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Glosse: Der Sport, das Leben und der Kampf um selbiges

Glosse

Der Sport, das Leben und der Kampf um selbiges

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    Der Mount Everest in Nepal zieht jedes Jahr Bergsteiger aus der ganzen Welt an. Der Aufstieg ist aber lebensgefährlich.
    Der Mount Everest in Nepal zieht jedes Jahr Bergsteiger aus der ganzen Welt an. Der Aufstieg ist aber lebensgefährlich. Foto: Kunga Sherpa/AP, dpa

    Ja, das ist die richtige Grundhaltung zum Thema Sport. Der richtige Spirit, würde man neudeutsch sagen. Der Spiegel ist völlig zu Recht ein deutsches Leitmedium und deshalb selbst für Sportredakteure Pflichtlektüre. In der Online-Ausgabe interessiert da natürlich vor allem der Sportteil. Dort zu finden: viel Fußball - klar, ist ja bald WM. Tennis mit Zverev, auch klar, French Open und so. Direkt darunter stehen am Sonntagnachmittag dann aber gleich zwei Artikel über einen nepalesischen Sherpa, der rekordverdächtig lang in der Todeszone unterhalb des Gipfels des 8849 Meter hohen Mount Everest überlebt hat. Sechs Tage habe sich der Mann kriechend in Richtung Basislager geschleppt. Knallharter Überlebenskampf bei widrigsten Bedingungen sei das gewesen. Teilweise habe man den Mann schon für tot erklärt. „Doch dann die schier unglaubliche Wendung: Der Nepalese kroch in Richtung Basecamp, wurde von einem Müllentsorgungsteam gefunden und in Sicherheit gebracht.“

    Geschichten, wie sie offensichtlich nur der Sport schreibt. Sage noch einer, es gehe nicht um Leben und Tod. Was wir lernen: Ernährung ist speziell im Hochleistungssport wichtig. Der Sherpa habe sich mit einer kleinen Packung Kekse durchgeschlagen, die er zusammen mit Eis aß, um am Leben zu bleiben. Zuvor war er an einem Anstieg abgehängt worden, als er dem Tempo der Spitzengruppe nicht mehr folgen konnte. Auf etwa 8400 Metern Höhe habe es eine brenzlige Situation gegeben, der Sherpa verlor den Anschluss. Aufgeben war aber keine Option. „Das Überleben hängt nicht nur von der körperlichen Stärke, sondern auch von der mentalen Widerstandsfähigkeit ab“, zitiert das Nachrichtenmagazin einen Experten. Wussten wir schon immer: Champions werden zwischen den Ohren gemacht. Zu allseitiger Beruhigung sei an dieser Stelle gesagt, dass der Mann inzwischen im Krankenhaus liegt und sein Zustand stabil ist.

    Direkt unter den beiden Artikel ging es am Sonntag dann übrigens um die Frage: „Sie haben Arthrose im Knie? Darum ist Sport die beste Lösung“. Sechs Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Knieschmerzen, viele bewegen sich deshalb kaum noch. Aber Schonung ist falsch, steht zu lesen. Unser Tipp: Erklimmen Sie doch lieber mal wieder einen Berg. Muss ja nicht gleich der Mount Everest sein. So oder so: Immer an eine Packung Kekse denken. Man weiß ja nie, was passiert.

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