Es braucht viele Talente, um Tarzan sein zu können. Ein bisschen klettern reicht da nicht. Auf keinen Fall. Brüllen muss er können, der echte Tarzan und einen muskelbepackten Körper haben, das steht außer Frage. Es ist ja auch kein Kinderspiel, sich durch den Urwald zu schwingen. Bei all den Gefahren, die da lauern, braucht es Mut und Entschlossenheit.
Entschlossen immerhin war ein 35-Jähriger, der einen Park in Rosenheim ausgesucht hatte, um sich zumindest für wenige Momente wie Tarzan zu fühlen. Der Mann also schrie aus Leibeskräften, was offensichtlich nicht jedem gefiel. Zumindest riefen ein paar Spaziergänger umgehend den Notruf an, weil sie so gar nicht verstehen konnten, was da gerade vor sich ging. War wohl kein Fan von Johnny Weissmuller dabei, der in seiner Berufung als Schauspieler Tarzan verkörperte. Wohl aber etwas authentischer als der 35-Jährige in Rosenheim.
Eine Liane fand Tarzan in Rosenheim nicht
Als die Polizei im besagten Park ankam, gab der Mann noch immer keine Ruhe. Er schrie einfach weiter – weil das Tarzan ebenso macht. Polizeiliche Ermahnung hin oder her. Und weil Tarzan eben auch klettern kann, suchte er sich den nächsten Baum, um in die Höhe zu verschwinden. Dumm nur, dass er keine Liane fand, die ihm womöglich bei der Flucht geholfen hätte.
Die Beamten jedenfalls fanden das alles wenig lustig. Die Erklärung des 35-Jährigen dagegen schon eher. Er sei Tarzan, behauptete er steif und fest, und wolle sich eben auch so fühlen. Schreien und Klettern inklusive. Wird doch erlaubt sein, auch in Rosenheim. Allerdings durfte er die folgende Nacht nicht in einer Baumhütte verbringen. Stattdessen musste er zur Ausnüchterung in eine Polizeizelle.
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