In Nordrhein-Westfalen laufen gerade sage und schreibe 17 parallele Abstimmungen, ob sich die Region Rhein-Ruhr um die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 bewerben soll. Mehr als vier Millionen Menschen in Aachen, Bochum, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Herten, Köln, Krefeld, Leverkusen, Mönchengladbach, Monheim am Rhein, Oberhausen, Pulheim, Recklinghausen und Wuppertal haben Wahlunterlagen zugeschickt bekommen, in denen sie „Ja“ oder „Nein“ ankreuzen können. Ist die Mehrheit in einer dieser 17 Kommunen gegen die Olympiabewerbung, fällt sie aus der Liste und soll durch eine alternative Sportstätte ersetzt werden. Doch was passiert, wenn ein Schwergewicht wie Köln „Nein“ sagt?
In München dürften sie das fragile Prozedere mit großem Wohlwollen beobachten, da sie dort ihr Referendum schon in trockenen Tüchern haben. Im vergangenen Oktober stimmte die bayerische Landeshauptstadt mit großer Mehrheit für eine Bewerbung. Fehlen noch Hamburg, wo am 31. Mai abgestimmt wird, und Berlin, wo das Abgeordnetenhaus votiert.
In München wird bereits an der Olympia-Bewerbung gearbeitet
Die Bayern haben also vorgelegt und arbeiten auch hinter den politischen Kulissen straff auf eine Münchner Bewerbung hin, auch wenn der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) im September die Entscheidung trifft. Dabei soll eine „Bewertungsmatrix“ zum Einsatz kommen, die „insbesondere die internationale Wettbewerbsfähigkeit und die Wirtschaftlichkeit der eingereichten Vorschläge“ unter die Lupe nimmt. Mancher kann sich darunter erst einmal wenig vorstellen, obwohl Matrizen doch nur ein Schlüsselkonzept der linearen Algebra sind und in fast allen Gebieten der Mathematik auftauchen. Sie stellen Zusammenhänge, in denen Linearkombinationen eine Rolle spielen, übersichtlich dar und erleichtern Rechen- und Gedankenvorgänge. Ist doch klar.
Das kriegen sie locker hin beim DOSB. Zumal es ja auch wurscht ist, was die ausrechnen, denn dann kommt ja noch das Internationale Olympische Komitee (IOC) an die Reihe und trifft die endgültige Entscheidung. Die dortigen Rechen- und Gedankenvorgänge sind für Außenstehende tatsächlich nicht mehr nachvollziehbar. Sicher ist nur, dass es dort kaum jemand interessieren dürfte, ob in Monheim am Rhein, Pulheim oder Recklinghausen die Mehrheit für eine Olympia-Bewerbung gestimmt hat.
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