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Formel 1: Auf Anhieb schneller als Lewis Hamilton

Formel 1

Auf Anhieb schneller als Lewis Hamilton

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    Kimi Antonelli durfte mit seinem Mercedes am Vormittag auf die Strecke.
    Kimi Antonelli durfte mit seinem Mercedes am Vormittag auf die Strecke. Foto: Hasan Bratic, dpa

    Womöglich hat Kimi Antonelli genau davon geträumt. 18 Jahre ist der Italiener erst alt, was ihm immerhin die Möglichkeit gibt, bereits Auto fahren zu dürfen. Antonelli aber reicht es längst nicht, über Landstraßen zu schleichen. Antonelli ist Rennfahrer, in der neuen Saison wird er für Mercedes in der Formel 1 starten. Bei den Testfahrten in Bahrain hat er bereits am Mittwoch gezeigt, warum er das darf. Er war sogar schneller als sein Vorgänger.

    Nur an drei Tagen vor Saisonstart testen die Teams der Motorsport-Königsklasse ihre neu entwickelten Rennwagen. Der Grand-Prix-Kurs in der Wüste von Sakhir ist hierfür der geeignete Ort. Am Mittwochmorgen also ging es los mit der Überprüfung, ob die Ingenieure über den Winter ordentlich gearbeitet haben. Ob die Boliden das halten, was sie in der Entwicklung versprochen haben. Und ob vor allem die Fahrer den Erwartungen ihrer Chefs gerecht werden.

    Lewis Hamilton hat einen Rückstand von mehr als vier Zehntelsekunden

    In der neuen Saison der Formel 1 starten sechs Piloten, die erstmals in ihrer Karriere zum Stammpersonal gehören. Viel Unerfahrenheit also im Fahrerfeld. Zu den Neulingen gehört Antonelli. Der 18-Jährige ersetzt bei Mercedes Lewis Hamilton. Der Rekordweltmeister wechselte zu Ferrari, um mit der Scuderia seinen bisher sieben Titeln den begehrten achten folgen zu lassen. Ob das gelingt?

    Kimi Antonelli ist bei Mercedes der Nachfolger von Lewis Hamilton.
    Kimi Antonelli ist bei Mercedes der Nachfolger von Lewis Hamilton. Foto: Vincent Thian, dpa

    Testfahrten sind in der Regel wenig aussagekräftig. Weil die Teams unterschiedliche Programme fahren und andere Ziele verfolgen. Einen ersten Fingerzeig aber geben die Runden in der Wüste doch. Antonelli jedenfalls konnte mit Teil eins sehr zufrieden sein. Am Vormittag fuhr der Italiener die schnellste Zeit, er drehte insgesamt 78 Runden. Hamilton reihte sich mit einem Rückstand von mehr als vier Zehntelsekunden auf Rang fünf ein. Eine erste Enttäuschung?

    Hamilton wird es verkraften. Er weiß, dass bei den Testfahrten noch längst kein Weltmeister gekürt wird. Für Antonelli aber dürften die ersten Runden im neu entwickelten Mercedes für ein gutes Gefühl gesorgt haben. Der Italiener hat seine Karriere bisher im Schnelldurchlauf erledigt. Er hat in der Formula Regional ebenso den Titel geholt wie in der Formel 4. Im vergangenen Jahr gewann er einige Rennen in der Formel 2. Eine perfekte Bewerbung, um sich den Fahrersitz von Hamilton zu schnappen. „Kimi hat das Talent, um in der Königsklasse des Motorsports Großes zu erreichen. Aber dies ist seine erste Saison und es wird unweigerlich Höhen und Tiefen geben“, sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff.

    Die Silberpfeile waren lange Zeit erfolgsverwöhnt. In den vergangenen Jahren aber fuhren sie hinterher. Vor allem dem Dauerweltmeister Max Verstappen. Ob ausgerechnet ein Jungspund wie Antonelli wieder die Wende schafft? Die Hoffnungen liegen eher auf Teamkollege George Russell. „Wir haben eine interessante Fahrerpaarung, die uns helfen wird, unsere Ziele zu erreichen“, sagte Wolff. Und Russell meinte: „Die kommende Saison wird meine siebte in diesem Sport und meine vierte mit dem Mercedes-Werksteam sein, und ich arbeite hart daran, mich von Jahr zu Jahr zu verbessern.“

    George Russell muss seinen jungen Teamkollegen unterstützen

    Der Engländer wird aber auch gefordert sein, seinen jungen Teamkollegen zu unterstützen. „Kimi ist unglaublich schnell und ich denke, wir werden toll zusammenarbeiten. Natürlich muss er in seiner ersten Saison noch viel lernen, aber ich freue mich darauf, ihm dabei zu helfen“, sagte der 27-Jährige. Der Auftakt am Mittwoch war jedenfalls vielversprechend. Am Nachmittag übernahm Russell, der ebenfalls schnelle Zeiten fuhr, ehe ein Stromausfall die Teams kurzzeitig ausbremste.

    Antonelli kann den Saisonstart am 16. März in Melbourne kaum abwarten. „Ich habe im Winter hart gearbeitet, um so gut wie möglich vorbereitet zu sein“, sagte der 18-Jährige. Auch die Entwickler der Silberpfeile haben alles dafür getan, dass ihr Wagen wieder zu den Schnellsten gehört. „Unser Hauptaugenmerk lag auf der Verbesserung des Einlenkverhaltens in langsamen Kurven sowie auf der Unausgewogenheit der Reifentemperaturen, die das Auto von Training zu Training unberechenbar machte“, erklärte der Technische Direktor James Allison.  

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