Auf sportlicher Ebene ist der Abstieg der größtmögliche Misserfolg, verbunden ist er mit der schmerzhaften Folge, im nächsten Jahr nicht mehr in dieser Liga mitspielen zu dürfen. In der Vergangenheit hat dies bei manchen Fans, deren Klubs dieses Schicksal ereilt hat, zu offener Wut geführt, zu Anschuldigungen und sogar Bedrohungen der Mannschaft und der sportlichen Verantwortungen. Am Samstag stand eine der spannendsten Konstellationen im Tabellenkeller seit langer Zeit an.
Alle drei Teams konnten noch den Relegationsrang 16 erreichen, Wolfsburg und St. Pauli spielten sogar direkt gegeneinander. Dass es am Ende Heidenheim und die Hamburger erwischte, war schmerzhaft für die Klubs und deren Fans. Umso beeindruckender war, was in den jeweiligen Stadien des FC St. Pauli und beim 1. FC Heidenheim nach Schlusspfiff geschah.
In St. Pauli sangen die Fans „You’ll never walk alone“
Beide Anhänger feierten das Team auf dem Rasen. In Hamburg erklang „You’ll never walk alone“, in Heidenheim bildeten die Mainzer Spieler ein Spalier für die soeben abgestiegenen Hausherren, als diese sich auf den Weg in die Kurve machten. Dort erklangen dann Sprechchöre für Trainer Frank Schmidt. Es war ein Abschied von der großen Bühne – nicht im Zorn oder Frust, sondern in Dankbarkeit über das, was geleistet wurde.
FCH-Coach Schmidt betonte: „Heute ist keiner von uns zufrieden, dass wir abgestiegen sind.“ 26 Punkte seien schlichtweg zu wenig, um in der Klasse zu bleiben. „Trotzdem ist es beeindruckend, wie der Verein in dieser Situation zusammengerückt ist. Ein großes Kompliment und Dankeschön an jeden einzelnen Fan, Zuschauer und jeden einzelnen meiner Spieler.“ Nun gehe es darum, in der neuen Saison wieder anzugreifen. Sportlich mögen Heidenheim und St. Pauli zurecht unten stehen – künftige Absteiger dürfen sich aber gerne ein Vorbild am Verhalten der Klubs nehmen.
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