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Fußball: Couch als Coachingzone: Kölns Trainer Baumgart brüllt den Fernseher an

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Couch als Coachingzone: Kölns Trainer Baumgart brüllt den Fernseher an

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    Kölns Trainer Steffen Baumgart.
    Kölns Trainer Steffen Baumgart. Foto: Rolf Vennenbernd, dpa

    Es gilt zu hoffen, dass sich die Nachbarn von Steffen Baumgart vor diesem Wochenende mit ausreichend Schallschutzmitteln versorgt hatten. Denn der Trainer des 1. FC Köln durfte am Samstag nicht das tun, war er sonst an diesem Wochentag erledigt: seine Mannschaft in der Bundesliga zu betreuen. Eine Corona-Infektion bindete ihn an die Couch. Und dann tat Baumgart eben dort, was er sonst so im Stadion macht: alles und jeden leidenschaftlich anbrüllen.

    Ein Video, das Baumgarts Tochter Emilia von dem Spiel auf der Social-Media-Plattform Tiktok online gestellt hatte, dient hierzu als beeindruckender Beleg der Baumgartschen Arbeitsweise: Während Frau, Kinder und Hund sich die Partie der Kölner gegen Freiburg auf der Couch ansehen, tigert das Familienoberhaupt vor dem Fernseher umher und schreit diesen in Ermangelung von Alternativen an.

    Mal wird ein Freiburger Spieler dazu aufgefordert, "den Arsch hoch" zu bringen, dann werden die eigenen Spieler dazu ermahnt, "zum Ball" zu gehen. Schließlich telefoniert er mit einem Assistenten und pflaumt diesen an: "Ich muss jetzt jemanden anbrüllen, ich schrei hier alles zusammen!" Auch die Besänftigungsversuche von Familienhund Jory, der zwischenzeitlich die Pfoten auf Baumgarts Schultern legte, richten nur wenig aus. Falls Fernseher weinen könnten – das Gerät von Baumgart hätte diesen Nachmittag hochgradig traumatisiert verlassen.

    Kölns Hübers sorgte sich um den häuslichen Frieden bei Baumgart

    Letztlich ging alles gut: Köln gewann mit 1:0 und hat damit sogar Kontakt zu den Champions-League-Plätzen. Bei der Mannschaft Baumgarts spielte während der Partie aber offenbar die Angst mit. Abwehrspieler Timo Hübers hatte kurz nach Spielende die Hoffnung geäußert, dass bei seinem Coach zu Hause "alles heile geblieben ist".

    Immerhin: Die letzte Spielminute konnte Baumgart doch noch in Ruhe verfolgen. "Er hatte eine Zeitverzögerung von etwa 50 Sekunden", verriet Kölns Sportchef Jörg Jakobs lachend: "Deshalb stand er in der letzten Minute in Funkkontakt zu unseren Leuten. Als die Nachricht vom Abpfiff kam, konnte er wenigstens die letzten 50 Sekunden entspannt gucken. Das haben wir ihm alle gegönnt."

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