Weidenfeller ist 32 Jahre alt. damit befindet er sich in jener Lebensphase, die man in seinem Berufszweig als "bestes Torhüteralter" bezeichnet. Glück für Weidenfeller, dass er als Torhüter bei Borussia Dortmund angestellt ist.
Da er dort auch noch recht zuversichtlich seinen Dienst versieht und zuletzt zwei Mal deutscher Meister wurde, müsste er eigentlich zwangsläufig als Kandidat für die Nationalmannschaft gelten.
Nun ist es aber so, dass man in der deutschen Nationalmannschaft mit 32 Jahren das Renteneintrittsalter überschritten hat. Ausnahmen werden nur in ganz besonderen Fällen gemacht - beispielsweise wenn man der einzige deutsche Stürmer ist, der regelmäßig das Tor trifft (siehe Miroslav Klose).
Doch gerade auf der Position des Torhüters mangelt es Jochim Löw nicht an fähigem Personal.
Weidenfeller freut sich für Adler
Etwas wunderlich war es daher schon, dass für die Partie gegen Holland am Mittwoch René Adler nominiert wurde. Der hat nach langer Verletzungspause gerade mal wieder elf Ligaspiele absolviert und hat schon einen Anruf von Löw erhalten. Mit 27 Jahren zählt er auch nicht mehr zu den jungen Talenten.
"Mich freut es unheimlich für René, dass er wieder dabei ist", sagt Weidenfeller. Allerdings wundere es ihn schon "ab und zu, dass ich bis zum heutigen Tag noch nie einen Anruf bekommen habe."
Neu ist die Situation für den Torwart der Dortmunder Borussia aber nicht. "das ist ein älteres, längeres Thema", so Weidenfeller. "Ich kann nur eins machen: Mit Leistung überzeugen." Was ihm bisher offenbar in den Augen von Löw wohl noch nicht gelungen ist. Doch nun befindet er sich ja im besten Torwartalter. Davon sind seine Konkurrenten ter Stegen, Zieler, Leno und Co. noch ein gutes Stück entfernt. (AZ)