Drei Siege in der Bundesliga in Folge, gemeinsam mit dem großen FC Bayern und Borussia Dortmund das beste Team der Rückrunde: Der FC Augsburg hat gerade so etwas wie einen Lauf. Manch ein Fan dürfte sogar schon Richtung der europäischen Plätze schielen.
FCA-Trainer Manuel Baum aber muss von Spiel zu Spiel denken. Am Samstag tritt sein Team auswärts bei RB Leipzig an (15.30 Uhr, Sky), dem Tabellen-Fünften und Anwärter auf die Champions-League-Plätze. Einfach dürfte es für die Augsburger dort also nicht werden, die Siegesserie auszubauen. Bei der Pressekonferenz vor dem Spiel sprach Baum am Donnerstag …
… über das Personal des FCA, das gegen RB Leipzig zur Verfügung steht:
„Neben Jeffrey (Gouweleeuw, d. Red.) und Chrislain (Matsima), die nach wie vor draußen sind, hat Zesiger seine fünfte Gelbe Karte bekommen, ist also auch nicht mit dabei. Yannick Keitel laboriert noch an der Schleimbeutel-Entzündung, deswegen ist er auch nicht mit dabei. Ogundu hat sich leider gestern im Training verletzt, am Sprunggelenk, deswegen ist er auch nicht dabei. Und dann haben wir noch zwei leicht Angeschlagene, bei denen es aber ganz gut aussieht, wo ich noch nichts dazu sagen möchte. Am Schluss sind aktuell fünf Spieler raus. Ansonsten freuen wir uns auf das nächste Spiel gegen die Leipziger. Ich glaube, jeder hat noch das Ergebnis aus dem Hinspiel im Kopf. Ich habe es der Mannschaft heute auch nochmal gezeigt: dieses 0:6, das uns tatsächlich noch in den Klamotten hängt. Und das ist mit Sicherheit Motivation genug, dass wir in Leipzig einfach das wiedergutmachen wollen – idealerweise mit einem Sieg auswärts.“
… darüber, wer Cédric Zesiger ersetzen wird:
„Für Zesiger wird Arthur Chaves spielen, der rutscht dann rein. Keitel wäre natürlich eine zweite Option gewesen, der jetzt aber auch nicht kann. Insofern werden Chaves, Schlotterbeck und Banks die voraussichtliche Dreierkette sein.“
... darüber, warum Chaves zuletzt draußenbleiben musste:
„Ich finde, dass der Arthur extrem gegen solche Mannschaften passt wie jetzt Leipzig und Dortmund oder Stuttgart, wo es halt ganz viel ums Verteidigen geht. Und unser Kader ist ja so aufgebaut, dass wir sehr verschiedene Stärken haben. Gegen Mannschaften, gegen die man etwas mehr Ballbesitz hat, tut uns auch mal gut, einen Linksfuß links und einen Rechtsfuß rechts zu haben und deswegen macht es total Sinn, dass der Arthur das Spiel spielt und das war der Grund für die anderen Spiele.“
… darüber, ob er auch in seiner eigentlichen Funktion beim FCA mit nach Leipzig gefahren wäre, wo er zuvor Leiter des Nachwuchsleistungszentrums war:
„In meiner anderen Rolle haben wir vereinbart, dass ich bei den Heimspielen immer dabei bin. Und bei den Auswärtsspielen kommt es darauf an, wie die Nachwuchsmannschaften am Wochenende spielen. Ich habe sehr viele Freunde auch in Leipzig gewonnen, deswegen wäre das auf jeden Fall ein Spiel gewesen, bei dem ich – ein paar Etagen höher – dabeigewesen wäre. Ich habe heute im Auto, als ich hergefahren bin, nochmal darüber nachgedacht: Ich hätte niemals gedacht, dass ich unten auf dem Rasen stehe. Ich war in meiner Zeit bei Leipzig ein, zwei Mal da unten, als wir Vizemeister geworden sind mit der U17 oder uns erstmalig mit dem Nachwuchs für das Youth-League-Achtelfinale qualifiziert haben. Ich kenne viele. Und ich freue mich schon auf das Wiedersehen mit den Menschen dort.“
… ob der FCA eher Verfolger des Conference-League-Platzes oder Spitzenreiter im Abstiegskampf ist:
„Ich bin kein Tabellenmensch. Es ist zwar schön, wenn man mal hinschaut und dann dort eine einstellige Zahl vor dem FC Augsburg steht. Aber am Schluss haben wir uns mit der Mannschaft so geeinigt, dass wir dieses Thema Tabelle rauslassen und uns nur auf drei Punkte immer konzentrieren. Am meisten interessiert uns die Tabelle am 34. Spieltag und dass wir nächstes Jahr wieder Bundesliga spielen.“
… über den Stand bei Fellhauer, Banks und Keitel:
