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Laura Dahlmeier: Ihr tragischer Tod und das Vermächtnis einer außergewöhnlichen Sportlerin

Laura Dahlmeier

DSV-Geschäftsführer: „Wenn eine quasi unsterblich ist, dann war es die Laura“

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    Ein Foto, Kerzen, Rosen und eine Schleife mit der Aufschrift „Für immer Laura“ stehen im Einrichtungsgeschäft Dahlmeier im Schaufenster. Die frühere deutsche Biathletin Laura Dahlmeier ist beim Bergsteigen in Pakistan tödlich verunglückt.
    Ein Foto, Kerzen, Rosen und eine Schleife mit der Aufschrift „Für immer Laura“ stehen im Einrichtungsgeschäft Dahlmeier im Schaufenster. Die frühere deutsche Biathletin Laura Dahlmeier ist beim Bergsteigen in Pakistan tödlich verunglückt. Foto: Uwe Lein, dpa

    Das Drama um den tragischen Tod von Laura Dahlmeier bewegt die Menschen in ganz Deutschland. Das Schicksal der Ex-Biathletin berührt ähnlich wie der tragische Skiunfall von Formel-1-Legende Michael Schumacher, der 2013 schwer verletzt überlebte. Stefan Schwarzbach, Geschäftsführer des Deutschen Skiverbandes, begleitete viele Jahre lang die Sportlerin, die mit 31 Jahren im pakistanischen Hochgebirge bei einem Steinschlag ums Leben gekommen ist. „Ich habe einen Anruf von Dahlmeiers Vater Andreas erhalten, der mich informierte. Ich dachte immer, wenn eine ihre Ziele erreicht und quasi unsterblich ist, dann war es die Laura. Mir hat es komplett den Boden unter den Füßen weggezogen“, erzählt Schwarzbach, der viele Facetten von Dahlmeier kennt.

    So bleibt der Mensch Laura Dahlmeier in Erinnerung

    Der Mensch „Laura war ein Mensch mit Ecken und Kanten. Sie war jetzt keine stromlinienförmige Athletin. Sie war nicht Everybody‘s Darling, sondern sie hat sehr dezidiert ihre Meinung gesagt. Das war das, was die Leute und auch mich beeindruckt hat“, erinnert sich Schwarzbach an die Zusammenarbeit. Als der 55-jährige aus Betzigau das erste Mal Dahlmeier neben der Loipe traf, war die Sportlerin 19 alt. Olympiasiegerin Magdalena Neuner hatte ihre Karriere früh mit 25 Jahren beendet. Der Verband suchte nach einer neuen Identifikationsfigur. Von der ersten Minute an habe Dahlmeier klargemacht, dass sie nicht die neue Neuner, sondern dass sie Laura Dahlmeier sei.

    „Sie war eine ganz eigene Persönlichkeit, mit anderen Verhaltensmustern und Herangehensweisen. Es gab genug Menschen, die sie mit ihrer sehr direkten Art das eine oder andere Mal vor den Kopf gestoßen hat. Aber sie war nicht nachtragend und hat die Konflikte gelöst.“ Als Neuner ans Karriereende dachte, kündigte sie gegenüber dem Sportfunktionär an: „Du brauchst nicht traurig zu sein. Da kommt eine ganz Wuide.“

    Stefan Schwarzbach begleitete als DSV-Vorstand viele Jahre lang die Karriere von Laura Dahlmeier.
    Stefan Schwarzbach begleitete als DSV-Vorstand viele Jahre lang die Karriere von Laura Dahlmeier. Foto: Deutscher Skiverband

    Die Biathletin „Biathlon war eine Passion für sie, aber in erster Linie war es ihr Beruf. Aus dem Talent, das ihr der liebe Gott gegeben hat, hat sie das Maximale herausgeholt“, sagt der Vorstand Kommunikation beim DSV. 2013 kam die zierliche Frau in den Weltcup. Bei den Weltmeisterschaften 2017 in Hochfilzen ging ihr Stern auf. Die Ausbeute: Fünfmal Gold und eine Silbermedaille. „Das war so nicht geplant gewesen. Aber beim Erfolg mit der Staffel, als Laura den Sekt wie bei der Formel 1 auf dem Podium verspritzt hat, das sind Momente, die ich nie vergessen werde. Das war einer der emotionalen Höhepunkte ihrer Karriere.“

    Im Jahr darauf holte sich Dahlmeier in der Gefriertruhe von Pyeongchang bei Temperaturen um minus 20 Grad zwei Goldmedaillen. Dahlmeier ging es wie ein Projekt an. „Olympia-Gold stand bei ihr auf der Bucket-List. Das wollte sie abhaken. Dadurch, dass das Jahr davor so erfolgreich war, war es für sie eine Art Projekt, das sie angegangen ist, wie eine Expedition beim Klettern und beim Bergsteigen. Das war nüchterner und pragmatischer als Hochfilzen.“

    „Eine der besten Biathlon-Expertinnen, die wir hatten“

    Die TV-Moderatorin Ihre Arbeit als Expertin für das ZDF sei Dahlmeier genauso akribisch angegangen wie ihre Expeditionen. „Sie hat auch bei mir nachgefragt, ob ich zu einem Thema zusätzliche Informationen habe, die sie dann den Zuschauern vermitteln kann. Obwohl Medienarbeit nie Leidenschaft gewesen ist, hat sie das hochprofessionell gemacht.“ Für Schwarzbach war sie „eine der besten Biathlon-Expertinnen, die wir in den letzten Jahren hatten. Weil sie sich nicht unvorbereitet vor die Kamera gestellt oder uns von alten Zeiten erzählt hat.“

    Unglück in Pakistan: Laura Dahlmeier von einem riesengroßen Stein getroffen

    Die Bergsteigerin Nach dem Karriereende reiste Dahlmeier um die Welt. USA, Peru, Iran oder Nepal – überall stand die 31-Jährige auf sehr hohen Gipfeln, stellte dabei Rekorde auf. „Sie war ein Mensch mit ausgeprägtem Willen. Sie wusste genau, was sie will und was sie nicht will. Das habe ich so auch nicht mehr erlebt“, erinnert sich Schwarzbach. Sie hatte ein Testament aufgesetzt und verfügt, dass in einem Fall wie ihrem niemand sein Leben riskieren darf, um sie zu bergen. Ihr Wunsch war es, ihren Leichnam in diesem Fall am Berg zurückzulassen. Schwarzbach: „Als Normalsterblicher beschäftigst du dich nicht mit solchen Themen. Nicht in diesem Alter.“

    Auch am Unglückstag hatte sie eine klare Entscheidung getroffen, wie ihre Seilpartnerin Marina Krauss am Donnerstag in einer Presserunde erklärte. „Wir wussten, dass wir das technisch auf jeden Fall draufhaben, dass laut der Wettervorhersage und wenn wir eben in der Nacht starten, dass es alles machbar ist“, sagte sie über die Vorbereitung. Dennoch hätten sie sich unterhalb des Gipfels des Leila Peak entschlossen, umzudrehen. Auf dem Abstieg wurde Dahlmeier von dem Steinschlag getroffen. „Wenn wir eine halbe Stunde früher dran gewesen wären, dann wären wir auch sicher runtergekommen.“

    Dahlmeier seilte als Zweite ab. „Ich habe beobachtet, wie die Laura ein riesengroßer Stein getroffen hat, und wie sie dann gegen die Wand geschleudert wurde. Von dem Moment an hat sie sich auch nicht mehr bewegt“, schilderte die Bergsteigerin, die selbst unverletzt blieb.

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