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Formel 1 : Gelingt Ferrari die Wende ausgerechnet in Monza?

Formel 1

Gelingt Ferrari die Wende ausgerechnet in Monza?

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    Die italienischen Fans strömen nach dem Rennen Jahr für Jahr auf die Start- und Zielgerade und sorgen für eine besondere Stimmung in Monza.
    Die italienischen Fans strömen nach dem Rennen Jahr für Jahr auf die Start- und Zielgerade und sorgen für eine besondere Stimmung in Monza. Foto: Antonio Calanni, dpa

    Lewis Hamilton war begeistert gewesen. Es war ein trüber Tag in Maranello, die Stimmung des Briten aber war bestens. Fast schon euphorisch. Es war Ende Januar, als Hamilton seinen ersten Arbeitstag bei Ferrari erlebte. Ein besonderer Moment mit einem Hochgefühl, das sich nach den ersten Fahrten in einem roten Renner gar noch steigerte. „Es war eines der besten Gefühle meines Lebens. Es gibt Tage, von denen du weißt, dass du sie ewig in Erinnerung behalten wirst“, schwärmte Hamilton.

    Knapp acht Monate sind seitdem vergangen. Die erste Euphorie ist großer Ernüchterung gewichen. Hamilton erlebt das, was bereits zuvor Fernando Alonso und Sebastian Vettel durchmachen mussten. Auch sie scheiterten beim Versuch, Ferrari endlich mal wieder zu einem WM-Titel zu führen. Dabei waren auch sie voller Begeisterung zu den Italienern gewechselt.

    Bei Hamilton ist der Frust groß. Er sei „nutzlos“ hatte er vor wenigen Wochen nach einem Rennen verkündet. Weil er es einfach nicht schaffe, seinen Dienstwagen schnell genug über die Rennstrecken dieser Welt zu hetzen. Weil er immer wieder Fehler macht. Und weil er mit den Eigenheiten des roten Renners nicht zurechtkommt.

    Hamilton von der Stimmung in Mailand begeistert

    Das vergangene Wochenende in Zandvoort war ein ganz bitteres. Beide Ferrari-Fahrer schieden aus, es war ein niederschmetterndes Erlebnis.

    Doch woraus Hoffnung ziehen? Hamilton fällt das gerade schwer. Womöglich kommt das Rennen in Monza an diesem Sonntag (15 Uhr) zur genau richtigen Zeit. Für Ferrari ist es ein Heimspiel, im nahen Mailand feiern die vielen Tifosi der Scuderia schon seit einigen Tagen. Die Begeisterung ist riesig. Jeder trägt hier rot. Hamilton war am Mittwoch mittendrin. „Es war ein so einzigartiges Erlebnis. Mittendrin zu sein, diese Leidenschaft zu spüren, es war intensiv“, sagte er am Donnerstag und versprach: „Ich werde alles geben, so eine Unterstützung habe ich noch nie gesehen.“

    Am Sonntag um vermutlich kurz vor 17 Uhr werden wieder tausende Fans die Start- und Zielgerade fluten. Sie werden unterhalb des Balkons für die Siegerehrung stehen und sehnsüchtig nach oben blicken. Im Idealfall trägt einer der Teilnehmer dort oben rot. Wie vor einem Jahr, als Charles Leclerc überraschend in Monza gewonnen hatte.

    In dieser Saison aber sehen beide Ferrari-Piloten die Spitze nur aus der Ferne. Lecerlec liegt in der Gesamtwertung auf Rang fünf, Hamilton einen Platz dahinter. Der 40-Jährige muss zudem mit dem Handicap klarkommen, dass er in der Startaufstellung wegen eines Vergehens in Zandvoort um fünf Plätze strafversetzt wird. Die Aussichten auf ein erfolgreiches Wochenende verbessert das nicht. Trotzig aber meinte Hamilton: „Obwohl wir nicht da sind, wo wir sein wollen, bin ich zuversichtlich, dass es in die richtige Richtung geht.“

    Für Ferrari ist es ein besonderes Wochenende. Vor genau 50 Jahren hatte Niki Lauda am 7. September in Monza seinen ersten WM-Titel mit Ferrari gefeiert. 1975 war das, der Österreicher beendete damals eine elfjährige titellose Zeit der Scuderia. Zu Ehren dieses Erfolgs werden die beiden Rennwagen am Sonntag Rot und Weiß lackiert sein, wie damals der legendäre 312T.

    Lauda, der im Mai 2019 gestorben ist, war eng mit Hamilton befreundet. Der Österreicher war bei Hamiltons Wechsel zu Mercedes beteiligt. Und er war immer ein wichtiger Ratgeber für den jetzt 40-Jährigen. „Gewinnen ist die eine Sache, aber aus Niederlagen habe ich mehr gelernt“, sagte Lauda einst. Dementsprechend dürfte Hamilton gerade eine sehr lehrreiche Phase seiner Karriere erleben.

    Nur ein Ferrari-Neuling war schlechter als Hamilton

    Der Brite ist mit sieben Titeln zusammen mit Michael Schumacher Rekordweltmeister. Er hat 105 Rennen gewonnen. Mit Ferrari aber will einfach nichts klappen. Er hatte zwischenzeitlich schon von einer frühzeitigen Trennung geredet, die möglich sein könnte. Sein Vertrag mit der Scuderia soll über mehrere Jahre gültig sein, eine genaue Laufzeit war nicht genannt worden.

    In den bisherigen 15 Grand Prix dieser Saison stand Hamilton kein einziges Mal auf dem Podest. Bislang war nur ein Ferrari-Neuzugang in dieser Statistik schlechter: Didier Pironi schaffte es Anfang der 1980er-Jahre in seinen ersten 18 Rennen nicht unter die ersten drei. Lediglich beim Sprintrennen in China durfte Hamilton jubeln, als er gewann. Ein Trost aber ist auch das nicht.

    Längst ist klar, dass die titelfreie Zeit von Ferrari weitergehen wird. 2007 war letztmals Kimi Räikkönen Weltmeister in dem roten Renner geworden. Der Finne profitierte damals von den Streitigkeiten zwischen Hamilton und Fernando Alonso beim eigentlich deutlich überlegenen McLaren-Rennstall. Das wird nicht wieder passieren.

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