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Formel 1: Warum für Audi Auffallen ganz wichtig ist

Formel 1

Warum für Audi Auffallen ganz wichtig ist

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    Auf dem Yarra River hat Audi ein Restaurantschiff für seine Gäste gemietet.
    Auf dem Yarra River hat Audi ein Restaurantschiff für seine Gäste gemietet. Foto: Martin Moravec, dpa

    Auffallen, das ist wichtig. Von Anfang an. Die Formel 1 ist das Epizentrum des Motorsports. Nicht umsonst wird sie Königsklasse genannt, was Rückschlüsse auf die Bedeutung zulässt. Die Formel 1 ist die Vereinigung von technischer Herausforderung und emotionaler Herangehensweise.

    Lange hatte Audi die Formel 1 nicht als Spielfeld für sich gesehen. Der Hersteller aus Ingolstadt und Neckarsulm probierte sich in allerlei Serien aus. In der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft, auf der Langstrecke oder bei der Rallye Dakar. Weil auch hier der Nachweis technisch ausgereifter Ideen möglich war. Jetzt aber wurde es die Formel 1. Durch die Übernahme des Schweizer Rennstalls Sauber steigt Audi an diesem Sonntag (5 Uhr) als Werksteam in Melbourne in die Saison ein. Es wird eine Herausforderung.

    Andere namhafte Hersteller sind auf lange Sicht in der Formel 1 gescheitert und haben sich wieder zurückgezogen. BMW passierte das ebenso wie Toyota. Audi möchte es besser machen, weiß aber, dass die Herausforderung groß ist. Wobei der Zeitpunkt günstig ist. Durch das völlig veränderte Reglement hat die Formel 1 die Tür für Neulinge geöffnet.

    Auf dem Yarra River empfängt Audi seine Gäste

    Audi möchte beweisen, dass ein solcher Einstieg erfolgreich sein kann. Wenngleich die ersten Testfahrten in Barcelona viele Probleme gebracht hatten. Zuletzt bei den Tests in Bahrain lief es deutlich besser. „Wir hatten eine Liste an Verbesserungen“, sagte Mattia Binotto, der das Formel-1-Projekt verantwortet, „die Antwort darauf war über alle Abteilungen hinweg stark.“ Es wurde viel gearbeitet und getüftelt. Es wurden Lösungen gefunden, sodass die Zuversicht für den Auftakt in Australien groß ist.

    Audi möchte gleich Zeichen setzen. Auf der Strecke, aber auch daneben. Melbourne soll merken, dass er da ist, dieser Hersteller aus Deutschland. Auf dem Yarra River haben die Gäste aus Deutschland einen schwimmenden Fan-Pavillon eröffnet. Mit Blick auf die Strecke. Mit ikonischen Audi-Modellen aus früheren Zeiten. Motorsport zum Anfassen.

    Auch in der Stadt möchte Audi auf sich aufmerksam machen. Für einen heimischen Fastfood-Laden haben die Fahrer Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto Sandwiches kreiert. Ganz nach ihrem eigenen Geschmack. In mehreren Läden in der Stadt werden die Kreationen verkauft, gekennzeichnet mit den Startnummern 27 und 5. Soll jeder gleich wissen, wer verantwortlich ist.

    Die Formel 1 ist immer auch eine große Show. Es geht darum, die Fans zu unterhalten. Auf der Strecke und daneben. Nur im Schatten der anderen möchte keiner mitfahren. Der letztliche Antrieb ist klar: der Schnellste und Beste zu sein. Und damit den Verkauf der eigenen Autos voranzutreiben. Denn Motorsport ist auch ein großes Geschäft.

    Das eint Audi mit Mercedes und Ferrari. Auch deshalb fahren die Premiumhersteller in der Königsklasse. Weil eine Saison einer Weltreise gleicht. Und die Formel 1 als ideale Marketingplattform gesehen wird.

    Die Motoren sind eine besondere Herausforderung

    Audi weiß, dass der Weg an die Spitze weit ist. McLaren stand dort zuletzt, Red Bull und Mercedes sind auch Dauergäste auf dem Podium. Ferrari kämpft um den Anschluss, hofft aber, ein Auto gebaut zu haben, das Lewis Hamilton die Chance auf seinen achten Titel ermöglicht. Die Kräfteverhältnisse könnten sich durch die Regeländerungen verschieben. Durch die schmaleren und kürzeren Autos. Aber vor allem durch die neuen Motoren, die nun einen deutlich größeren elektrischen Anteil haben. Was die Fahrer zu der Herausforderung bringt, Energie sparen zu müssen.

    Vieles neu in der Formel 1 also. Auch dank Audi. Neben Mercedes sind nun wieder zwei deutsche Werksteams am Start, mit Hülkenberg zudem ein Fahrer. Und doch tut sich die Königsklasse des Motorsports in Deutschland schwer. 2020 fand letztmals auf dem Nürburgring ein Grand Prix statt. Und das im Land der Autobauer, das mit Michael Schumacher, Sebastian Vettel und Nico Rosberg drei Weltmeister hervorgebracht hat.

    Ralf Schumacher sieht eine schwere Zukunft für den Motorsport in Deutschland. „Der deutsche Motorsport hat sich selbst abgeschafft“, sagte der ehemalige Rennfahrer in einer Medienrunde von Sky. Das habe bei den Kartbahnen angefangen, die sich mit gestiegenen Energiekosten und strengeren Umweltschutzvorgaben konfrontiert sahen.

    Und genau in dieser Zeit versucht sich Audi mit dem Formel-1-Einstieg. Ein kostenintensives Wagnis. „Dass eine große Marke dahintersteht, heißt nicht, dass alles klappt, aber die Voraussetzungen sind vorhanden, um schnellstmöglich konkurrenzfähig zu sein“, sagte Hülkenberg. Wohl wissend, dass es mit Rennsiegen zunächst nichts werden dürfte.

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