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Hoeneß und Breitner: Gute Freunde kann niemand trennen

Hoeneß und Breitner: Gute Freunde kann niemand trennen
Kommentar Von Tilmann Mehl
23.10.2018

Paul Breitner wendet sich von Uli Hoeneß ab. Scheinbar. Denn klar ist auch: Gute Freunde kann niemand trennen.

Männer-Freundschaften brechen nicht auseinander. Sie ruhen vielleicht mal, aber sie brechen nicht. Tun sie es doch, war es keine echte Freundschaft.

Ernsthafte Sorgen um die Beziehung zwischen Paul Breitner und Uli Hoeneß sind daher nicht angebracht. Nachdem der Bayern-Patron Medien und Ex-Spielern in der Öffentlichkeit eindringlich empfohlen hatte, sich künftig sorgsam über den größten und besten Klub Deutschlands zu äußern, kamen Breitner leichte Zweifel an den Ausführungen seines Spezls. „Was den Uli angeht: Ich verstehe vieles nicht, was dort passiert ist. Karl-Heinz kommt vorbereitet da rein, bringt das Grundgesetz vor, und zehn Minuten später tritt der neben ihm dieses Grundgesetz – und das schon seit einem halben Jahr – mit Füßen.“ Die beiden interpretieren das Grundgesetz möglicherweise schlicht unterschiedlich. Kann mal passieren. Deutschlands größte Tageszeitung befürchtet allerdings das Ende der Freundschaft. „Breitner bricht mit Hoeneß“, titelt die Bild. Dabei sang doch schon der Kaiser, dass gute Freunde niemand trennen kann. Schon gar keine Lappalie wie das Grundgesetz.

Breitner und Hoeneß teilten vor über 30 Jahren das Bett bei Auswärtsfahrten des FC Bayern. Sie ließen sich eine Saison (1978/79) von einer Filmkamera begleiten, als der Begriff Doku-Soap noch nicht ersonnen war. Sie stritten sich, als der Manager Hoeneß dem Spieler Breitner auf einmal weisungsbefugt war. Sie versöhnten sich – wie das Männer nun mal einfach so tun.

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Und das soll es jetzt gewesen sein? Ein bisschen „Scheißdreck“ (Hoeneß über Bernat), ein wenig „geisteskrank“ (Hoeneß über Bellarabis Foul) und Schluss?

Breitner ist seit jeher der Gegenentwurf zu Hoeneß/Rummenigge/Beckenbauer. Posierte mit Mao-Bibel. Gab den Revoluzzer mit verwegener Gesichtsbehaarung. Ein bärtiger Kommunist ist weit weg vom Mia san Mia der Münchner. Der Bayer aber ist grundsätzlich für vieles offen. Und: Er ist bereit zur Versöhnung. Bis es so weit ist, ruht die Freundschaft lediglich. Beendet ist sie nicht.

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