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Kommentar zu Fifa, IOC und IPC: Sport wirft sich den Mächtigen an den Hals

Kommentar

Der Sport wirft sich den Mächtigen an den Hals

Andreas Kornes
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    Fifa-Chef Gianni Infantino (rechts) pflegt einen unterwürfigen Umgang mit dem US-Präsidenten Donald Trump.
    Fifa-Chef Gianni Infantino (rechts) pflegt einen unterwürfigen Umgang mit dem US-Präsidenten Donald Trump. Foto: Chris Carlson, dpa

    Als der Präsident des Fußballweltverbands Fifa, Gianni Infantino, im vergangenen Dezember dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Donald Trump, einen eigens dafür geschaffenen Friedenspreis überreichte, wurde das allseits belächelt. Der eine hat sich den Fußball untertan gemacht, der andere gleich die ganze Welt, zumindest große Teile davon. Also schmeichelte sich der eine bei dem anderen ein. So weit, so Infantino. Immerhin sind die USA ja einer von drei Gastgebern der anstehenden Fußball-WM. Mittlerweile ist die Komik dieser Aktion bitterer Realität gewichen. Der Friedenspreisträger führt Krieg im Nahen Osten. Und der Sport? Hat sich einmal mehr zum Steigbügelhalter der Weltpolitik verzwergt.

    Donald Trump warnt die iranische Nationalmannschaft

    Trump hat der iranischen Fußball-Nationalmannschaft empfohlen, nicht zur WM zu reisen. Sie sei zwar willkommen, „aber ich glaube wirklich nicht, dass es angemessen ist – wegen ihres eigenen Lebens und ihrer Sicherheit.“ Iran wiederum ließ wissen, dass man dann doch lieber die USA ausschließen möge, wenn diese als Gastgeber nicht die Sicherheit der teilnehmenden Mannschaften garantieren könne. Man darf sich sicher sein, dass dieses Hin und Her noch längst nicht beendet ist. Unabhängig von den politischen Absichten und Hintergründen ist es aber eine mindestens groteske Situation, wenn iranische Fußballer in dem Land spielen sollen, das sich mit dem eigenen im Krieg befindet.

    Russen durften bei den Paralympics wieder mitmachen

    Bei den Paralympics gab es diesbezüglich bemerkenswerte Szenen zu sehen. Dort trafen Sportler aus der Ukraine auf Sportler aus Russland. Vier Jahre nach dem Beginn der russischen Vollinvasion in der Ukraine scheint der Aggressor auf bestem Wege, wieder auf die großen Bühnen des Sports zurückzukehren. Das gelang in diesem Fall durch geschicktes Taktieren auf der Generalversammlung des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) im vergangenen Jahr. Dort hatte eine große Mehrheit für die Rückkehr Russlands gestimmt. Die Stimmen kamen hauptsächlich aus Afrika, Asien und Südamerika. Länder, die großteils gar nicht bei Winter-Paralympics vertreten sind. Böse Zungen behaupten, dass es nicht allzu teuer gewesen sein dürfte, die Vertreter dieser Nationen von einem prorussischen Votum zu überzeugen.

    Infantino und Coventry kramen in der Mottenkiste

    Hier schließt sich ein Kreis, denn Infantino findet (wenig überraschend) auch, dass es an der Zeit sei, Russland im Fußball wieder mitspielen zu lassen. Die WM verpassen die Russen allerdings, weil sie von der Qualifikation ausgeschlossen waren. Beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) ließ dessen neue Präsidentin Kirsty Coventry ebenfalls schon durchblicken, dass die Zeichen auf Rückkehr stehen könnten. Dafür hat sie ein uraltes Argument aus der Mottenkiste der Sportfunktionäre gekramt: Der Sport müsse als neutrales Feld bewahrt werden. Der Sport ist aber vor allem ein Flickenteppich. In einigen Sportverbänden ist russischen Athleten die Teilnahme ohne Einschränkungen erlaubt, in anderen sind sie komplett ausgeschlossen. 

    Russland, Ukraine, Iran, USA, Trump, Infantino, Coventry – Sport und Weltpolitik waren vielleicht noch nie so eng miteinander verwoben wie dieser Tage. Allianzen wurden geschlossen. Manche vor aller Augen, manche im Verborgenen. Und der Sport? Bleibt ein Spielball der Mächtigen. Dabei könnte er die laute Stimme des Friedens sein in diesen kriegerischen Zeiten. Davon ist nichts zu hören.

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