Kaum jemand sucht sich seinen Namen selber aus. Wäre man selbst dafür verantwortlich, was im Pass steht, würden weniger Kläuse und Dörtes die Erde bevölkern. Seinen Namen kann man nicht so leicht ändern wie das Geschlecht. Alter Gag, gefällt vielen AfD-Wählern. Die sollen auch mal lachen dürfen. Da andere für die Namenswahl zuständig sind, bringt es nichts, sich darüber aufzuregen. Und wer sich partout nicht mit seinem Namen abfinden will, soll einfach Sportler werden. Da sind Namensänderungen nichts Unübliches. Andreas Neuendorf etwa lief unter seinem Spitz- und Künstlernamen „Zecke“ auf. Das Alter Ego von Jürgen Klinsmann war „Jay Goppingen“.
Weil der Stürmer nach Beendigung seiner Karriere kein großes Bohei um sein Comeback für einen amerikanischen Viertligisten machen wollte, spielte er unter einem anderen Namen, der gleichzeitig eine Reminiszenz an seine Geburtsstadt Göppingen war. Gerade in unteren Amateurligen und im Jugendfußball kommt es immer wieder zu spontanen Persönlichkeitswechseln. Sollte ein Verteidiger beispielsweise wegen einer unberechtigten Roten Karte aufgrund eines versehentlichen Nasenbein zerberstenden Ellenbogenschlags von den ahnungslosen Funktionären für mehrere Wochen aus dem Spielverkehr gezogen werden, gibt es Abhilfe. Irgendwo findet sich immer noch ein Spielerpass (mittlerweile natürlich digital), dessen Besitzer längst in einem anderen Land wohnt, vom Verein aber aus guten Gründen davon überzeugt wurde, sich noch nicht vom Spielbetrieb abzumelden.
Dominik Kohr ist jetzt Rekordhalter
Dominik Kohr bleibt dieser Weg wohl verwehrt. Der Mann hat gegen den FC Augsburg seinen achten Platzverweis in der Bundesliga bekommen. Damit hat er den von Jens Nowotny und Luiz Gustavo gehaltenen Rekord eingestellt. Kohr ist in der Liga bekannt. Wahrscheinlich würde es auffallen, wenn er unter einem anderen Namen spielt. Sicher sein kann man sich freilich nicht, wie am Sonntag der Berlin-Marathon gezeigt hat. Man tritt Dominik Kohr sicher nicht zu nahe mit der Feststellung, dass Pop-Star Harry Styles global eine noch größere Bekanntheit genießt als der Mainzer, dem von den Schiedsrichtern so viel Leid angetan wird.
. In 2:59:13 Stunden lief er eine herausragende Zeit für Amateure. Angemeldet hatte er sich freilich nicht als „Harry Styles“, sondern unter dem Pseudonym „Sted Sarandos“. Wer auch immer am kommenden Samstag die Mainzer pfeift: Er sollte sich die Gesichter genau anschauen.
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