Zum Einstieg die Geschichte eines Bekannten. Während des Badeurlaubs warf er seine kleine Tochter im Überschwang der Vatergefühle mit Karacho ins Meer. Als sich das Kind aus seinen Händen löste, folgte ihm allerdings der Ehering gleich hinterher. Kind und Ring flogen in trauter Zweisamkeit davon. Ersteres kam schnell wieder an die Oberfläche, Zweiterer nicht.
Zumindest Letzteres blieb einem Lasterfahrer aus Berlin erspart. Er hatte auf der Toilette einer Autobahnraststätte bei Wunsiedel seinen Ehering liegen lassen. Zu Hause ereilte ihn die bittere Erkenntnis: Das gute Stück ist weg. Materieller Wert: 4000 Euro. Immaterieller Wert: unbezahlbar. Die Gattin: mutmaßlich angesäuert, ob des Sachverhalts männlicher Vergesslichkeit.
Anders, als der eingangs erwähnte Bekannte, hatte unser Lasterfahrer aber fast schon unverschämtes Glück. Ein anderer Trucker aus Oberviechtach fand das Goldstück, nahm es mit und brachte es in seiner Heimatstadt zur Polizei, die den Ring ans Fundbüro der Stadt weiterleitete. Nach diversen Irrungen und Wirrungen erreichte diese Nachricht den entringten Ehemann, der umgehend nach Oberviechtach eilte und den Ring abholte. Die Dankbarkeit: riesig. Zitat: „Mir fällt ein Stein vom Herz, meiner Frau fällt ein Stein vom Herzen und meiner Ehe fällt ein Stein vom Herzen.“
Am Ende stehen zwei Erkenntnisse. Erstens: Wer einen Ehering verlieren möchte, tue das lieber auf einem Autobahnraststättenlokus, als an einem Sandstrand. Was zu zweitens führt: Es gibt noch ehrliche Menschen. Der Finder soll eine Belohnung bekommen. Da lasse er sich „nicht lumpen“, sagte der Berliner. Er überlege nun sogar, mit seiner Gattin nach Oberviechtach zu ziehen. Falls er seinen Ehering mal wieder verliert, wäre der ehrliche Finder nicht weit.
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