„Yannik Keitel ist ein wenig schwierig zu sagen, das ist etwas Entzündliches. Das kann nächste Woche auch schon wieder sein, das kommt ein bisschen darauf an, wie er auf die Medikation reagiert. Und Fellhauer und Banks sind Stand heute spielfähig.“
… darüber, was den FCA in Leipzig erwartet:
„Eine unfassbar hohe individuelle Qualität. Ein sehr laufstarkes, aggressives Mittelfeld. Führungsspieler wie Willi Orban, der die Mannschaft lenkt und leitet. Zwei hochaggressive Außenverteidiger mit David Raum und Ridle Baku, die immer wieder hinter unserer Abwehrkette auftauchen werden. Also eine flexible, hochintensive Mannschaft mit einer hohen individuellen Qualität, die wir im Zaum halten müssen und wollen. Und wir haben es dieses Jahr ja auch schon zwei Mal bewiesen, gegen Leverkusen und Bayern, dass wir dazu in der Lage sind.“
… was im Vergleich zum 0:6 in der Hinrunde besser gemacht werden muss:
„Am Schluss geht es darum: Wie verteidigen wir die Stärken der Leipziger? Wie können wir Tore schießen? Weil wir wissen, wir werden mit Sicherheit sehr hoch angelaufen werden. Wir werden früh unter Druck gesetzt werden. Welche Lösungen haben wir da?“
… darüber, was er sich mit dem FCA bei RB Leipzig vorgenommen hat:
„Das ist zwar vielleicht eine unbefriedigende Antwort, aber: drei Punkte holen.“
… darüber, was Keven Schlotterbeck ausmacht und ob er Symbol des Höhenflugs ist:
„Kevin ist halt einer von vielen, die Teil des Ganzen sind. Er ist in meinen Augen ein Führungsspieler. Was macht ihn dazu? Alter, Erfahrung in der Bundesliga, Kommunikation, auch mal in der Mannschaft Sachen in der Kabine sofort anzusprechen, wenn irgendetwas nicht aufs Ziel einzahlt, plus natürlich: auch die Leistung, die er bringt. Insofern wundert es mich gerade nicht, dass er so gut ist, wie er jetzt gerade auf dem Platz performt. Aber auch das Drumherum gefällt mir richtig gut.“
… darüber, wie er Rodrigo Ribeiro begleitet, damit er weiter starke Leistungen bringt:
„Natürlich versuche ich immer, Verhalten zu interpretieren – also empathisch zu sein, könnte man auch sagen. Und ihn zu beobachten, wie er mit der Situation umgeht. Er ist halt über das Umfeld, aus dem er kommt – sein Vater war Profi, sein Bruder ist es auch –, schon von zu Hause so gut eingestellt und aufgestellt, dass ich da gar nicht großartig intervenieren muss. Und das zweite, das zeichnet auch unsere Mannschaft aus: dass die selbst, wenn sie etwas feststellen, mit ihm auch thematisieren. Klar, ich beobachte das. Und wenn es für mich irgendwelche Indikatoren gibt, dass ich da mal reinmüsste, dann würde ich das auch machen. Aber aktuell lasse ich ihn lieber in Ruhe und er soll so weiterspielen.“
… darüber, ob sich seine Mannschaft jetzt richtig gefunden hat:
„Für mich gibt es da drei Stufen, wenn ich von einem Team rede. Die erste Stufe ist ein Haufen, die zweite ist eine Gruppe, und die dritte ist ein Team. Und wenn man in meiner Welt ein Team definieren würde, dann hat ein Team ein gemeinsames Ziel, jeder übernimmt für sich und den anderen Verantwortung. Und das Dritte ist, dass man einfach eine Verbindung zwischen einander hat. Das ist aber nicht auf einmal da, sondern man muss unfassbar viel investieren, dass man überhaupt zum Team wird. Also zum einen die richtigen Leute holen, zum anderen gewisse Werte und eine Kultur einführen. Und zum anderen – das kennen wir aus der Familie – immer wieder investieren. Immer wieder auf die Werte und die Kultur einzahlen, dass es halt ein Team bleibt. Gerade im Fußball gibt es von Woche zu Woche Erlebnisse, die so einschneidend sind, dass der eine oder andere aus dem Team mal kurz wegbricht, weil eine Enttäuschung vielleicht da ist, weil er nicht spielt. Oder weil man sich im Team überhöht, weil man viele gute Leistungen bringt und dann fällt der Name die ganze Zeit. Und da habe ich schon das Gefühl, dass wir aktuell ein Team sind. Wir müssen aber zwingend weiterhin investieren, weil ich finde, so eine gute Leistung auf dem Platz beginnt immer mit der Kabine und nicht erst, wenn man auf dem Platz ist.“
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