Zum Start der neuen Bundesliga-Spielzeit treten vier Regelanpassungen in Kraft, mit denen die Deutsche Fußball Liga (DFL) das Spiel schneller, gerechter und nachvollziehbarer machen will. Fans dürfen sich auf mehr Transparenz bei Videobeweis-Prozessen freuen, während Torhüter und Elfmeterschützen künftig genauer beobachtet werden.
Abseits Besonderer Fokus liegt auf der Einführung der halbautomatischen Abseitserkennung. Dabei erfassen spezielle Kameras bis zu 29 Körperpunkte pro Spieler, wodurch Abseitsstellungen in Echtzeit erkannt werden sollen. Eine 3D-Linie wird automatisch erzeugt und übermittelt dem Video Assistant Referee (VAR) eine konkrete Empfehlung, ob ein Spieler im Abseits steht. Der Schiedsrichter erhält die Information per Funk; im Stadion wird die Entscheidung als Grafik auf den Videowänden gezeigt. Ziel ist es, die Entscheidungsfindung bei Abseitssituationen zu beschleunigen und Diskussionen über Millimeterentscheidungen zu reduzieren.
Elfmeter Tritt ein Spieler zum Strafstoß an, rutscht weg und berührt den Ball doppelt, so wird der Elfmeter nicht mehr automatisch als verschossen gewertet. Stattdessen wird der Schuss wiederholt, wenn der Ball nach dem Doppelkontakt im Tor war. Landet der Ball nicht im Tor, so wird auf indirekten Freistoß für das gegnerische Team entschieden. Im Elfmeterschießen wird der Strafstoß als verschossen gewertet.
Videobeweis Mehr Klarheit soll es bei Eingriffen des VAR geben. Wenn ein Tor, Elfmeter oder Platzverweis per Videobeweis überprüft wird, müssen die Schiedsrichter ihre Entscheidungen über das Mikrofon per Stadiondurchsage begründen. Zusätzlich dienen Texteinblendungen auf den Videotafeln. Damit folgt die Bundesliga anderen Sportarten wie American Football und sorgt für mehr Transparenz bei Zuschauern im Stadion.
Torhüter Früher galt die „Sechs-Sekunden Regel“ – die allerdings kaum griff, weil der indirekte Freistoß im Strafraum eine drakonische Strafe war. Neu ist die „Acht-Sekunden-Regel“, die konsequenter umgesetzt werden soll. Bringt der Torhüter den Ball nicht innerhalb von acht Sekunden ins Spiel – mit der Hand zeigt der Schiedsrichter die letzten fünf Sekunden an –, bekommt das gegnerische Team einen Eckball. Die Strafe ist milder, folglich wird der Unparteiische diese wohl öfter einsetzen.
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