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Fußball: Wird der Karnevalsverein Mainz in der Bundesliga zur grauen Maus?

Fußball

Wird der Karnevalsverein Mainz in der Bundesliga zur grauen Maus?

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    Der Mainzer Trainer Bo Svensson startete mit seinem Team in die Saisonvorbereitung.
    Der Mainzer Trainer Bo Svensson startete mit seinem Team in die Saisonvorbereitung. Foto: Torsten Silz, dpa

    Der FSV Mainz 05 steht vor seiner 15. Bundesliga-Saison in Folge. Eine auf Kontinuität fußende Erfolgsgeschichte, auf die sie an weitaus größeren Fußball-Standorten wie Hamburg oder Schalke neidisch blicken.

    Droht der selbsterklärte Karnevalsverein zur grauen Maus zu mutieren?

    Obacht vor voreiligen Schlüssen! Auch wenn die Einschaltquoten im Bezahlfernsehen garantiert nicht explodieren werden, wenn die Nullfünfer den 1. FC Heidenheim empfangen, gilt es festzuhalten: Die Mainzer spielen unter Trainer Bo Svensson oft wieder einen sexy Fußball – man erinnere sich nur an den 3:1-Triumph Ende April gegen den FC Bayern. Der FSV schoss in der abgelaufenen Saison so viele Tore wie noch nie in seiner Bundesliga-Historie. Der attraktive Svensson-Stil wird in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt goutiert. "Wir haben einen starken Mitgliederzuwachs. Die Zuschauerzahlen steigen wieder an, wir haben überragende Sponsoren, wir sind inzwischen wieder auf einem guten Weg", sagte Sportvorstand Christian Heidel. Auch in der Statistik lässt sich der Aufschwung ablesen: Zweimal landeten die Rheinhessen zuletzt in den Top Ten, der Zuschauerschnitt stieg von knapp 18.000 in der Saison 2021/22 wieder auf über 29.000.

    Der neue Klopp oder Tuchel? Reift bei Mainz 05 der nächste kommende Top-Trainer heran?

    Wenn man die wirtschaftlichen Möglichkeiten in Korrelation zu den sportlichen Resultaten stellt, ist Bo Svensson neben dem Kölner Steffen Baumgart oder dem Bochumer Thomas Letsch einer der Über-Performer der Liga. Der Däne passt perfekt zu Mainz 05: Er besitzt als ehemaliger Profi und U-19-Coach den nötigen Stallgeruch, verkörpert die fußballerischen Prinzipien des Vereins und kommt bei den Fans gut an. Klar ist: Wenn er weiter so exzellente Arbeit leistet, wird irgendwann ein größerer Verein anklopfen. Ob Svensson, dessen Qualität unbestritten ist, eine Karriere wie seine prominenten Vorgänger Klopp und Tuchel macht, ist aber seriöserweise schwer vorherzusehen.

    Träumt Mainz jetzt von der Rückkehr in den Europapokal?

    Wer große Sprüche mit markigen Zielsetzungen hören will, wird in Mainz lange und ergebnislos suchen. Der erste Artikel des Mainzer Grundgesetzes lautet "Erst einmal den Klassenerhalt sichern". Die folgenden Kapitel drehen sich um Begriffe wie Weiterentwicklung, Stabilisierung und Demut. Trainer Svensson sagt: "Wir haben so viele Tore wie noch nie in der Bundesliga geschossen. Das ist außergewöhnlich, das wollen wir beibehalten. Wir haben aber auch zu viele Gegentore und Torchancen zugelassen, um komplett zufrieden zu sein. Das möchten wir ändern, denn unsere Identität ist das Spiel gegen den Ball." 

    Warum spielt der wichtigste Mainzer Neuzugang schon seit Jugendtagen im Verein?

    Die Diagnose lautete Knochenmarködem im Knie, die Konsequenz war eine lange Leidenszeit. Seit November 2022 warten sie bei Mainz 05 sehnsüchtig auf die Rückkehr von Ausnahmetalent Jonathan Burkardt (23). Ohne seine langwierige Verletzung wäre der spiel- und abschlussstarke Stürmer womöglich schon A-Nationalspieler, so muss er die bisher größte Geduldsprobe seiner Karriere meistern. Im Mai wurde Burkardt noch einmal operiert, beim Mainzer Trainingsauftakt schaute er in zivil vorbei – jetzt steht ein Comeback im Oktober oder November im Raum.

    Welchen Fluch wollen die Mainzer in dieser Saison besiegen?

    Im Gegensatz zu Rhein-Main-Nachbar Eintracht Frankfurt bekommen die Mainzer im DFB-Pokal traditionell kaum ein Bein auf den Boden. Spätestens im Viertelfinale war bisher immer Endstation. "Unser Traum von Berlin lebt. Bei mir lebt der seit 32 Jahren. So gegen Ende könnte es ja jetzt mal irgendwann klappen", sagte Manager Heidel.

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