Manche halten Fußball für ein Spiel. Dabei ist Fußball eine todernste Angelegenheit. Schon bei der Auswahl der Trikotnummern hat für viele Profis der Spaß ein Loch. Für manche Kicker ist die Auswahl der Nummer wichtiger als die des Friseurs oder Tätowierers. Das will etwas heißen. Belege für die Tragweite der Ziffern-Wahl gibt es ausreichend in der Geschichte des Weltfußballs.
So trug einst Torwart Jens Lehmann die Nummer 9, die eigentlich dem klassischen Mittelstürmer vorbehalten ist. Hintergrund: Im Kampf um die Nummer eins im deutschen Tor vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland, vulgo Sommermärchen genannt, wollte sich der eigenwillige Schlussmann von Arsenal London nicht fügen. Bei einem Freundschaftsspiel im November 2005 gegen Frankreich weigerte sich der Gegenspieler von Oliver Kahn die Ersatztorhüter-Nummer 12 zu tragen. Am Ende verdrängte Lehmann den Titan Kahn im Tor.
Ein Verdrängungsproblem hatte auch Ivan Zamorano. Für den Brasilianer Ronaldo musste der Chilene im Dress von Inter Mailand seine geliebte 9 hergeben. So leicht lässt sich ein Zamorano nicht ausspielen. Der Stürmer wählte die 18 und ließ sich vom Zeugwart zwischen der 1 und der 8 ein kleines Pluszeichen auf sein Dress nähen.
Montage zeigt eine Mixtur aus Leweling und Ronaldo
Eben jener Ronaldo, also nicht der Schönling aus Portugal, spielt in der aktuellsten Neuner-Geschichte eine Rolle. Der deutsche Nationalspieler Jamie Leweling läuft bei der Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada überraschend mit der Rückennummer 9 auf – und reagiert darauf mit Humor. Auf Instagram veränderte der Flügelspieler nach der Bekanntgabe der Nummern sein Profilbild – und ließ sich dabei von der berühmten Dreiecks-Frisur des einstigen brasilianischen Topstürmers Ronaldo von der WM 2002 inspirieren. Das Profilbild zeigt eine Montage mit einem Mix aus Leweling und Ronaldo.
Leweling trägt die Zamorano-Neun in Stuttgart
Leweling wird die Nummer für den klassischen Stürmer tragen – und nicht etwa sein Vereinskollege Deniz Undav oder der frühere Stuttgarter Nick Woltemade. Der 25-Jährige ist flexibel einsetzbar. Er ist aber kein klassischer „Neuner“ und spielt in der Regel auf der Außenposition. Als Stoßstürmer in der Mitte und gelernter „Neuner“ ist eher England-Legionär Kai Havertz eingeplant, der jedoch seine angestammte 7 beibehält. Wie von Wunderhand fügt sich alles: Beim VfB Stuttgart trägt Leweling die 18, also die Zamorano-Neun.
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