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Das Ausscheiden der Bayern ist verdient und wirft Fragen auf

Kommentar Von Florian Eisele
13.04.2022

Im Rückspiel gegen Villarreal war der FC Bayern zwar feldüberlegen, die clevere Mannschaft stellten aber die Spanier. Das Aus ist ein Warnsignal.

Ja, der FC Bayern bestimmte gegen Villarreal das Spiel und sammelte alleine beim Ballbesitz einen Wert von 70 Prozent. Aber sind die Spanier deswegen glücklich oder gar unverdient weitergekommen? Ein klares Nein. Und das nicht nur deswegen, weil die Sache eigentlich schon nach dem Hinspiel erledigt sein hätte müssen, das der FC Bayern nur mit 0:1 verloren hatte.

Vielmehr scheiterte der deutsche Rekordmeister an den Problemen, die ihm die ganze Saison schon Sorge bereiten: In der Offensive teilweise ideenlos, während die Defensive immer für ein Gegentor gut ist. Diese Schwächen hat das abgezockte Villarreal vor allem im Rückspiel schonungslos aufgedeckt – und das sollte der sportlichen Leitung der Bayern zu denken geben.

Bayern-Trainer Julian Nagelsmann.
Foto: Sven Hoppe/dpa

Von der Bank des FC Bayern gibt es keinen Druck auf die Stammkräfte

Denn letztlich muss es der Anspruch eines Titelkandidaten in der Champions League sein, sich gegen den Siebten der spanischen Liga durchzusetzen. Zumal der FC Bayern im Gegensatz zu früheren Jahren nahezu in personeller Bestbesetzung antreten konnte. Im Gegensatz zum Vorjahr, als etwa Schlüsselspieler Robert Lewandowski das Viertelfinale der Königsklasse gegen Paris St. Germain verletzungsbedingt verpasst hatte, waren bis auf Niklas Süle alle Stammspieler an Bord.

Das Problem: Stammspieler wie Müller oder Kimmich nehmen sich gerade jetzt eine Pause – und weil es im Kader keine ernsthafte Alternative zu ihnen gibt, spielen sie auch. Der Kader des FC Bayern ist seit Jahren in Breite nicht gut genug aufgestellt. Das fällt nicht auf, wenn die Stammkräfte gut performen, wird aber in Spielen wie am Dienstagabend bestraft. Speziell in der Mittelfeldzentrale – egal ob defensiv oder offensiv – gibt es von der Bayern-Bank keinen Druck auf die Stammkräfte.

Die Mannschaft des FCB leistet sich immer wieder herbe Aussetzer

Zudem leistet sich der FCB in dieser Saison immer wieder geradezu rätselhafte Ausfälle. Das 0:5 gegen Mönchengladbach im Pokal ist zwar das prominenteste, weil deutlichste Beispiel. Letztlich war aber auch das Hinspiel in Villarreal ein Aussetzer. Gemäß den Chancen, die die Spanier in der Partie vergaben, hätte eigentlich da schon die Serie entschieden sein müssen.

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Ist der Personalmangel und die sich wie Kaugummi hinziehende Verlängerung mit den Stammkräften wie Müller, Neuer und Lewandowski eine Aufgabe, die endlich Sportdirektor Salihamidzic und Vorstandschef Kahn beheben müssen, gehört die dringend notwendige defensive Stabilität zur To-Do-Liste, die Trainer Julian Nagelsmann abarbeiten muss. Der 34-Jährige schien lange Zeit auf eine starke Premierensaison hinzusteuern. Seit dem Aus in der Königsklasse ist klar: Es wird "nur" der Meistertitel werden – und das ist mittlerweile zu wenig für die Ansprüche der Münchner.

Nagelsmann sollte sich keine weitere Saison wie diese erlauben

Nagelsmann wird zwar weiterhin sicher im Amt sein – alleine schon deshalb, weil der FC Bayern ihn für 25 Millionen Euro aus Leipzig verpflichtet und ihn mit einem Fünfjahresvertrag ausgestattet hat. Das Image des Zauberlehrlings, der als gebürtiger Landsberger und moderner Trainer perfekt zum FC Bayern passt, hat am Dienstag einen Kratzer erhalten. Eine weitere Saison wie diese sollte sich auch Nagelsmann eher nicht mehr erlauben.

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14.04.2022

Der richtige Zeitpunkt für einen Neuanfang a la Aschenputtel, der überfällig und dringendst notwendig ist.

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