewusst an die Heimblamage gegen RB in der Hinrunde. „Dieses 0:6 hängt uns tatsächlich noch in den Klamotten“, erklärte Baum. Baum, der Pädagoge und nicht Baum, der Trainer, beließ es bei der Erwähnung. Ein Video mit Bildern der Blamage zeigte er nicht. „Das ist mit Sicherheit Motivation genug, dass wir in Leipzig einfach das wiedergutmachen wollen – idealerweise mit einem Sieg auswärts.“

    Was auf sein Team zukommt, weiß Baum nur zu gut, schließlich war er zwei Jahre bei RB. Doch er hat gelernt, Dinge auf den Kern zu reduzieren: „Am Schluss geht es darum: Wie verteidigen wir die Stärken der Leipziger? Wie können wir Tore schießen? Wir wissen, wir werden mit Sicherheit sehr hoch angelaufen. Wir werden früh unter Druck gesetzt. Welche Lösungen haben wir da?“

    Bayern-Bezwinger Arthur Chaves ersetzt den gelb-gesperrten Cedric Zesiger

    Sicher ein schnelles Umschaltspiel und eine stabile Dreierkette. Und da kommt Arthur Chaves ins Spiel. Der Brasilianer wird den gelbgesperrten Cedric Zesiger ersetzen. Der Leihspieler aus Hoffenheim saß nach starkem Einstand, unter anderem mit einem Tor beim 2:1-Sieg beim FC Bayern, zuletzt draußen. Baum: „Arthur passt besser gegen Teams, gegen die es viel ums Verteidigen geht.“ Also gegen RB. Baum muss aber nicht nur auf Zesiger und die Langzeitverletzten Jeffrey Gouweleeuw und Chrislain Matsima verzichten, sondern auch auf Yannik Keitel (Schleimbeutelentzündung) und Uchenna Ugundu (Sprunggelenkverletzung).

    Aktive Fan-Szene boykottiert wie immer das Auswärtsspiel bei RB Leipzig

    Verzichten müssen Baum und sein Team am Samstag auch auf eine lautstarke Unterstützung. Deutlich unter 500 Anhänger begleiten das Team nach Sachsen. Denn die aktive Fan-Szene boykottiert traditionell das Spiel bei RB Leipzig aus Protest gegen das aus ihrer Sicht Kommerz-Produkt RB. Die Ultras fahren dafür in der Regionalliga mit dem FCA II zum Auswärtsspiel bei der DJK Vilzing. Vielleicht auch nicht so verkehrt, denn der FCA II kämpft gegen den Abstieg.

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