Nicht einmal Kindern wird es zugetraut, ihrer Leidenschaft aus reiner Freude nachzugehen. Kein Fußballturnier, an dessen Ende sich die Nachwuchskicker nicht über Pokale oder (viel besser) Medaillen freuen. Glitzerndes Blech als Sehnsuchtsziel. Ähnlich beliebt sind Jumbo-Packungen Gummibären, deren prompte Vertilgung die Heimfahrt im Mannschafts-Van zum blutgezuckerten Autobahnalbtraum macht. Nährwertiges als Prämie auszuloben, hat eine lange Tradition, die in der Antike wurzelt. Damals stellte man den Siegern der Olympischen Spiele eine Speisung im Prytaneion in Aussicht. Im besagten Prytaneion wurden die Regierungsgeschäfte geführt. Damals galt es noch als Ehre, dort dinieren zu dürfen.
Heutzutage springen nur noch Kinder auf Kalorien an. Ansonsten hat sich die Prämienzahlung von kulinarischen Genüssen fortentwickelt. Der neue und alte für seinen wiederholten Triumph. Die dem Sport gewiss zuträgliche Körperfülle lässt vermuten, dass er willens ist, einen Teil davon in Gummibären zu investieren. Geld gilt immer noch als effizientester Leistungstreiber. Deswegen ist es üblich, Stürmern Prämien beim Erreichen einer bestimmten Anzahl von Toren zu versprechen. Selbst Olympiasieger, die ja ehedem hauptsächlich wegen des Ruhmes (und der Speisung im Prytaneion) höher, schneller und weiter laufenspringenwerfen, spechten auf den Mammon, der ja gar nicht so schnöde daherkommt.
In Österreich gibts eine Toilette als Prämie
Deutsche Gewinner erhielten bei den vergangenen Sommerspielen 20.000 Euro. In Österreich wiederum wurden die 20.000 Euro noch um den Gutschein für ein Luxus-Klo mit Bidet-Funktion erweitert. Immerhin zwei Sieger verrichten Allzumenschliches nun auf gehobenem Standard.
Nicht immer aber sind es Sachzuwendungen, deretwegen sich die Athleten mühen. Die israelische Skirennfahrerin Noa Szollos hat im Slalom von Kranjska Gora die ersten alpinen Weltcup-Punkte der Historie für ihr Heimatland geholt und wird möglicherweise bald eine neue Mitbewohnerin erhalten. Die 22-Jährige hatte schon vor mehreren Jahren mit ihren Eltern vereinbart, dass sie eine Katze bekommt, sollte sie ihre ersten Weltcup-Zähler sammeln. Tierische Wetten liegen offenbar im Trend. Augsburgs Trainer Manuel Baum hatte seiner Tochter ein Pferd versprochen, falls er sein 100. Bundesligaspiel als Trainer bestreitet. Kurz vor Weihnachten gelang ihm das. Und angefangen hat alles mit Gummibären.
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