Wenn Spieler in wichtigen Spielen gegen den FC Bayern glänzen, versucht der deutsche Rekordmeister oft, sie für sich zu gewinnen. Meistens mittels eines Transfers. Bei Josip Stanisic ist das nicht notwendig gewesen. Der war lediglich von München nach Leverkusen ausgeliehen, als er gegen die Bayern glänzte. Nach seiner Rückkehr im Sommer 2024 übernahm er eine wichtige Rolle, die ihm so nicht von allen Fans zugetraut wurde.
In der Saison zuvor hatte der Leihspieler im Februar 2024 seinen großen Auftritt, als Leverkusen die Bayern mit 3:0 besiegte. Stanisic zeigte ein herausragendes Spiel und erzielte das Führungstor. Damit öffnete er seinem damaligen Arbeitgeber die Tür zur deutschen Meisterschaft und trug entscheidend dazu bei, die Dauerdominanz der Bayern zu brechen.
Hoeneß erzählt Stanisic-Anekdote
Unter Bayern-Trainer Thomas Tuchel hatte Stanisic einen schweren Stand, doch an der Seite von Leverkusens Meistermacher Xabi Alonso blühte er auf. Seit seiner Rückkehr nach München genießt Stanisic das volle Vertrauen von Vincent Kompany. Eine Wertschätzung, die ihm unter Tuchel verwehrt blieb. Ehrenpräsident Uli Hoeneß erzählte, dass Tuchel Stanisic einst fragte, ob er Deutsch spreche. Stanisic ist gebürtiger Münchner.
Er ist zudem ein Garant für Titel: Seit 2021 wurde der 26-Jährige jedes Jahr deutscher Meister – insgesamt sechsmal, fünfmal mit den Bayern. Kein anderer Bundesligaprofi hat eine solche Serie vorzuweisen.
„Der beste Stani“ aller Zeiten
Der nach wie vor unterschätzte Profi ist längst mehr als ein Außenverteidiger. Stanisic ist ein Allrounder, der im gegnerischen Strafraum auftaucht, am eigenen Sechzehner Gegenspieler abgrätscht und Geschwindigkeiten von bis zu 34 km/h erreicht. Bayern-Sportdirektor Christoph Freund schwärmte im März: „Es ist der beste Stani, den wir aktuell sehen und den es je gegeben hat.“
Auch abseits des Platzes zeigt Stanisic Klasse: Im Champions-League-Viertelfinal-Rückspiel gegen Real Madrid ging er nach einem Zweikampf mit Antonio Rüdiger zu Boden. Ein Schimpfwort soll zweimal gefallen sein. Stanisic gab Rüdiger die Möglichkeit, es zu nennen, doch der Verteidiger schwieg. „Ich bin keiner, der böses Blut will“, sagte Stanisic anschließend.
Am Mittwoch trifft Stanisic im DFB-Pokal mit den Bayern auf Bayer Leverkusen (20.45 Uhr, live im ZDF). Für ihn ist es eine besondere Chance: Er könnte den Pokal erneut gewinnen. Bisher gelang ihm das nur einmal mit Leverkusen.
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