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Olympia 2026: Nackte Haut und wie sie wirkt

Olympia 2026

Nackte Haut und wie sie wirkt

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    Jutta Leerdam hat verstanden, wie sich ihr Sport vermarkten lässt.
    Jutta Leerdam hat verstanden, wie sich ihr Sport vermarkten lässt. Foto: Antonio Calanni, dpa

    Es muss eine jede und ein jeder schauen, wo sie oder er bleibt. Sportlerinnen, Firmen, ja ganze Staaten knapsen herum. Aus nachvollziehbaren Gründen kann nicht jeder Athlet eine Staatsanleihe aufnehmen, weshalb die Sportler auf alternative Einnahmen angewiesen sind, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Ein Weg führt über Erfolg zu Prämien. Wobei es allerdings zum einen gar nicht so leicht ist, erfolgreich zu sein, und zum anderen auch Top-Platzierungen nicht in jeder Sportart zu sprudelnden Einnahmen führen. Weibliche und männliche Skeletonis werden das bestätigen können.

    Über Sponsoren lassen sich zusätzliche Einnahmen generieren. Erfolg ist besser vermarktbar als Misserfolg, ein adrettes Äußeres lukrativer als fahle Haut und strähniges Haar. Jutta Leerdam hat einige Sponsoren. Unter anderem einen Sportartikelhersteller. Da das niederländische Eislauf-Team aber von einem anderen Hersteller ausgestattet wird, muss sie auf einen Trick zurückgreifen. Nach ihren Rennen zieht Leerdam meist schnell den Reißverschluss ihres Rennanzuges auf. Zu sehen ist dann der Sport-BH ihres Ausstatters. Sichtbarkeit ist wichtig für Sponsoren.

    Nicht immer muss man dafür aber tief in die leeren Kassen greifen. Als Leerdams Freudentränen ob ihres 1000-Meter-Sieges den Lidstrich über das Gesicht verteilten, warb ein niederländisches Warenhaus kurz danach für seinen Eyeliner: „Wasserresistent, auch bei Freudentränen.“

    Den Sportlerinnen, Sportlern und Verbänden ist es freilich lieber, wenn sie für Werbemaßnahmen auch entlohnt werden. Dementsprechend schlecht ist der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) auf die Deutsche Bahn zu sprechen. Die hatte vor den Olympischen Spielen mit einer „Probe Bahncard Gold“ geworben. Die kostete 19,99 Euro und hatte den Vorteil, am Tag nach einem deutschen Olympiasieg kostenlos die Fernverkehrszüge nutzen zu können. Ein Unternehmen, das mit sportlichen Erfolgen wirbt, ohne dafür zu zahlen. Im wunderschönen Adjektiv „schofelig“ fand DOSB-Boss Otto Fricke die Beschreibung für dieses Vorgehen. Der Bahn warf er „Ambush Marketing“ vor, was nicht so schön klingt wie „schofelig“ und Trittbrettfahrerei meint.

    Aber natürlich muss auch die Bahn schauen, wo sie bleibt. Eine Gleisertüchtigung da, eine neue Trasse hier und fertig ist das Milliardenminus. Einem nackten Mann ist nicht in die Tasche zu greifen. Nackte Haut hingegen bringt Einnahmen. Jutta Leerdam hat das Prinzip verstanden.

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