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Keine Migranten, nur Meckern: Darum werden Deutschlands Leistungssportler abgehängt

Leistungssport

Amina wird wohl keine Olympiasiegerin

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    Kindern muss Spaß an der Bewegung vermittelt werden.
    Kindern muss Spaß an der Bewegung vermittelt werden. Foto: Britta Pedersen, dpa

    Möglicherweise feiert morgen eine kommende Olympiasiegerin ihren neunten Geburtstag. Wenn Deutschland die Olympischen Sommerspiele 2040 tatsächlich austragen darf, wäre sie 23 Jahre alt. Das Mädchen heißt möglicherweise Anna, Isabella oder Antonia. Unwahrscheinlich ist, dass es Fatima, Amina oder Mayla heißt. Am wahrscheinlichsten ist natürlich, dass sie nicht Olympiasiegerin wird. Weil nur die wenigsten die körperlichen und motivatorischen Voraussetzungen mitbringen, Olympiasiegerin zu werden. Es ist aber eine gesellschaftliche Schande, dass es dem Mädchen systematisch schwer gemacht wird, seinen Traum zu verfolgen. Möglicherweise sogar, diesen Traum überhaupt zu entwickeln.

    Der Blick auf den Medaillenspiegel der Winterspiele richtet sich nach oben. Dort steht Norwegen und verständlicherweise stellt sich die Frage: Was lässt sich von dem Land mit den 5,5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern lernen? Das Augenscheinliche: Dort gibt es mehr Schnee. Ansonsten: Die Kinder bewegen sich viel, spezialisieren sich erst spät und tragen lange Zeit keine Wettkämpfe aus. Das widerspricht der immer wieder genannten Vermutung, den deutschen Kindern fehle es an Wettkampfhärte, und wer Bundesjugendspiele abschaffe, müsse sich nicht wundern, wenn es an Leistungsbereitschaft fehle.

    Vielmehr fehlt es den Kindern an der Ermutigung, sich zu bewegen.

    Der Blick nach Norwegen ist gut, das System dort kann allerdings keine Blaupause für Deutschland sein. Vielleicht sollten hier die Bundesjugendspiele einen festen Platz haben. Wahrscheinlich ist es egal. Viel wichtiger ist, dass sich die Couch-Experten an die frische Luft begeben und sich mit den Kindern bewegen. Dass sie nicht an Staat, Schule und Verein delegieren. Viel wichtiger ist, Kinder aus sozial schwächeren und migrantischen Familien zu ermutigen, sich in Sportarten zu versuchen, die nicht Fußball sind. Fatima, Amina oder Mayla sind selten auf einer Skisprungschanze oder in der Loipe anzutreffen. Sie sind nicht Mitglied des Bahnrad-Vierers oder der Dressur-Equipe.

    Viele Sportarten sind privilegierten biodeutschen Mittel- und Oberschichtkindern vorbehalten. Sport sollte nicht von Herkunft und Geldbeutel abhängig sein. So ist es aber. Bislang fehlt der Wille, sich um diese Kinder zu bemühen. Vielleicht feiert morgen auch keine Olympiasiegerin von 2040 ihren neunten Geburtstag. Möglicherweise aber ermutigt jemand das Mädchen, eine neue Sportart auszuprobieren. Happy Birthday!

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