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DFB-Pokal: Elf Meter zwischen Himmel und Hölle

DFB-Pokal

Elf Meter zwischen Himmel und Hölle

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    Der Hannoveraner Mohammed Abdellaoue (r) tröstet Didier Ya Konan (M), dessen Elfmeter in letzter Sekunde den Ausgleich im Pokalspiel gegen den FSV Mainz bedeutet hätte. Doch der ging nicht rein.
    Der Hannoveraner Mohammed Abdellaoue (r) tröstet Didier Ya Konan (M), dessen Elfmeter in letzter Sekunde den Ausgleich im Pokalspiel gegen den FSV Mainz bedeutet hätte. Doch der ging nicht rein. Foto: Foto: Peter Steffen dpa

    Der Mensch sehnt sich nach Grusel, Grauen und Gänsehaut. Nicht in der Realität zwar, aber in seinen Träumen, in denen sich das Furchtbare immer noch zitternd zum Guten wenden lässt.

    Beispielhaft ist jene Geschichte, die sich der Mathe-Stümper tausendmal zurechtgelegt hat. Klausur. Das Blatt leer. Die Zeit läuft. Plötzlich öffnet sich die Tür. Für alle anderen unsichtbar schwebt eine Fee herein und haucht dem Gequälten ins Ohr: „Das Zeug brauchst du als Fußballer nie. Und jetzt schreib: e = mc2.“

    Tatsächlich verlief die Geschichte anders. Die Tür öffnet sich, der kurzsichtige und schwerhörige Hausmeister poltert: „Lehrer, dein Volvo versperrt die Feuerwehreinfahrt.“ Der Lehrer verschwand, der Hausmeister las Zeitung. Das Grauen war zu Ende.

    Mittwochnacht ist die Fee wieder erschienen, auch wenn sie ein wenig herb aussah. Im DFB-Pokalspiel zwischen Hannover 96 und Mainz 05 lief die Verlängerung der Verlängerung, die 123. Minute, als die Fee beim 1:0 für Mainz Elfmeter für Hannover pfiff. Das Drama auf dem Gipfel. Scheitert der Schütze, ist alles vorbei, trifft er, folgen weitere Gipfel.

    Das ist Hannover 96

    Hannover 96 ist nur ein Kürzel für den richtigen Vereinsnamen: Hannoverscher Sportverein (HSV) von 1896 e. V.

    Die Vereinsfarben sind Schwarz, Weiß und Grün.

    Der Verein bestreitet seine Heimspiele in der AWD-Arena, die Platz für 49.000 Zuschauer bietet. Der bekanntere Name für die Arena ist allerdings "Niedersachsenstadion".

    Robert Enke war bis November 2009 Torwart der Hannoveraner. Große Bekanntheit außerhalb des Fußballs erlangte er, weil er im Jahr 2009 den Kampf gegen seine Depressionen verlor und Selbstmord beging.

    Hannover 96 kann bis dato nur drei Titel vorweisen: Zwei Deutsche Meisterschaften (1938 und 1954) und den Gewinn des DFB-Pokals 1992.

    Der höchste Bundesligasieg vor heimischem Publikum gelang den Hannoveranern am 18. September 1965. Sie gewannen 6:0 gegen Borussia Neunkirchen.

    Gegen Bayern München, Bayer Uerdingen und den VfL Wolfsburg kassierte Hannover mit jeweils 0:5 die größten Niederlagen im eigenen Stadion.

    Bayern-Trainer Jupp Heynckes spielte von 1967 bis 1970 86 Partien für Hannover und erzielte dabei 25 Bundesliga-Tore.

    Betritt die Mannschaft von Hannover 96 den heimischen Rasen, wird "Rock you like a hurricane" von den Scorpions gespielt. Die Band stammt ebenfalls aus Hannover.

    Der deutsche Tennis-Profi Nicolas Kiefer ist bekennender Hannover-96-Fan. Er bestritt sogar schon einige Tennisspiele im 96-Trikot mit der Rückennummer 69.

    Es geht um Himmel und Hölle. der kürzeste Abstand dazwischen sind elf Meter. Hero or zero, alles oder nichts. Ya Konan läuft an und schießt den Ball dem Mainzer Torhüter Wetklo vor die Scheinbeine. Zero, nichts. Aus.

    „Warum hast du ihn nicht einfach reingehauen?“

    Engländer können eine solche Situation am besten nachvollziehen. Engländer können aus Gründen, die bislang nicht erforscht sind, grundsätzlich nicht Elfmeterschießen. „Warum hast du ihn nicht einfach reingehauen“, hat Mama Pearce ihren Stuart gefragt, als der im WM-Halbfinale 1990 an Bodo Illgner gescheitert war.

