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Handball-WM 2025 - Deutschland gegen Portugal: Zeit für das deutsche WM-Gesicht

Handball-WM

Jetzt wird es Zeit für das deutsche WM-Gesicht

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    Timo Kastening und die deutschen Handballer treffen am Mittwochabend auf einen recht unberechenbaren Gegner im WM-Viertelfinale. Schon drei Favoriten haben die Portugiesen aus dem Turnier gekegelt.
    Timo Kastening und die deutschen Handballer treffen am Mittwochabend auf einen recht unberechenbaren Gegner im WM-Viertelfinale. Schon drei Favoriten haben die Portugiesen aus dem Turnier gekegelt. Foto: Sören Stache, dpa

    Es geht wuselig zur. Vor allem aber ist die Stimmung extrem entspannt. Die brasilianischen Handballer machen sich bestens gelaunt auf den Weg in Richtung Mittagessen, während die Portugiesen in der Lobby des Osloer Hotels Scandic ganz gechillt eine Runde Shuffleboard spielen. In kurzen Hosen, Flip-Flops oder Badelatschen demonstrieren sie südeuropäische Gelassenheit. Und die wollen sie auch am Mittwoch (20.30 Uhr/live in der ARD) im WM-Viertelfinale gegen Deutschland an den Tag legen.

    Bundestrainer Alfred Gislason sieht das natürlich anders. Er möchte der großen iberischen Spaß-Fraktion die unübersehbare Freude nehmen, sie mit einem Sieg nach Hause schicken. Und diese Entschlossenheit verkörpert der Isländer auch aus, als er am Dienstagmittag ein paar Meter von den lachenden Portugiesen entfernt sein übliches Pokergesicht aufsetzt. Nur eine Kampfsange kommt ihm nicht über die Lippen. Auch diese verbale Vorsicht ist typisch für ihn, weshalb er dann auch von einem „50:50-Spiel“ spricht: „Beide haben die Chance auf den Sieg.“

    Handball-WM Viertelfinale: „Knorr wird phasenweise spielen können“

    Nach seiner Rückkehr aus Deutschland und überstandener Erkrankung trainierte Juri Knorr am Montagabend erstmals mit der Mannschaft. „Er strahlt über das ganze Gesicht“, beschreibt Rechtsaußen Lukas Zerbe den Gemütszustand des DHB-Stars, der auf jeden Fall gegen Portugal im Kader stehen wird. Darauf legt sich Bundestrainer Gislason schon vor dem Abschlusstraining am Dienstag fest.

    Einen Einsatz des Schlüsselspielers über 60 Minuten schließt der 65-Jährige allerdings kategorisch aus: „Juri merkt, dass er nicht bei 100 Prozent ist. Er wird phasenweise spielen können – und das ist ein großer Verlust für uns. Das ist in etwa so, als wenn Dänemark ohne Gidsel spielen muss.“ Also ohne den besten Handballer der Welt.

    Erwartet wird im Viertelfinale ein Duell auf Augenhöhe, auch wenn die Deutschen in der öffentlichen Wahrnehmung zum Favoriten in diesem Duell zweier hochtalentierter Teams gemacht werden. Schließlich traten die Portugiesen bislang nicht als absolute Handball-Großmacht in Erscheinung, während die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) vor wenigen Monaten noch Olympia-Silber gewann und zuvor ins EM-Halbfinale eingezogen war. „Was die Öffentlichkeit aus dem Spiel macht, wird Herrn Gislason recht wurscht sein“, flachst Rechtsaußen Timo Kastening.

    Handball-WM: Gislasons Vorsicht vor dem WM-Viertelfinale gegen Portugal

    Der 29-Jährige weiß natürlich ganz genau, dass der Bundestrainer vor dem Gegner eindringlich warnen und die Sinne schärfen wird. So wie es Gislason schon zuvor mit Polen, Schweiz, Tschechien und Italien machte. Man muss sich allerdings auch nicht kleiner machen, als man selbst ist. Denn zur Wahrheit gehört ja ebenfalls, dass die Deutschen nicht nur auf ein Spitzenteam treffen. Sie selbst sind auch eines. Und können entsprechend selbstbewusst auftreten. Auch wenn bei der Weltmeisterschaft in Vor- und Hauptrunde noch nicht alles so geschmeidig lief wie im märchenhaften Olympia-Sommer. „Wir hatten mental schwierige Spiele, in denen es Spitz auf Knopf stand und in denen wir kämpfen mussten. Es war einiges dabei – aber am Ende stehen wir jetzt im Viertelfinale“, sagt Mittelmann Luca Witzke. Soll heißen: Auch wenn nicht alles perfekt lief, es mal Probleme in der Abwehr und dann wieder im Angriff gab, gewannen die Deutschen dann doch fünf von sechs WM-Partien. Sie schlugen vor dem Turnier in zwei Testspielen zudem die Brasilianer, die nun auch im Viertelfinale stehen und wie die Portugiesen die favorisierten Teams aus Schweden, Spanien und von Gastgeber Norwegen hinter sich ließen.

    Was den Deutschen bislang allerdings fehlte, war der Glanz. Eine Leistung am Limit. Doch die werden sie brauchen. Es wird jetzt Zeit für das wahre Gesicht. Das sieht auch Witzke so: „Wir wissen, dass wir noch viel besseren Handball spielen können - und wahrscheinlich auch müssen.“ Gegen Portugal wollen die Deutschen ein „geiles Viertelfinale“ hinlegen, wie Witzke betont. Oder wie es Linksaußen Lukas Mertens formuliert: „Das ist eines der Spiele, für das ich angefangen habe, Handball zu spielen.“

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