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Profisport: Vom Sportplatz ins Büro: Wie Training und Schule kombiniert werden

Profisport

Vom Sportplatz ins Büro: Wie Training und Schule kombiniert werden

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    Bei den European Championships hat sie Gold und Silber geholt: Lisa Brennauer.
    Bei den European Championships hat sie Gold und Silber geholt: Lisa Brennauer. Foto: Marius Becker, dpa

    Was kommt, wenn die aktive Karriere im Sport vorbei ist? Nicht jeder hat mit 30 schon so viel verdient, dass er oder sie davon die kommenden Jahrzehnte leben kann, nicht jeder hat die Möglichkeit, als Funktionärin oder Vorstand in einem Verein unterzukommen. Deswegen spielt die Ausbildung der jungen Menschen eine große Rolle, wie das funktionieren kann, zeigt der Olympiastützpunkt Bayern.

    In kleiner Runde gibt es Zeugnisse, viele der Auszubildenden sind gar nicht da, als sie ihre Urkunden überreicht bekommen. Das steht sinnbildlich dafür, warum eine Lehre in Verbindung mit einem zweiten Vollzeitjob im Spitzensport nur schwer zu verbinden ist. Die jungen Menschen sind im Spitzensport und auf Wettkämpfen unterwegs. Seit 19 Jahren gibt es in Zusammenarbeit von Olympiastützpunkt Bayern und den Handwerkskammern für Traunstein und für München und Oberbayern eine Ausbildung im spitzensportfreundlichen Format. Das bedeutet, dass die Frauen und Männer ein für sie passendes Angebot bekommen, um ihre Ausbildung zu machen. Die Kurse sind so angepasst, dass in zwei langen Blöcken die theoretischen Inhalte vermittelt werden und die Azubis nicht immer wieder in die Schule müssen.

    "Es ist eine ganz große Herausforderung, die sportliche Karriere mit einer normalen Ausbildung zu verbinden", sagt Iris Zacher Laufbahnberaterin vom Olympiastützpunkt. Denn Sportlerinnen und Sportler haben neben der Schule noch einen Vollzeitjob: Sie müssen zum Training gehen oder an Wettkämpfen teilnehmen, um weiterzukommen. Deswegen sei wichtig, dass es ein alternatives Angebot gibt. Hier arbeite der Olympiastützpunkt mit vielen unterschiedlichen Partnern zusammen, es gebe auch Unternehmen, die bewusst auf den Olympiastützpunk zugehen würden und sich für die Auszubildenden interessierten, sagt Zacher.

    Ausbildungsprogramme bieten Jugendlichen und Eltern Sicherheit

    Viele Athleten sind bei der Bundeswehr, wo sie freigestellt sind und ihren Sold bekommen. Diese Freistellung ist wichtig, weil beispielsweise Wintersportler, die wochenlang unterwegs sind, sonst nicht ausgebildet werden könnten. Außerdem sind sie finanziell abgesichert. Ähnliche Kooperationen gibt es mit Polizei, Bundespolizei oder Zoll, erklärt Zacher. Für den Olympiastützpunkt stehe natürlich der Sport an erster Stelle. Aber: Indem sie eine Ausbildung machen bekommen Sportlerinnen und Sportler Sicherheit und den Eltern können Ängste genommen werden.

    Der Kurs wurde entwickelt., weil man festgestellt habe, dass Sportlerinnen und Sportlern oft eine schulische Ausbildung fehlte, sagt Klaus Sarsky, stellvertretender Stützpunktleiter und Laufbahnberater. Die Leute seien zwar als Sportsoldaten militärisch ausgebildet, hätten aber keine Ausbildung im zivilen Leben. Und Erwachsene habe man nicht in die Ausbildung zu Jugendlichen stecken wollen. Von der Handwerkskammer habe es schon ein Ausbildungsmodell für ehemalige Militärs gegeben, an dem man sich orientiert habe, sagt er. Für die Teilnehmenden werden einige Inhalte online zur Verfügung gestellt, sodass sie sich diese anschauen können, wo auch immer auf der Welt sie gerade sind. Sie können ihre Hausaufgaben genauso online abschicken, sie haben mehr Zeit und bekommen einen individuelleren Plan.

    Radsportlerin Lisa Brennauer schließt als Beste die Ausbildung ab

    Natürlich gibt es auch Programme für angehende Studierende, im Studium sei es sogar etwas einfacher, den Sport zu integrieren, sagt Kristina Reßler, ebenfalls Laufbahnberaterin. Ihnen sei wichtig, die Menschen zu beraten, damit sie sich bewusst für den Leistungssport entscheiden können. Diese duale Karriere anzugehen bedeute zudem nicht, immer in beidem einhundert Prozent zu geben, die Sportlerinnen und Sportler können auch mal ein Semester lang weniger für die Ausbildung oder Uni arbeiten und sich auf Training oder Wettkämpfe konzentrieren. Betreut werden Angehörige von Bundeskadern, diese können Karrierecoachings in Anspruch nehmen, egal wo sie in ihrem sportlichen Leben gerade stehen. Natürlich gebe es sensiblere Phasen wie den Schulabschluss, in denen die Leute viel Hilfe bräuchten, so Reßler

    Die Sportlerinnen und Sportler, die heuer ihre Zeugnisse bekommen haben, sind jetzt ausgebildete Bürokaufleute für Büromanagement. An diese Ausbildung können Interessierte einen Fachwirt anschließen und im Anschluss studieren. Am aktuellen Kurs haben zehn Personen teilgenommen.

    Eine davon ist Lisa Brennauer, Radsportlerin, Olympiasiegerin, Doppel-Europameisterin, Weltrekordhalterin und Weltmeisterin, Kursbeste. Bei den European Championships hat sie Gold und Silber geholt. Sie habe immer ihr großes Ziel vor Augen gehabt, gut zu sein und die Ausbildung abzuschließen. Es sei viel Eigeninitiative gefragt gewesen und man habe sich einteilen müssen, gleichzeitig war aber die notwendige Flexibilität da, sagt sie.

    Brennauer hat vor kurzem verkündet, dass sie ihre sportliche Karriere beenden wird, was genau sie machen will ist noch nicht klar. Als sie ihre Ausbildung begonnen hat, wusste sie aber noch nicht, dass sie Berufssoldatin werden kann. Sie möchte nun in dieser Funktion weiter dem Sport nahe bleiben

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