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WM-Qualifikation: WM-Qualifikationsspiel gegen Nordmazedonien mit Käpt’n Ilkay Gündogan

WM-Qualifikation

WM-Qualifikationsspiel gegen Nordmazedonien mit Käpt’n Ilkay Gündogan

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    Muss sich mit den anderen DFB-Akteuren, die in England spielen, vom Rest der Nationalmannschaft separieren: Ilkay Gündogan.
    Muss sich mit den anderen DFB-Akteuren, die in England spielen, vom Rest der Nationalmannschaft separieren: Ilkay Gündogan. Foto: Federico Gambarini, dpa

    Diesmal kein Liedchen. Anders als zur Pressekonferenz vor dem WM-Qualifikationspiel gegen Rumänien, als Joachim Löw heiter entschwebt Barry Whites „You‘re the first, he last, the everything“, vor sich hin sang, Kameras und Mikrofone ignorierte, war es gestern wieder ganz der Bundestrainer, der in dem dunklen Hoodie steckte. Konzentriert, verbindlich, aufmerksam - der komplette Joachim Löw, wie ihn die Journalisten aus unzähligen Pressekonferenzen seit elf Jahren in diesem Amt kennen. Dessen Zeit bekanntlich im Sommer vorbei ist. Ob er mag oder nicht: der 61-Jährige ist auf Abschiedstour. Das WM-Qualifikationsspiel gegen Nordmazedonnien, das dritte nach den Siegen gegen Island (3:0) und Rumänien (1:0) ist sein letztes als Bundestrainer.

    Wehmut ist keine Löw-Kategorie

    Wehmut? „Auf keinen Fall“, antwortet Löw streng. Wehmut ist keine seiner Kategorien. „Ich beschäftige mich jetzt nicht mit der Situation, dass ich nach der EM aufhöre“, sagt der 61-Jährige. Er ist im Hier und Jetzt und das heißt Nordmazedonien. Das Ziel waren neun Punkte aus den drei Spielen. Dazu fehlt noch ein Sieg. Seit sich Löw mit den Nordmazedoniern beschäftigt hat weiß er, „die sind mit allen Wassern gewaschen, technisch gut und keinen deut’ schlechter als die Rumänen.“

    Bei allem Respekt sollte die Nummer 65 der Fifa-Weltrangliste die deutsche Auswahl vor keine allzu großen Probleme stellen. Der einzige bekannte Spieler der Gäste ist deren nationales Idol Goran Pandev. Der Rekordspieler geht steil auf die 38 zu. Immerhin weiß er, wie man deutsche Teams besiegt. 2010 gewann der einstige Musterschüler von Jose Mourinho mit Inter Mailand gegen den FC Bayern die Champions League.

    Von 32 WM-Qualifikationsspielen hat Joachim Löw keines verloren

    Deutlich beeindruckender ist die Statistik, die Jogi Löw dagegen setzen kann. Von seinen 32 WM-Qualifikationsspielen hat er keines verloren und nur dreimal Unentschieden gespielt. Überhaupt ist Deutschland bei 96 Siege und zwei Niederlagen so etwas wie der Qualifikationsweltmeister.

    Deshalb verbreitete der Bundestrainer, auch ohne ein Lied auf den Lippen gestern gute Stimmung. Sie speiste sich aus dem, was er in den vorausgegangenen Partien gesehen hatte. Und dann lobte er die „mannschaftliche Grundordnung, die Kompaktheit, die guten Abläufe in der Offensive und das Herausspielen der Chancen“. Dass seine Mannschaft gegen Rumänien viele Gelegenheiten liegen ließ, unterschlug er großzügig.

    Was das alles personell für Nordmazedonien oder gar die EM bedeutet? Für die Europameisterschaft sind zwei Monate noch reichlich Zeit, um sich in den Kader hinein- oder hinauszuspielen. Dem Frankfurter Rückkehrer Amin Younes, der bislang nur Sekunden-Einsätze hatte, könnte heute Abend sogar die Startformation winken. Ebenso Timo Werner. Möglicherweise muss Leroy Sane seinen Platz dafür räumen, den Löw für seine Defensivarbeit („Extraklasse“) besonders lobte. Sicher ist: Im Tor löst Andre ter Stegen Manuel Neuer ab. Kapitän ist Ilkay Gündogan. Eine Verbeugung vor dem 30-Jährigen, zumal nicht Gündogan sonder Joshua Kimmich mit 52 Einsätzen dann der erfahrendste Nationalspieler. Gündogan aber ist in der Form seines Lebens, auch wenn er das nicht gerne hört. Er ist eine der zentralen Figuren im Spiel von Manchester City, des designierten englischen Meisters und der momentan mutmaßlich besten Vereinsmannschaft der Welt.

    Seit dieser Saison fällt Ilkay Gündogan auch als Torschütze auf

    Seit dieser Saison ist Gündogan nicht nur feinfüßiger Ballverteiler sondern auch als Torschütze auffällig. Dass es so lange gedauert hat, bis der gebürtige Gelsenkirchener dort oben angelangt ist, hängt mit seinem Verletzungspech zusammen, das ihm einen früheren Karrieregipfel verbaut hat. Darum könnte die EM das erste Turnier sein, bei dem Gündogan groß in Erscheinung tritt. Das Trio mit dem wuchtigen Leon Goretzka und der Passmaschine Joshua Kimmich, wahlweise auch dem nicht weniger ballsicheren Toni Kroos gilt als das Herzstück der deutschen Mannschaft.

    Während Gündogan früher der Ergänzungsspieler war, ist er heute Stammkraft. „Ich hatte immer das Gefühl, dass ich es verdiene in der Nationalelf zu spielen“, sagt Gündogan, und bevor es überheblich klingt schiebt der eloquente Mittelfeldmann hinterher, „aber das haben andere auch.“

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