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Formel 1
12.09.2021

Vettels Zukunft: Aston Martin hat keinen Plan B

Aston Martin-Pilot Sebastian Vettel schweigt bisher zu seinen Plänen für die Zukunft. Eine Vertragsverlängerung steht zwar im Raum, doch beide Seiten scheinen unzufrieden zu sein.
Foto: Bradley Collyer/PA Wire, dpa

Während viele Cockpits für die neue Saison mittlerweile besetzt sind, herrscht beim viermaligen Weltmeister Unklarheit. Sogar ein Karriereende scheint noch möglich.

Mal wieder Sebastian Vettel. Wie schon vor einem Jahr. Da war längst klar gewesen, dass er Ferrari verlassen wird. Auf Druck der Scuderia. Aber wie würde es mit dem viermaligen Weltmeister weitergehen? Das war lange Zeit unklar, sogar ein Karriereende schien möglich. In Monza verkündete Vettel schließlich, dass er künftig für Aston Martin fahren wird. Eine Retourkutsche, klaute er damit doch den Italienern ausgerechnet beim Formel-1-Heimspiel die Schlagzeilen.

Sebastian Vettel macht sich um seine Zukunft keine Sorgen

Nun ist Vettel in einer ähnlichen Situation. Wieder ist unklar, wie es mit dem viermaligen Weltmeister weitergehen wird. Diesmal aber nutzte er nicht die Bühne Monza, um für Klarheit zu sorgen. Er sagte vielmehr nur, dass er sich um seine Zukunft keine Sorgen mache. Er rechne mit einer schnellen Klärung. Auch Otmar Szafnauer, Teamchef bei Aston Martin, verkündete, dass die Angelegenheit nicht kompliziert sei. Warum dann nicht sofort verkünden, dass der Vertrag verlängert werde, zumal ja ohnehin bei der Unterschrift von einer mehrjährigen Zusammenarbeit geredet worden war?

In sieben bis zehn Tagen sei es soweit, sagte Szafnauer nun in Monza. Es gebe keinen Plan B bei Aston Martin, man setze ganz auf die weiteres Zusammenarbeit mit Vettel und habe auch mit keinem anderen Fahrer gesprochen. Eine gewisse Unzufriedenheit aber scheint auf beiden Seiten zu herrschen. Teamunterstützer Lawrence Stroll hatte sich von einem viermaligen Weltmeister wohl mehr erwartet als den derzeitigen zwölften Rang in der Gesamtwertung. Und Vettel hatte nach seinen mühevollen Jahren bei Ferrari, als er vergeblich versucht hatte, um den WM-Titel zu fahren, auf wieder erfolgreichere Zeiten gehofft. Erfüllt hat sich das bisher nicht. Er sagte in Monza aber auch: „Ich glaube daran, dass die Zukunft des Teams sehr, sehr rosig ist.“ Ob aber auch mit ihm? „Ich habe noch nie viel über Verträge gesprochen“, wehrte er entsprechende Fragen ab.

Vettel wartet nun schon fast zwei Jahre auf einen Sieg

Vettel ist mittlerweile 34 Jahre alt. Er ist viermaliger Weltmeister, allerdings sind diese Erfolge schon lange her. 2013 durfte er seinen letzten Titel feiern. Selbst auf einen Rennsieg wartet er nun schon fast zwei Jahre. Am 22. September 2019 war ihm der bisher letzte Erfolg in Singapur gelungen. In seiner Gesamtbilanz hat er 53 Siege gesammelt. Das ist eine ganze Menge, garantiert ihm aber kein Cockpit für die Zukunft. In der Formel 1 ist spürbar, dass sich das Fahrerfeld verändert. Viele Teams haben bereits einen Umbruch eingeleitet. Red Bull setzt auf Max Verstappen, bei Ferrari ruhen die Hoffnungen auf Charles Leclerc. Bei McLaren wird kräftig an einer erfolgreichen Karriere von Lando Norris gearbeitet. Auch Mercedes geht nun diesen Trend mit. Valtteri Bottas, der sein Cockpit verliert und Kimi Räikkönen bei Alfa Romeo ersetzen wird, wird von George Russell abgelöst. Der 23-Jährige gilt als großes Talent, was er schon bei William häufig zeigt. Nun darf er sich künftig mit Lewis Hamilton messen.

Ob Sebastian Vettel künftig ganz aufs Rad umsteigen wird wie hier vor einer Woche beim Rennen in Zandvoort?
Foto: Hasan Bratic, dpa

Der Rekordweltmeister ist 36 Jahre alt. Er hat sieben Titel gesammelt, er könnte sich beruhigt zurücklehnen. Macht ein Hamilton aber nicht. Er kennt Zeiten aus der Formel 1, als teaminterne Duelle mit äußerster Entschlossenheit und Härte geführt wurden. Zuletzt mit Nico Rosberg, dem es letztmals gelungen ist, die Titelserie von Hamilton zu unterbrechen. Mit Russell könnte Hamilton ähnliches drohen. Der 23-Jährige gibt sich noch zurückhaltend, er wird neben einer Menge Talent auch Konfliktpotenzial mitbringen. „Lewis und ich befinden uns in unterschiedlichen Stadien unserer Karriere. Aber mir wurde Gleichbehandlung zugesichert“, sagte Russell. Und Hamilton meinte: „Ich freue mich, wenn immer noch mehr jüngere Fahrer kommen. Die sind stürmisch, ehrgeizig. George bringt frisches Blut.“ Für Hamilton kann der Teampartnertausch die Motivationshilfe schlechthin auf den letzten Kilometern seiner Karriere sein.

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2022 wird sich das Reglement der Formel 1 stark verändern, es ist die große Hoffnung auf veränderte Kräfteverhältnisse. Die Teams setzen dabei normalweise auf erfahrene Fahrer, die den Ingenieuren tiefergehende Informationen über das Fahrverhalten der Autos vermitteln können als Neulinge.

Diesmal aber drängt die junge Generation stark nach vorne. Zu der gehört auch Mick Schumacher. Bei ihm ist ähnlich wie bei Sebastian Vettel: Offiziell ist über seine Zukunft noch nichts verkündet. Er dürfte aber keine andere Option haben, als bei Haas zu bleiben und sich damit weiter dem Duell mit Nikita Masepin zu stellen. Das wird mit aller Schärfe geführt. Freunde sind die beiden Piloten nicht. Müssen sie auch nicht sein. Eine gewisse Rücksichtnahme dem Teamkollegen gegenüber sollte dennoch möglich sein.

In der Qualifikation für das Sprintrennen am Samstag landete Schumacher auf Platz 18. Schnellster war Bottas im Mercedes vor seinem Teamkollegen Hamilton. Vettel kam nicht über Rang elf hinaus. Eine weitere Enttäuschung. Und das in Monza, wo er vor 13 Jahren seinen ersten Formel-1-Sieg mit Toro Rosso gefeiert hatte.

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