    Ja, warum nur? Weil elf Meter eine Höllendistanz sind, wenn den Schützen auf dem Weg zum Punkt Zweifel plagen, wenn das Gehäuse schrumpft und der Torhüter wächst.

    Natürlich, man könnte den Ball in den Torwinkel jagen, oder so nah an den Innenpfosten platzieren dass kein Gramm Blattgold mehr dazwischenpasst, aber das Risiko, so weit am Kasten vorbeizuschießen, dass ein Einfamilienhaus zwischen Ball und Tor Platz fände, ist nicht gering.

    Das ist der FC Bayern München

    Der FC Bayern München ein Fußball-Club aus der 1. Bundesliga. Gegründet wurde der Verein am 27. Februar 1900. Seit 2002 ist die Profimannschaft aus dem Hauptverein ausgegliedert.

    Rekordmeister: Der FC Bayern ist mit 23 Meistertiteln Rekordhalter der deutschen Bundesliga. Die Bayern wurden Meister in den Jahren 1932, 1969, 1972, 1973, 1974, 1980, 1981, 1985, 1986, 1987, 1989, 1990, 1994, 1997, 1999, 2000, 2001, 2003, 2005, 2006, 2008, 2010, 2013.

    Die Champions League haben die Münchner insgesamt fünf Mal (1974, 1975, 1976, 2001, 2013) gewonnen, fünf weitere Male waren die Bayern im Finale (1982, 1987, 1999, 2010 und 2012).

    Franz Beckenbauer ist die "Lichtgestalt" des FC Bayern. Er spielte von 1964 bis 1977 als Libero und war gleichzeitig Kapitän. Der "Kaiser" war später auch Interimstrainer bei seinen Bayern und holte in dieser Position einen Meistertitel (1994) sowie den UEFA-Cup 1996. Von 1994 bis 2009 war Beckenbauer Präsident des FC Bayern. Seither ist er Ehrenpräsident.

    Seit Mai 2005 ist die Allianz-Arena im München Norden das Heimstadion des FC Bayern. Lokalrivale 1860 München spielt ebenfalls in diesem Stadion. Vorherig Spielstätten des FC Bayern waren das Grünwalder Stadion (1925 bis 1972) und das Olympiastdion (1972 bis 2005). Spielt der FC Bayern, ist die Außenfassade der Allianz-Arena rot beleuchtet.

    Mannschaftshymnen: Der FC Bayern hat mehrere Hymnen, darunter "FC Bayern, Stern des Südens" (komponiert von Kabarettist und Liedermacher Willy Astor) und "FC Bayern, forever number one". Inoffizielle Fan-Hymne ist "Mir san die Bayern."

    Hohn und Spott gibt es genug für den FC Bayern: Meist singen gegnerische Fans "Zieht den Bayern die Lederhosen aus". Oft wird der Verein aufgrund seiner Extravaganz auch als "FC Hollywood" bezeichnet.

    Vereinsführung: Präsident des FCB ist seit 2009 Uli Hoeneß, der zuvor lange Jahre Manager war. Vorstandsvorsitzender ist Karl-Heinz Rummenigge.

    Zu den bekanntesten Ex-Spielern des Vereins gehören Gerd Müller und Lothar Matthäus. "Der Bomber der Nation" Müller erzielte in 15 Jahren beim FC Bayern 398 Tore (453 Spiele). Rekordnationalspieler Lothar Matthäus spielte insgesamt zwölf Jahre beim FCB und kam in 302 Partien auf 85 Tore.

    Einen unvergessenen Auftritt lieferte der Italiener Giovanni Trapattoni bei seiner zweiten Amtszeit als Trainer der Bayern (1996 bis 1998). In der legendären Pressekonferenz vom 10. März beklagte er sich auf seine feurige italienische Art über die schlechte Arbeitshaltung einiger Bayern-Spieler. "Was erlaube Struuuunz?", "Spiele schlecht wie Flasche leer!" und "Ich habe fertig!" gehören seitdem zum deutschen Fußball-Jargon.

    Spielrekorde: Den höchsten Heimsieg feierte der FC Bayern hatte den gegen Borussia Dortmund (11:1, Saison 1971/1972) der höchste Auswärtssieg gelang gegen den FC St. Pauli (1:8, Saison 2010/2011).

    Auch Deutsche packt gelegentlich die Angst des Schützen vor dem Elfmeter. Keiner hat das schöner beschrieben als Uli Hoeneß, der 1976 im EM-Finale gegen die CSSR den Ball über den Querbalken jagte. „Einsam spazierte ich auf den weißen Punkt, rings um mich Sahara. Ich schaute dem Ball nach, sah ihn immer höher steigen. Wie eine Weltraumrakete sauste er in Richtung Wolken.“

    Und keine Fee weit und breit, die Hoeneß verraten hätte, dass er als Manager eines Millionenklubs so etwas nicht mehr können muss. 

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