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Olympia 2026: Der Silberhang von Cortina: Das neue Wohnzimmer von Emma Aicher

Olympia 2026

Der Silberhang von Cortina: Das neue Wohnzimmer von Emma Aicher

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    Kira Weidle-Winkelmann (links) und Emma Aicher jubel mit und über Silber.
    Kira Weidle-Winkelmann (links) und Emma Aicher jubel mit und über Silber. Foto: Michael Kappeler, dpa

    Es war perfekte Teamarbeit. Nicht nur bis zum letzten Tor, sondern bis zur Siegerehrung: Kira Weidle-Winkelmann zupfte die Kapuze von Emma Aicher zurecht, die revanchierte sich, indem sie wenig später das Band der Medaille ihrer Mannschaftskollegin schöner um den Hals legte. Silber: Im zweiten olympischen Wettkampf der Alpin-Frauen in Cortina, der Team-Kombination, ist es zum zweiten Mal ein umjubelter zweiter Platz geworden.

    Nach vier Hundertstel Sekunden Rückstand von Emma Aicher auf Gold am Sonntag in der Abfahrt waren es diesmal fünf Hundertstel. Aber nicht auf die Weltmeisterinnen in dieser Disziplin, die US-Amerikanerinnen Breezy Johnson und Mikaela Shiffrin, die nach der Abfahrt geführt hatten. Sondern auf die überraschend flinke österreichische Paarung Ariane Rädler und Katharina Huber.

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    „Wahnsinn! Unglaublich! Das hätte ich ehrlich gesagt nicht ganz so gedacht“, sagte Kira Weidle-Winkelmann, die in der Abfahrt Platz sechs (bei 0,74 Sekunden Rückstand) in die Addition der zwei Teilabschnitte eingebracht hatte. „Ich war unfassbar aufgeregt bei Emmas Slalom, der auch eine Achterbahn war. Das war sehr, sehr emotional alles. Emma hat 100 Prozent abgeliefert.“ Mit der schnellsten Laufzeit in einem speziellen Slalom – Mikaela Shiffrin nahm sie eine glatte Sekunde ab, der Superstar kam nur auf Platz vier. Und hat nun ein Problem mit den fünf Ringen.

    Es war das sechste olympische Rennen in Serie, in dem es die 108-malige Weltcup-Siegerin nicht aufs Podest kam. So hat sich Emma Aicher mit ihren zwei Silbermedaillen zum bisherigen Star von Cortina aufgeschwungen. Und schon am Donnerstag (11.30 Uhr) geht es für sie – und Weidle-Winkelmann – mit dem Super-G weiter. „Druck haben wir jetzt keinen mehr, wir können machen, was wir wollen“, sagte die Halbschwedin Aicher halb im Scherz. „Aber es ist ein neuer Tag, ein neues Rennen. Es geht wieder bei null los.“

    Das Zwei-Frau-Team im deutschen Speedbereich hat viele Parallelen. Jetzt haben sie auch ein gemeinsames Wohnzimmer: Was Wimbledon für Boris Becker war, ist Cortina für Emma Aicher und Kira Weidle-Winkelmann. Beide holten hier zwei Silbermedaillen. Bei Aicher sind es zwei olympische Medaillen binnen drei Tagen, bei ihrer Teamkollegin kommt zum Coup in der Kombination das WM-Silber vor fünf Jahren in der Abfahrt hinzu.

    Und bei beiden ist Heimat ein dehnbarer Begriff, beide haben ihr erstes Zuhause verlassen. Wenn die 22-jährige Aicher feiert, jubelt Schweden mit: „Das ist meine Heimat. Weil ich dort aufgewachsen bin. Ich sage immer, wenn ich nach Schweden fliege, dass ich nach Hause fliege“, sagt sie unumwunden. Klar fühle sie sich auch in Deutschland sehr, sehr wohl. Aber der Ort der Kindheit werde immer einen Platz im Herzen haben.

    Bei ihrer 29-jährigen Kollegin jubelt immer Stuttgart mit. Die ersten vier Jahre ihres Lebens verbrachte Kira Weidle im Stuttgarter Kessel, lernte das Skifahren überwiegend im österreichischen Seefeld. Dann zog Günther Weidle mit seiner Familie aus beruflichen Gründen für zwei Jahre nach Nordrhein-Westfalen, ehe in ihrem sechsten Lebensjahr Starnberg das Zuhause wurde. Hier heiratete sie auch 2024. „Sie ist extrem fokussiert und bodenständig“, sagte der stolze Papa, der in der Modebranche tätig ist, einmal der Stuttgarter Zeitung. Jetzt hat sie ihre erste olympische Medaille gewonnen. Mit perfekter Teamarbeit.

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