Der FC Bayern München und Qatar Airways beenden ihre Zusammenarbeit. Das berichten der Münchner Merkur und Bild übereinstimmend. Demnach wird der laufende Sponsorenvertrag, der am 30. Juni endet, nicht verlängert. "Die Verbindungen, die der FC Bayern durch Qatar Airways mit seinen Fans in der arabischen Welt knüpfen konnte, werden bleiben. Beide Partner haben aktiv einen Austausch zwischen den Kulturen gefördert", heißt es in einer Mitteilung des FC Bayern.
Bayern-Boss Jan-Christian Dreesen erklärte, dass der FC Bayern München und Qatar Airways "erfolgreich zusammengearbeitet und voneinander gelernt", hätten. "Dafür möchte ich mich bei Akbar Al Baker, dem CEO von Qatar Airways, bedanken."
FC Bayern und Qatar Airways: Zusammenarbeit überraschend beendet
Die Airline aus Katar ist seit dem 1. Juli 2018 offizieller Partner des FC Bayern. Für diesen Status blätterte Qatar Airways pro Jahr 25 Millionen Euro hin. Die Trennung kommt nun überraschend. Bayern-Präsident Herbert Hainer hatte vor knapp zwei Wochen erklärt, dass Gespräche über eine Vertragsverlängerung geführt werden. "Es geht uns neben finanziellen und den rechtlichen auch um die sozialen Aspekte. Wir reden mit Qatar Airways, und dann schauen wir, was dabei rauskommt", sagte Hainer. Nun weiß man also, was dabei rauskam.
Die Kooperation des deutschen Rekordmeisters mit der Fluglinie hatte von Beginn an für Kritik gesorgt, was vor allem mit Menschenrechtsverletzungen in Katar zu tun hat.
Kooperation zwischen FC Bayern und Qatar Airways hatte für viel Kritik gesorgt
Besonders scharf war die Kritik aus den eigenen Fan-Reihen. Einer der schärfsten Kritiker zeigt sich nun erleichtert. "Unglaubliche Neuigkeiten heute Morgen! Das kam völlig unerwartet, ist aber umso schöner! Vielen Dank an alle Unterstützer, die sich gegen das Sponsoring engagiert haben. Gemeinsam sind wir stark!", schrieb Bayern-Fan Michael Ott auf Twitter. Er hatte unter anderem bei der Jahreshauptversammlung 2021 als Redner harsche Kritik an der Vereinsführung des FC Bayern geübt.
"Ihr Auftritt war peinlich! Das ist der Fußballklub Bayern München und nicht die Generalversammlung von Amnesty International!", hatte Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß nach Otts Auftritt geschimpft. Die Kritik hatte das nicht verstummen lassen, im Gegenteil: In der Allianz Arena tauchen bei Heimspielen der Münchner immer wieder Plakate gegen das Engagement mit Qatar Airways auf. "Staatsbesuche, Trainingslager, tausende Tote für WM-Jubel. Besser geht’s nur dem eigenen Gewissen, Uli H.!", war im September 2022 auf einem dieser Plakate zu lesen.