Die Erinnerung ist etwas verblasst. Kein Wunder, nach 70 Jahren. Erst ein Anruf eines Berliner Journalisten rief bei Martin Beck wieder die ein oder andere Anekdote von damals hervor. Er kramte in Schubladen. Dann fand er sie wieder, eine Bronze-Münze. „Citius, altius, fortius“ ist darauf eingeprägt – schneller, höher, stärker. So lautet das Motto der Olympischen Spiele. An diesem Vormittag lässt der 92-Jährige das Edelmetall noch einmal durch seine Finger gleiten. „Es waren Spiele wie aus dem Bilderbuch“, sagt Beck. Als Kapitän der westdeutschen Eishockey-Mannschaft reiste er vor 70 Jahren nach Cortina d‘ Ampezzo. Jetzt, da die Olympischen Winterspiele in wenigen Tagen dorthin zurückkehren, kehren auch die Bilder in seinem Kopf wieder zurück. Beck ist einer der letzten Athleten, der noch von damals berichten kann. Von den Partys mit dem legendären Skifahrer Toni Sailer (Dreifach-Gold) zum Beispiel, oder der bezaubernden Eiskunstläuferin Marika Kilius oder der Begegnung mit Maria Bogner. Die Designerin entwarf damals das Outfit der deutschen Mannschaft. „Als sie mich im Park spazieren gehen sah, rief sie mir nach, ich solle meine Hose hochziehen“, erzählt Beck und lacht. Die Münchnerin galt nämlich als Erfinderin der Keilhose. Und Beck hatte das von ihr entworfene Stück offenbar zu knapp über dem Gesäß getragen.
Olympia
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