Startseite
Icon Pfeil nach unten
Sport
Icon Pfeil nach unten
FC Bayern
Icon Pfeil nach unten

FC Bayern sichert Champions-League-Achtelfinale und plant Belastungssteuerung

FC Bayern

„David-gegen-Goliath-Moment“ – Kompany freut sich über diese Szene

  • |
  • |
  • |
  • |
    Möglicherweise hätte das Spiel einen anderen Verlauf genommen, wenn Manuel Neuer den Kopfball von Promise David nicht pariert hätte.
    Möglicherweise hätte das Spiel einen anderen Verlauf genommen, wenn Manuel Neuer den Kopfball von Promise David nicht pariert hätte. Foto: Markus Fischer, Witters

    Es hätte der „perfekte David-gegen-Goliath-Moment“ sein können, sagte Vincent Kompany, nachdem der von ihm trainierte Goliath den aufmüpfigen David letztlich doch hatte abtropfen lassen. Der beeindruckend präsente Stürmer Promise David fand sich in der 29. Minute beeindruckend frei vor Manuel Neuer wieder. Der wiederum stand während seiner rund 20-jährigen Karriere sämtlichen beeindruckenden Angreifern des Weltfußballs gegenüber und wusste, was zu tun ist. Mit einer „bemerkenswerten Parade“ (Kompany) entschärfte der Torhüter den Kopfball. David hatte seine Chance, er nutzte sie nicht, und dann machten die Bayern eben, was die Bayern so mit aufmüpfigen Gegnern machen.

    Ein Treffer für Union Saint Gilloise wäre freilich keine Garantie dafür gewesen, mit einem Punktgewinn oder gar Sieg von München aus die Heimreise anzutreten. Die Münchner hatten zuletzt schon RB Leipzig und dem 1. FC Köln eine Führung gewährt. Beide Male gewannen die Bayern noch. Auch das Spiel gegen die Belgier in der Champions League gewannen sie. Letztlich mit 2:0. Wie schon in den Partien zuvor machten es sich die Münchner dabei allerdings schwerer als nötig. Ihnen fehlte es in der ersten Halbzeit an Tempo und Präzision. Das war selbstverständlich auch Kompany nicht entgangen. Doch statt Kritik an seiner Mannschaft zu üben, lobte er sie. Die Reaktion nach der Pause sei sehr gut gewesen und man dürfe auch nicht vergessen, dass man derzeit im Drei-Tages-Rhythmus spiele. Und tatsächlich: Betrachtet man Spielweise und Ergebnisse der anderen deutschen Champions-League-Teilnehmer, kommt schnell die Erkenntnis, dass die Münchner ihre Aufgaben schon mehr als solide erfüllen.

    Leicht fiel es den Münchnern diesmal allerdings nicht, in Fahrt zu kommen. Bei Temperaturen, für die das Adjektiv „zapfig“ seine passende Verwendung findet, ist Bewegung das einzig Richtige – fällt allerdings besonders schwer. Einige Bayern liefen gar mit kurzen Trikots auf. Möglicherweise um den Stimulus, den Körper zu erwärmen, weiter zu provozieren. Joshua Kimmich brach das Experiment zur Halbzeit ab und kehrte langärmelig gewandet nach der Pause auf das Feld zurück. Den Mittelfeldspieler scheint seine Knöchelverletzung nicht mehr zu behindern, er kam zu seinem ersten Startelfeinsatz im Jahr 2026. Zusammen mit Aleksandar Pavlovic brachte er in der zweiten Hälfte mehr Geschwindigkeit ins Münchner Spiel.

    Die Tore fielen letztlich aber aus zwei Standardsituationen. Harry Kane nickte eine von Michael Olise geschlagene Ecke ein und verwandelte wenig später einen an ihm verschuldeten Foulelfmeter (52. und 55.). Später leisteten sich die Bayern noch den Luxus, einen weiteren Elfmeter zu verschießen (Kane) und den Ball aus sechs Metern weit über das Tor zu schießen (Olise). Da befanden sich die Münchner schon nur noch zu zehnt auf dem Feld, weil sich Minjae Kim ein gleichwohl harmloses wie unnötiges Foul erlaubte, das der in diesem Fall sehr strenge Schiedsrichter Rade Obrenovic mit der Gelb-Roten Karte ahndete (64.). Für die Statistik bemerkenswert, für den weiteren Spielverlauf nicht mehr.

    Der FC Bayern steht sicher im Achtelfinale der Champions League

    Durch den Sieg haben sich die Münchner in eine verhältnismäßig luxuriöse Situation gebracht. Einen Spieltag vor dem Ende der Gruppenphase haben sie einen Platz im Achtelfinale sicher. Und weil sie auch von den ersten vier Plätzen nicht mehr verdrängt werden können, ist ihnen garantiert, dass sie im Achtelfinale wie auch in einem möglichen Viertelfinale das Rückspiel zu Hause austragen dürfen. Das Wichtigste aber ist aus ihrer Sicht, sich im Februar ein wenig schonen zu dürfen. In der vergangenen Saison mussten die Münchner zwei ungeplante und kräftezehrende Play-off-Spiele gegen Celtic einschieben, die wohl auch zu späteren Substanzverlust geführt haben.

    Diesmal soll der Februar genutzt werden, um jene Spieler fit zu bekommen, die derzeit ausfallen oder gerade erst wieder aus Verletzungspausen zurückgekommen sind, also Alphonso Davies, Jamal Musiala, Josip Stanisic und Konrad Laimer. Angesichts von elf Punkten Vorsprung in der Liga und dem kommenden gar nicht mehr so wichtigen Champions-League-Spiel gegen Eindhoven stehen die nächsten Wochen im Zeichen der Belastungssteuerung und Form-Konservierung. Damit angefangen wird wohl am Samstag gegen den FC Augsburg. Dann dürften auf jeden Fall die am Mittwoch nur mit Kurzeinsätzen bedachten Serge Gnabry und Leon Goretzka in der Startformation stehen. Möglicherweise wird Musiala ein paar Spielminuten sammeln dürfen. Es spricht derzeit viel für eine erfolgreiche Saison der Bayern. Es sprach dereinst aber auch viel für Goliath.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren