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WM-Kommentatorin

20.06.2018

ZDF-Sportchef zu Kritik an Claudia Neumann: "Das ist unterste Schublade"

ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann nimmt Reporterin Claudia Neumann nach anhaltender Kritik in Schutz.
Bild: Daniel Karmann/Rainer Jensen, dpa/AZ

Thomas Fuhrmann hat kein Verständnis für die Kritik an Reporterin Claudia Neumann. Ihr dritter Einsatz beim WM-Spiel Japan-Kolumbien ging erneut mit Schmähungen einher.

Während des dritten WM-Spiels der Fußball-Kommentatorin Claudia Neumann konnte ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann seinen Ärger nicht mehr zurückhalten. Mit deutlichen Worten kritisierte Fuhrmann die teilweise hämischen und frauenfeindlichen Beurteilungen der Kollegin im Internet. "Wir akzeptieren natürlich Kritik, auch bei den Kommentatoren - was aber bei Claudia Neumann passiert, sprengt alle Grenzen", sagte Fuhrmann der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. 

"Hier wird offensichtlich etwas Grundsätzliches berührt: Eine Frau kommentiert ein Spiel der Männer-WM. Manche drehen da im Netz völlig durch, das ist unterste Schublade." Die 54 Jahre alte Journalistin kommentierte am Dienstag ihr drittes Spiel bei der Fußball-WM in Russland, den 2:1-Sieg der Japaner gegen Kolumbien. 

Zuvor war Neumann am Wochenende bei Argentinien gegen Island und Costa Rica gegen Serbien im Einsatz, doch nun wurde die Schmähungen dem ZDF-Sportchef zu viel. Demonstrativ stellte er sich hinter seine Mitarbeiterin. "Hass, Häme und Beleidigungen akzeptieren wir nicht", sagte Fuhrmann. "Die Kollegin hat ein hohes Fachwissen und macht einen guten Job bei der Fußball-WM." Dass ihr auch mal Fehler - wie die Verwechselung eines japanischen Spielers - unterlaufen, gehöre wie bei den männlichen Kollegen zum Job.

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Bereits bei der EM vor zwei Jahren hatte es Häme für Neumann gehagelt

Bereits während der Europameisterschaft in Frankreich vor zwei Jahren hatte es viel Häme für Neumann gegeben, die als erste Frau im deutschen Fernsehen Partien einer Männer-EM kommentiert hatte. Die Reporterin, die aktuell nichts zu dem Thema sagen will, reagierte damals gelassen und sagte der dpa: "Sonst kriegen meine männlichen Kollegen das alles ab. Ich habe sie dieses Mal ein bisschen entlastet."

Neumann meinte: "Wenn jemand per se die Frauenstimme bei Fußball-Kommentaren ablehnt, ist eine neutrale Beurteilung kaum möglich. Ich sehe das nicht als Kritik, ich sehe das nur als Beschimpfungen."

Auch Reporter-Legende Marcel Reif hatte Neumann in Schutz genommen

Das ZDF löschte auch bei ihrem dritten WM-Spiel einige Kommentare in den sozialen Netzwerken und schrieb dazu: "Wir lesen Eure Kommentare hier alle, wir nehmen sachliche Kritik ernst und geben sie der Redaktion weiter. Wir haben hier allerdings eine Netiquette und wer in seinem Post mit Schimpfwörtern um sich wirft, muss damit rechnen, dass wir seinen Kommentar löschen. Eine Meinung kann man auch sachlich ausdrücken."

Zuvor hatte bereits Reporter-Legende Marcel Reif die Reporterin in Schutz genommen. Der früher auch beim ZDF tätige Reif sagte der Stuttgarter Zeitung: "Das ist unsäglich, weil es mit Sachlichkeit nichts zu tun hat. Wenn einem Leute zuhören, gibt es immer Leute, die es gut oder nicht gut finden, richtig oder nicht richtig. Aber jemanden so in der Art anzugehen, das verbitte ich mir." Reif sagte außerdem über die Moderatorin: "Bei Claudia Neumann fehlt es nicht an Fachkompetenz. Ausrufezeichen. Punkt." (dpa)

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