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Porträt: Italiens Nationaltrainer Mancini bringt Dolce Vita an die Seitenlinie

Porträt

Italiens Nationaltrainer Mancini bringt Dolce Vita an die Seitenlinie

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    Roberto Mancini möchte mit den Italienern Weltmeister werden. 2022 wird das eher nicht klappen.
    Roberto Mancini möchte mit den Italienern Weltmeister werden. 2022 wird das eher nicht klappen. Foto: Frank Augstein, dpa

    Maßgeschneiderter Anzug, glänzende Lederschuhe und lange, zu einem Scheitel gekämmte Haare. Gibt es einen cooleren Nationaltrainer als Roberto Mancini? Der Chef der italienischen Fußball-Nationalmannschaft ist so etwas wie die Stilikone unter den Übungsleitern. Jedoch geht es im Fußball nicht nur um das gute Aussehen. Hätte man vor etwa einem Jahr, genauer gesagt am 12. Juli 2021, danach gefragt, wie sich Mancini auf dem Trainerposten der Italiener schlägt, wären sich alle einig gewesen: "molto bene". Und das wäre eine Untertreibung, denn am 11. Juli, 23:14 Uhr, reckte Mancinis Teamkapitän Giorgio Chiellini den EM-Pokal im Londoner Wembley-Stadion in den Nachthimmel. Ganz Italien war im Freudenrausch – Mancini machte sich unsterblich.

    Doch schon wenige Monate später folgte die Ernüchterung: Aus in der WM-Qualifikation. Der amtierende Europameister muss bei der diesjährigen Weltmeisterschaft in Katar von zuhause aus zuschauen.

    Mancini ist nach wie vor der beste Mann für den Posten als italienischer Nationaltrainer

    Sportlich läuft es in der derzeit stattfindenden Nations League wieder etwas besser. Mancini geht mit seiner Mannschaft in das vierte Gruppenspiel gegen Deutschland am Dienstag als Tabellenführer. Nur ein schwacher Trost für die Nichtteilnahme an der WM. Trotz dieser Blamage ist man sich in Italien einig, dass "Il Mancio" – wie er in seiner Heimat genannt wird – nach wie vor der beste Mann für den Posten ist.

    Er hat Qualitäten an sich, die für die Aufgabe des italienischen Nationaltrainers zugeschnitten sind: Der Yachtbesitzer versteht das "Dolce Vita", und damit vieles, was südländische Fußballer eben so interessiert. In seinem Anzug strahlt Mancini die nötige Autorität aus, die Spieler hören ihm zu. Er versteht es, eine Mannschaft zu formen, Teamgeist zu wecken. Bestes Beispiel dafür ist die Einwechslung Salvatore Sirigus bei der EM im letzten Vorrunden-spiel gegen Wales. Italien führte mit 1:0, Mancini wechselte den Ersatztorhüter in der 89. Minute ein. Eine tolle Geste, die ihren Ursprung womöglich in der Vergangenheit von Mancini hat. Bei der WM 1990 war der ehemalige Mittelfeldspieler im Kader der Italiener, durfte jedoch keine Minute spielen. Für ihn eine herbe Enttäuschung, wie er später sagte.

    Roberto Mancini möchte mit Italien noch Weltmeister werden

    Mancini hat vor allem aber auch eine Menge Erfahrung. Sowohl als Spieler (775 Spiele) als auch als Trainer (782 Spiele). Bereits mit 16 Jahren debütierte der heute 57-Jährige für seinen Jugendclub Bologna in der Serie A. Seine erfolgreichste Zeit hatte er jedoch bei Sampdoria Genua. Gemeinsam mit seinem Freund und dem heutigen Teamkoordinator der italienischen Nationalelf Gianluca Vialli. Die beiden brachten den zuvor mittelklassigen Verein nach ganz oben. Sie wurden italienischer Meister und sogar Europapokalsieger der Pokalsieger. Später wiederholte Mancini beide Triumphe auch mit Lazio Rom.

    Die größten Erfolge als Trainer feierte er, neben dem EM-Titel mit Italien im vergangenen Jahr, mit Manchester City (Englischer Meister 2011/12) und mit Inter Mailand (Italienischer Meister 2005/06, 06/07, 07/08). Ein großes Ziel hat der Commissario Tecnico mit Italien noch vor Augen: Er sei "noch jung" und wolle mit der Squadra Azzurra Weltmeister werden, sagte er.

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