Marco Brenner fühlte sich gut. Marco Brenner versuchte noch einmal alles. Vier Kilometer vor dem Ziel des Cadel Evans Great Ocean Road Race, dem ersten WorldTour-Eintagesrennen der Saison, attackierte der 23-jährige Augsburger Radprofi noch einmal, doch die anderen Teams arbeiteten für ihre Sprintspezialisten, und so musste sich der Tudor-Fahrer am Ende mit Platz 16, zeitgleich mit dem dänischen Sieger Tobias Lund Andresen (Decathlon), begnügen. Der andere Augsburger in Australien, Georg Zimmermann (Lotto-Intermarché), fuhr nicht ganz so angriffslustig auf den 182 Kilometern wie sein Jugendfreund Brenner, aber mit nur sechs Sekunden Rückstand rollte der 28-Jährige als 34. im Verfolgerfeld über die Ziellinie.
Nach Platz 20 im Gesamtklassement der „Tour Down Under“ zog Zimmermann ein positives Fazit des Saisonstarts in Australien, der geprägt war durch extrem hohe Temperaturen. Und bei Zimmermann durch die ersten Renneinsätze in seinem neu fusionierten Team. Denn im Winter taten sich die beiden belgischen Rennställe Lotto und Intermarché zusammen, suchten sich aus den rund 60 Fahrern die besten 30 zusammen, um in der Top-Liga, der WorldTour, als Lotto-Intermarché finanziell und infrastrukturell besser aufgestellt überleben zu können.
Georg Zimmermann: „Wir haben schnell zueinander gefunden“
Früh war klar, dass Georg Zimmermann und sein deutscher Kollege Jonas Rutsch aus dem Intermarché-Bestand übernommen werden würden. Trotzdem, nach wenigen Rennkilometern konnte noch nicht alles reibungslos funktionieren. Gerade in so einem Profi-Peloton, das taktische Maßarbeit erfordert. „Unser fusioniertes Team hat schnell zueinander gefunden und wir haben für die ersten Rennen schon echt gut zusammengearbeitet. Darauf lässt sich aufbauen“, sagt der amtierende deutsche Meister.
Georg Zimmermann trainiert jetzt dann in Kolumbien
Ab Mitte Februar wird sich Zimmermann, wie im Vorjahr, in Kolumbien auf die prestigeträchtigen Rennen in Italien vorzubereiten. Im März warten dann Trofeo Laigueglia, Strade Bianche, Tirreno Adriatico oder Mailand-Sanremo. Dann wird es schon einen ersten Fingerzeig geben, ob sich der neu formierte Rennstall, und damit auch Georg Zimmermann, in der Weltelite weiter nach vorn arbeiten kann.
Tudor pro cycling baut Firmenezentrale für 20 Millionen Euro
Ambitionierte Ziele hat auch der Arbeitgeber von Marco Brenner. Tudor pro cycling gehört zwar noch nicht dem elitären Kreis der WorldTour-Teams an, doch die Schweizer klopfen mit Vehemenz an die Türe. So entsteht gerade in Sursee bei Luzern ein neues Hauptquartier für knapp 20 Millionen Euro. Es soll im ersten Halbjahr 2027 fertiggestellt werden. Wesentlich schneller soll es mit den sportlichen Erfolgen aufwärtsgehen, um bei der nächsten Neu-Besetzung der World-Tour-Teams dabei zu sein.
Marco Brenner fährt bei der Tour Down Under auf Platz vier
Ein wichtiger Lieferant könnte da Marco Brenner werden. Sollte er verletzungsfrei bleiben, könnte es seine Saison werden. Immer mehr entwickelt sich der ehrgeizige und selbstbewusste Augsburger vom Talent zum gestandenen World-Tour-Profi, der um den Sieg mitfahren kann. Der deutsche Meister von 2024 fuhr bei seinem ersten Start bei der „Tour down under“ im Gesamtklassement auf Platz vier, mit drei Etappenplätzen unter den Top fünf.
Dazu jetzt das ambitionierte Auftreten beim Cadel Race. Brenner hat bei den ersten beiden WorldTour-Events schon mal gezeigt, wo die Reise hingehen könnte. Wenn er von Verletzungen oder Stürzen verschont bleibt. Nicht so wie im zweiten Halbjahr 2025, als er Ende Mai auf der 19. Etappe beim Giro schwer stürzte.
Der Saisonauftakt ist ihm gelungen. Brenner bilanzierte nach den 182 Kilometern in Geelong bei Melbourne: „Wir haben viel versucht, um die sprintstarken Fahrer loszuwerden, leider hat es nicht ganz geklappt.“ Und so hatte er und sein Team im Finale das Nachsehen. Trotzdem sei man als Team gut gefahren.
Nächstes Rennen ist für Marco Brenner das Faun-Ardeche-Classic
Persönlich ist er mit seiner Leistung auch zufrieden: „Insgesamt reise ich mit guter Form und einem soliden Saisonauftakt zurück nach Europa.“ Ende Februar geht es für ihn weiter in Frankreich bei Faun-Ardeche Classic. Im vergangenen Jahr wurde er dort Zweiter. Brenner freut sich auf das Rennen. Er fühlt sich gut.
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